Zahlen und Fakten Gesamtstatistiken (PDF) | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004
Jahresbericht 2002 | Jahresbericht 2003
Departemente, Kliniken und Institute
Institut für Anästhesiologie
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Dept. Medizinische Radiologie
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Hals- und Gesichtschirurgie
Dept. Pathologie
Psychiatrische Poliklinik
Psychosoziale Medizin
Rheumaklinik und Institut
für physikalische Therapie
Urologische Klinik
Universitäres Zentrum für Labormedizin


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Zahlen und Fakten
Dept. Medizinische Radiologie
Klinik für Radio-Onkologie

Klinik für Radio-Onkologie

Prof. Dr. med.
Urs Martin Lütolf
Klinikdirektor
Die Zunahme von Patientenzuweisungen an unsere Klinik hat auch dieses Jahr den vorausgesagten Wert von über 10% erreicht. Nach den Engpässen früherer Jahre konnten wir diese Mehrleistungen durch eine flexibel gehandhabte Anstellungspolitik ohne Notsituationen bewältigen und das Wort «Wartezeit» für Krebspatienten praktisch aus unserem Alltag streichen. Neben der Tatsache, dass für alle Patientinnen und Patienten eine qualitativ hochstehende Strahlentherapie offeriert werden kann, steht die Tatsache, dass die Spitzentechniken wie Intensitäts-Modulierte-Radiotherapie (IMRT), Ganzkörperbestrahlungen oder kombinierte Bestrahlungen mit neuen Substanzen angeboten werden konnten. Dass Berufsstolz und Stolz auf das Spital wieder Platz haben kann ist nicht nur für die Qualität der Therapien entscheidend, sondern wird von den Patientinnen und Patienten auch als Sicherheit und als vertrauenswürdige Teamarbeit erlebt. Es ist das erklärte Ziel unserer Klinik, die technologischen Möglichkeiten der Krebstherapie und die biologischen Möglichkeiten zu analysieren, die Praktikabilität zu erproben und das Erfolgversprechende in die Routine einzuführen. Beispiele dafür finden sich im untenstehenden Bericht.

Erfreulich ist, dass «informierte Patientinnen und Patienten» uns im klinischen Alltag anspornen und im besonderen Fall (wie bei einer Spenderin) unsere Gedanken beflügeln und die Forschung ermöglichen. Die langjährige Konstanz im Kader wurde durch eine Neubesetzung «unterbrochen», wobei die Tatsache, dass exzellente Leute gute Chefarztstellen finden, bei uns auch Befriedigung hinterlässt. 


Klinische Tätigkeit

Dienstleistungen
PD Dr. med. Pia Huguenin
Leitende Ärztin

Die Planung und Durchführung einer Bestrahlung ist unsere Kernaufgabe; damit untrennbar verbunden ist die kompetente Beratung und Betreuung der uns zugewiesenen Patienten sowie die interdisziplinäre Besprechung von Tumorsituationen. Letzteres geschieht im Rahmen von 10 wöchentlich stattfindenden Tumorboards sowie anlässlich von Kolloquien und Konsilien, eine Aufgabe, die sich die sechs Staff-Ärzte aufteilen.

Die Zahl der behandelten Patienten hat im Vergleich zum Vorjahr um 20% zugenommen (Therapie-Abschlüsse); ein Teil der bemerkenswerten Zuwachsrate ist durch die Behandlung von Patienten aus den Kantonen GR und GL bedingt, da in Chur der Linearbeschleuniger ausgewechselt werden musste. Dank neu geschaffenen Stellen für MTRA und Physik konnte dies ohne Engpässe bewältigt werden.

Die Klinik bietet ambulant oder stationär die meisten heute verfügbaren Technologien in der Routine und mit hoher Qualität an; die Intensitäts-Modulierte-Radiotherapie (IMRT) kommt nun praktisch allen mit kurativem Ziel behandelten Patienten mit ORL-Karzinomen zugute, die simultane Applikation einer Chemotherapie während der Bestrahlung ist im Ambulatorium alltäglich und komplikationslos. Mit 168 Ganzkörperbestrahlungsapplikationen ist auch diese personalintensive spitzenmedizinische Leistung an unserer Klinik Routine. Die Gesamtzahl der ambulanten Konsultationen hat erstmals die Marke von 10’000 überschritten, ohne dass im ärztlichen Bereich oder in der Pflege personelle Anpassungen erfolgt sind. Dass sich in den Rückmeldungen der Patienten, trotz ungünstiger Arbeitsbedingungen infolge Zeit- und Platzproblemen, grosse Zufriedenheit ausdrückt, ist eine anerkennenswerte Leistung dieser Equipe.
Die Zusammenarbeit mit der Onkologie des Kinderspitals sowie mit der Protonen-Therapieeinrichtung im Paul Scherrer Institut wurde 2004 intensiviert, die eingeleitete Schwerpunktbildung der pädiatrischen Onkologie für die Nord-Ostschweiz wird zur Qualitätssteigerung beitragen.

Die Betreuung und Behandlung von Patienten im «Palliative Care-Konzept» wurde auf einer der beiden Bettenstationen (NUK B) konzentriert, was der weiteren Professionalisierung zugute kommt. Ein Gesamtkonzept für Palliative Care für den Kanton Zürich ist auf Anregung unserer Klinik in Diskussion mit der Regierung.

Projekte innerhalb klinischer Tätigkeit
Prof. Dr. med. Ch. Glanzmann
Leitender Arzt

Die Schwerpunkte unserer Projekte im Rahmen der klinischen Tätigkeit liegen auf folgenden Gebieten:

Weiterentwicklung der intensitätsmodulierten Bestrahlungsmethoden (IMRT), welche die Mehrheit der bislang etablierten Bestrahlungsmethoden entscheidend umgestaltet werden. Hier sind u.a. neue Berechnungsmethoden, neue Definitionen der Zielvolumina, Fraktionierungen (Dosis pro Bestrahlungssitzung  und  Intervall zwischen einzelnen Bestrahlungssitzungen), Gesamtdosen, Methoden der Qualitätssicherung erforderlich. Der Schwerpunkt der Anwendung dieser neuen Methode liegt bei uns derzeit bei Patienten/Innen mit Karzinomen von Mundhöhle, Pharynx und Larynx. Analysen von Resultaten zeigten eine wesentliche Abnahme von Nebenwirkungen im Vergleich mit den derzeitigen Standardmethoden der Bestrahlung ohne Verlust an Tumorkontrolle.

Entwicklung der bildgesteuerten Bestrahlungsplanung und Zieltechnik bei der Bestrahlungsdurchführung: u.a. konnte in Zusammenarbeit mit der Klinik für Nuklearmedizin die Durchführung der PET/CT sowie deren Übertragung an den Bestrahlungsplanungscomputer so ausgebaut werden, dass Bestrahlungspläne direkt auf diesen Daten erstellt werden können.

Mitwirkung  an grossen randomisierten Studien der Phase III (u.a: Mammakarzinom, maligne Lymphome, Rektumkarzinom). Erwähnt sei aus dieser Gruppe unsere Teilnahme an der Studie zur Bestrahlung mit oder ohne C225/Cetuximab bei Karzinom der ORL-Region, deren Auswertung eine signifikante Verbesserung der Lebenserwartung durch zusätzliche Gabe von C225 zeigte.

Die Ergebnisse der bereits vor 2 Jahren abgeschlossenen randomisierten Studie zur hyperfraktionierten Radiotherapie mit oder ohne Cisplatin, bei Karzinom des Pharynx und Larynx, wurden im JCO publiziert. Zudem ist eine molekular-
biologische Zusatzuntersuchung am Biopsiematerial aus dieser Studie im Gange.

Projektierung und Leitung von Studien der Phase I/II mit molekular definierten Substanzen zur Modulation der Strahlenempfindlichkeit  (u.a. bei Karzinom der Mundhöhle-Pharynx und Larynx, des ZNS und der Lunge).

Laborforschung

Jahresrückblick Labor für Molekulare Radiobiologie
PD Dr. Martin Pruschy
Leiter Labor für Molekulare Radiobiologie

Das Jahr 2004 zeichnete sich vor allem durch die Aspekte Kontinuität und Wechsel aus. Langjährige Projekte der präklinischen, kombinierten Radiochemotherapie, insbesondere im Bereich der Angiogenese-Inhibition, konnten erfolgreich abgeschlossen und publiziert werden. Gleichzeitig  konnten die erzielten Resultate dieser angewandten Forschungsrichtung direkt in die Protokolle neuer internationaler, klinischer Phase I/II-Studien miteinfliessen, die im kommenden Jahr gestartet werden.

Auf personeller Ebene konnten wir den Abschluss der PhD-Dissertation von Daniel Zingg («Relevance of the PI3K/Akt Pathway for the Cellular Radioresistance») und die nachträgliche Würdigung der PhD-Dissertation  im Jahre 2003 von Angela Tenzer-Broggini mit einer ETH-Medaille feiern. Neue Mitarbeiter in unserem Labor sorgen für eine Weiterführung dieser erfolgreichen Projekte.

Auch nach dem Weggang von Dr. Stephan Bodis (seit Jahresbeginn Chefarzt für Radio-Onkologie am Kantonsspital in Aarau), der unser Labor für Molekulare Radiobiologie mitgegründet hat, konnten wir weitere klinisch tätige Ärzte für unser Labor begeistern  (PD Dr. I. Ciernik) und konnten so, den Klinikintegrierten Charakter unserer Meetings und Labortätigkeiten weiterpflegen.

Lehre
Prof. Dr. med. U. M. Lütolf
Klinikdirektor

Im Umbruch der Lehre (neues Curriculum) werden die sogenannten Querschnittsfächer (Radiologie, Pathologie und eben auch Radio-Onkologie) verschwinden. Die Ausrichtung der Lehre nach Organ- und Systembezogenen Inhalten wird nicht mehr lehrstuhlgemäss, sondern «studierendenfreundlich» gestaltet sein. Unsere Ausbildungsziele werden bleiben: Es ist unser Anliegen die onkologische Denkart (wie teilt man Tumoren in Klassen ein? Was sind die Behandlungsmöglichkeiten? Wie beurteilt man das Ansprechen eines Tumors auf eine Therapie?) zu vermitteln. Wie vielfältig der persönliche Kontakt mit krebskranken Patienten in der Poliklinik ist, lassen wir die Studierenden in den sogenannten Poliklinik-Morgen (Angebot für das 4. Jahr) erleben.

Es wird ein Ziel sein, die Koordination der Ausbildung für die neuen Lehrgänge zusammen mit der Medizinischen Onkologie in den nächsten Monaten zu gestalten.
Die neue Form der Tutorate für Fachanwärter (im Wechsel mit anderen Spitälern) scheint sich für ein kleines Fach zu bewähren und erfüllt auch die Tutoren mit Befriedigung.

Die Assistenzärztinnen und Assistenzärzte in Weiterbildung haben in einer FMH-Umfrage unser Weiterbildungsprogramm als gut qualifiziert.

Fort- und Weiterbildung

Schweizerische Gesellschaft für Radio-Onkologie (SRO)
PD Dr. med. Pia Huguenin
Leitende Ärztin

Die Radio-Onkologie USZ ist die grösste Weiterbildungsstätte in der Schweiz; aktuell sind 5 Assistenzärztinnen und -ärzte in Weiterbildung Richtung Facharzt FMH. Eine Assistenzärztin hat 2004 die Weiterbildung mit der Facharzt-Prüfung erfolgreich abgeschlossen. Die von der SRO durchgeführten Tutorate für Facharzt-Anwärter wurden 2004 mehrfach am USZ durchgeführt und sind weiterhin gut besucht und hochgradig motivierend, auch für die Tutoren.

Fort- und Weiterbildung intern
PD Dr. med. Ilja Ciernik
Oberarzt

Die Fort- und Weiterbildung an der Klinik und Poliklinik für Radio-Onkologie während des Jahres 2004 war gekennzeichnet durch verschiedene interne wie auch externe Beiträge aus dem Bereich Krebsbiologie, medizinische Physik und klinischer Onkologie. Eine kontinuierliche und anhaltende Interaktion mit Kollegen aus dem In- und Ausland erlaubt die Veranstaltungen auf einem hohen Niveau zu halten. Die Innovation und der Austausch neuer Ideen wird weiterhin gepflegt.

Kongresse und Symposien

CERRO, ESTRO, ASTRO, EORTC, SGSMP, SASRO
Dr. J.B. Davis
Leitender Physiker
 

Für ein Universitätsspital ist Forschung und Entwicklung ein wichtiger Teil der Arbeit. Auch dieses Jahr hat die Radio-Onkologie einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung und Verbesserung der Radiotherapie geleistet. Die Resultate dieser Arbeit wurden in nationalen und internationalen Kongressen vorgestellt und in Zeitschriften publiziert.

Schwerpunkte waren dabei die Arbeiten des Molekular-Labors und der optimale Einsatz neuester Technologie in Tumordiagnostik und Therapieplanung. In der Molekularbiologie wurden Medikamente für eine spezifischere Sensibilisierung der Tumorzellen für die Radiotherapie entwickelt und an schweizerischen und internationalen Kongressen vorgestellt. Für seine Arbeit über «Ionizing Radiation and Inhibition of Angiogenesis: Preclinical Evaluation in Murine Tumour Models» erhielt Dr. O. Riesterer den «Young Researcher Prize» der SASRO. Am Varian Users Meeting in Malaga wurden die Möglichkeiten zur Kombination von Gentherapie mit Radiotherapie abgewogen und eingeschätzt. Solche Kombinationen scheinen ein vielversprechendes Neuland zu sein.

In der Vorbereitung zur Therapie wurde die PET-Technologie in einer neuen Weise eingesetzt. Durch ein kombiniertes PET-CT in Bestrahlungsposition konnte die Genauigkeit, mit der die Tumoren anatomisch lokalisiert wurden, deutlich verbessert werden. In einem weiteren Schritt wird daran gearbeitet die exakte Tumorausdehnung mit mathematischen Methoden Beobachterunabhängig bestimmen zu können. In diesen Bereichen gehören  die Erfahrungen und Entwicklungen der Radio-Onkologie USZ mit zu den grössten in Europa. Demzufolge wurden Vertreter der Radio-Onkologie USZ an verschiedene Kongresse in der Schweiz und Europa (SASRO, CERRO und Holland) eingeladen um in den Hauptvorträgen ausführlich über ihre Erfahrungen und potentiellen Entwicklungen zu berichten.

Öffentlichkeitsarbeit

Öffentlichkeitsarbeit/Clinical Management
Krystyna Siewczyk,
Klinikmanagerin

Die Klinik für Radio-Onkologie wurde in Fernsehbeiträgen dargestellt: In der Tagesschau zum Thema «Palliative Care» und in der Sendung Puls zum Thema «Bestrahlung eines Kindes». Sowohl für das Fach- als auch das Allgemeinpublikum wurden entsprechend einige Vorträge durchgeführt und Präsentationen gezeigt, welche die Pflege- und Therapiemöglichkeiten betreffen, welche durch die RAO entwickelt und angeboten werden.

Ab Ende des Jahres 2003 hat die Klinik für Radio-Onkologie die erweiterte Klinikleitung als Führungsgremium etabliert. Die Klinikleitung besteht aus: Klinikdirektor, Prof. Dr. Urs M. Lütolf, Leitender Ärztin, PD Dr. Pia Huguenin,  Leiter Betrieb/Physik Dr. Jacques B. Davis, Pflegeleiter Kuno Betschart, Klinikmanagerin Krystyna Siewczyk und Chefsekretärin Patricia Litschi.  Als Führungsinstrument wurde die monatliche Klinikleitungssitzung, in welcher die laufenden Geschäfte vorgestellt, diskutiert und entschieden werden, eingesetzt.

Mit dem Einführen der Funktion einer Klinikmanagerin wurden die wirtschaftlichen Aspekte in der Klinikführung stärker gewichtet. Im Jahr 2004 wurden zum ersten Mal neben dem Aufwand auch die Erträge der Klinik budgetiert. Budgetierung und Controlling gewinnen im Zusammenhang mit der schlechten wirtschaftlichen Lage in der Schweiz und dem damit zusammenhängenden Spardruck an Bedeutung. Im Bereich der Klinikorganisation wurden im Jahr 2004 die Vorbereitungen für die Einführung der stationären Leistungserfassung nach TARMED und der Optimierung der ambulanten Patientenaufnahme nach dem Einschaltermodell-Konzept getroffen. Die stationäre Leistungserfassung wurde am 1.1.2005 eingeführt, das Controlling der erfassten Leistungen muss noch verstärkt werden. Die Änderungen im Patientenaufnahmeprozess folgen im Frühling 2005: Damit streben wir die Verkürzung und Vereinfachung der administrativen Abläufe für unsere Patienten/Patientinnen und Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen an.

Internationale Aktivitäten ESTRO
Dr. Jacques B. Davis
Leitender Physiker

Im Bereich der Radio-Onkologie ist die ESTRO (European Society for Therapeutic Radiology and Oncology) die wichtigste Organisation Europas. Ziele dieser Organisation sind die Aus- und Weiterbildung der verschiedenen Berufskategorien, die Definition und Realisation von Standards in der Therapie und in der Qualitätssicherung, Verbesserung dieser Standards sowie die Förderung der internationalen Zusammenarbeit. Bei den diesjährigen Wahlen für das «Board of Directors» wurde der Leitende Physiker Dr. J. B. Davis gewählt.

Mit dieser Wahl wurde das langjährige Engagement von Dr. Davis auf höchster, europäischer Ebene gewürdigt und anerkannt. Dr. Davis hat sich in der Vergangenheit nachhaltig für Qualität und Qualitätssicherung sowohl bei der Durchführung von verschiedenen Studien in der Schweiz (SAKK) und der EORTC (European Organisation for Research and Treatment of Cancer) als auch bei den verwendeten technischen Geräten eingesetzt. Ein wichtiges Anliegen war ihm dabei die Qualitätssicherung von neuen Technologien wie Stereotaxie oder IMRT (Intensitäts-Modulierte-Radiotherapie) damit diese Technologien sicher an Patienten angewendet werden können mit  einer klaren Definition in internationalen wissenschaftlichen Studien, damit diese auch klare Resultate hervorbringen.

Mit einem Mitglied in dieser wichtigen europäischen Organisation ist es dem USZ möglich direkt auf die zukünftige Entwicklung Einfluss zu nehmen und bei der Lenkung mitwirken zu können.

Pflegedienst

Pflege Station NORD2 E 1 (GW) /NUK B (BN)
Kuno Betschart
Leiter Pflege

Das Berichtsjahr war erneut geprägt von grossen organisatorischen und personellen Veränderungen:

Die Bettenstation WEST G musste wegen der sanften Sanierung provisorisch und mit grossem Aufwand in den Nordtrakt 2 gezügelt werden. Das ganze Team und die Abteilungsleitungen, Frau Bührer und Frau Wolff,  meisterten diese Aufgabe mit Bravour - auch an dieser Stellen nochmals herzlichen Dank an alle!
Auch die Bettenstation NUK B war baulichen Engpässen ausgesetzt: Im Herbst wurden in den Strahlenschutzzimmern Schleusen eingebaut um diese Räume in ausserordentlichen Lagen als Isolierzimmer betreiben zu können. Dass der Betrieb und die Pflege unserer Patientinnen und Patienten trotzdem reibungslos funktionierten, zeugt auch hier von grossem Einsatz.

Im personellen Bereich ging im Jahre 2004 eine Ära zu Ende: Frau Anne Vonesch, langjährige und verdiente Leiterin Pflege, wurde pensioniert. Ich konnte von Frau Vonesch eine sehr gut geführte Klinik übernehmen und danke ihr für ihr grossartiges Engagement!

Die Pflegenden beider Abteilungen waren auch in diesem Jahr wieder stark gefordert durch die Auswirkungen der Umstrukturierung im Bereich medizinische Onkologie.

Ich bin sehr froh, dass wir für die beiden Kliniken jetzt eine gemeinsame Disponentin, Frau Beatrice Vollrath, sowie eine gemeinsame Pflegeexpertin, Frau Beatrix Kissling, rekrutieren konnten. Sie werden bestimmt ihr Bestes zur Verbesserung der Organisation und der Pflegequalität leisten.

Herr Traugott Prister, Abteilungleiter i. Kollektiv, NUK B, entschloss sich Mitte des Jahres, seine Führungsfunktion aufgrund einer beruflichen Neuorientierung abzugeben.

Aufgrund der Rahmenvorgaben der Pflegedirektion wurde die Kollektivleitung in eine Einerleitung umgewandelt. Diese wird durch Frau Claudia Müller übernommen.

Pflege Poliklinik
Eveline Barata Salgueiro
Abteilungsleitung Pflege Poliklinik

Das vergangene Jahr war für uns ein sehr motivierendes Jahr,  weil die «Früchte» der technisch und organisatorisch aufwändigen  Intensitäts-Modulierten Radiotherapie (IMRT) bei unseren  ambulanten Patienten für uns sichtbar wurden. Obwohl Patienten mit Tumoren im HNO-Bereich sich mit der kombinierten Radio-Chemotherapie einer hochwirksamen Behandlung unterziehen,  stellen wir einen deutlichen Rückgang der Haut-  und Mundschleimhaut-Reaktionen  fest.  Die dadurch verminderten Schmerzen waren besser therapierbar. Auch über die bei konventioneller Therapie auftretende und sehr belastende Mundtrockenheit wurde von Seiten der Patienten viel weniger geklagt. Den meisten war es mit Unterstützung durch die Ernährungsberatung möglich,  sich bis zum Therapieende  ohne kritischen Gewichtsverlust auf herkömmliche Art und Weise zu ernähren. Wir haben beinahe unseren Augen nicht getraut, als wir vor kurzem einen unserer Patienten kurz vor Therapieabschluss herzhaft in ein Sandwich beissen  sahen und in seinem  Lunchpaket Pommes Chips entdeckten, die er ebenfalls scheinbar problemlos genoss. IMRT hat offensichtlich unseren Patienten durch die Verminderung der Akutnebenwirkungen  während der Therapie eine wesentliche Verbesserung der Lebensqualität  gebracht.

Kompetenzzentrum Palliative Care
Esther Baumann
Psychologin  Radio-Onkologie

Im Berichtsjahr wurden 50 Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen nach den Grundsätzen des Kompetenzzentrums Palliative Care behandelt. Es handelte sich um 22 Männer und 28 Frauen. An der wöchentlich stattfindenden interdisziplinären Visite versuchen Fachpersonen aus Radioonkologie, Med. Onkologie, Pflege, Sozialarbeit, Physiotherapie, Anästhesie, Psychologie und Psychiatrie ein ganzheitliches Bild der medizinischen und psychosozialen Situation des Patienten zu erfassen und ein Behandlungskonzept festzulegen.

Aufnahmekriterien für das Kompetenzzentrum Palliative Care sind eine komplexe Symptomkontrolle, eine schwierige psychosoziale Situation oder die Begleitung beim Sterben, sofern die Patientin/der Patient schon früher im Kompetenzzentrum Palliative Care hospitalisiert war.

Die Aufenthaltsdauer war sehr variabel; sie betrug zwischen 2 und 234 Tage. Im Berichtsjahr konnten 21 Patienten wieder nach Hause entlassen werden, 8 traten in’s Lighthouse über und 3 in ein Pflegeheim. 6 Personen traten anschliessend an den Spitalaufenthalt einen Rehabilitations- oder Kuraufenthalt an und 12 Patienten verstarben auf der Station.

Statistik

Geschlecht
Männer

22

Frauen

28

Alter

30 - 90 Jahre

Austritte

21

Nach Hause

3

Lighthouse

8

verstorben

12

Reha/Kur

6

Aufenthaltsdauer in Tagen

2 - 234

Personelles
Prof. Dr. med. U.M. Lütolf
Klinikdirektor

 
PD Dr. Stephan Bodis wurde zum Chefarzt des Institutes für Radio-Onkologie am Kantonsspital Aarau gewählt. Einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Physik und dem MTRA- und Sekretariatsbereich sind mit Dr. Bodis in Aarau daran, den Aufbau, der für das Jahr 2005 geplant ist, voranzubringen.

Die langjährige Pflegedienstleiterin der Klinik für Radio-Onkologie, Anne Vonesch, ist im Berichtsjahr in den Ruhestand getreten. Ihre ausgewogene, vermittelnde Art, ihre Identifikation mit der Klinik für Radio-Onkologie und ihr grosser persönlicher Einsatz seien hier verdankt.

Im Bereich der MTRA konnten die Positionen, auch Dank der Personenfreizügigkeit im europäischen Raum, ohne grosse Probleme besetzt werden. Die spezialisierte Ausbildung in Radio-Onkologie in Ländern wie Holland stellt eine grosse Chance für uns dar, da in der Schweiz in absehbarer Zeit kein losgelöster Lehrgang für Radiologie-MTRA eingeführt werden wird.

Die Klinik kann auf eine längere Zeit grosser personeller Konstanz zurückblicken. Dem Kader und den Mitarbeitern gebührt für den grossen Einsatz und die erheblichen Mehrleistungen Dank.

Publikationen
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Eckdaten
2004

Diff. zu 2003 in %

Zuweisungen zur Strahlentherapie

1’691

+ 10%

Poliklinikkonsultationen

10’717

+ 23%

Therapiesitzungen

29’336

 + 10 %

Bettenstation Eintritte Radio-Onkologie

 322

- 7%*

* Bettenengpass bei gemeinsamer Nutzung mit Med. Onkologie

 

Prof. Dr. med.
Christoph Glanzmann Leitender Arzt
PD. Dr. med.
Pia Huguenin
Leitende Ärztin
Poliklinik und Palliative Care
Krystyna Siewczyk Klinik Managerin
Dr. Jacques B. Davis
Chef-Physiker
PD Dr. med.
Martin Pruschy
Leiter Forschungslabor
PD Dr. med.
Ilja Ciernik
Oberarzt
Eveline Barata-Salgueiro Leitung Pflege Poliklinik Esther Baumann
Psychologin Radioonkologie/Onkologie
Kuno Betschart Leitung Pflege

 

Pomcany's Zürich © UniversitätsSpital Zürich