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Klinik und Poliklinik für Onkologie
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Prof. Dr. med. Alexander Knuth Klinikdirektor | Die Klinik und Poliklinik für Onkologie hat sich im Jahr 2004 unter der Direktion von Prof. Alexander Knuth als eigenständige Einheit etabliert. Der Klinikbereich setzt sich zusammen aus bettenführenden Stationen, der Sterilpflege-einheit/Transplantationsstation für Knochenmark und Stammzellen, der Poliklinik (Ambulatorium) und einer gemeinsam mit der Klinik für Radioonkologie geführten Palliativstation. Somit kann eine umfassende Betreuung der Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen gewährleistet werden. Diese Betreuung wird ergänzt durch eine enge Zusammenarbeit mit anderen Fachkliniken und Fachdisziplinen des Universitätsspitals im Sinne eines Comprehensive Cancer Centers (CCC).
Um dem Aspekt der klinischen Forschung Rechnung zu tragen, sollen neue Therapieverfahren im Rahmen internationaler oder nationaler klinischer Forschungsvorhaben vorgestellt und verfügbar gemacht werden, u.a. auch als Beitrag zur Qualitätssicherung.
Ein weiteres Ziel ist ein umfassendes Versorgungsangebot aus allen mit Onkologie befassten Fachdisziplinen inkl. Palliativmedizin, Schmerzklinik, psychoonkologische Betreuung und psycho-soziale Betreuungsangebote. Über das USZ hinaus soll der gesamten Region Zürich und dem Umland ein umfassendes Informations-, Diagnostik- und Therapieangebot zu onkologischen Fragestellungen und Ver-sorgungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden.
Das Team der Klinik und Poliklinik für Onkologie Das Team unter der Leitung von Prof. Alexander Knuth setzt sich zusammen aus zwei Leitenden Ärzten, PD Dr. Dirk Jäger und Prof. Rolf Stahel, vier Oberärzten und 13. Assistenzärzten. Die Zusammensetzung des Teams garantiert sowohl eine breite Erfahrung mit onkologischen und internistischen Erkrankungen, als auch vertieftes Spezialwissen im Sinne der Spitzenmedizin im Bereich der Onkologie.
Die Klinikleitung hat die bisherigen klinischen und wissenschaftlichen Schwer-punkte der Onkologie am USZ ausgebaut und thematisch ergänzt mit einem Schwerpunkt in der Entwicklung neuer Therapieverfahren und der Erweiterung und Koordination interdisziplinärer Interaktionen. Mit der Einrichtung eines Comprehensive Cancer Centers (CCC) wird ein fachübergreifendes interdis-ziplinäres Forum geschaffen als Beitrag zu einer optimalen Versorgung krebskranker Patientinnen und Patienten am USZ und im Grossraum Zürich. Der Aspekt der Krankenversorgung verknüpft mit klinischer Forschung nach international akzeptierten Qualitätsstandards wird im Mittelpunkt des CCC stehen.
Die Einrichtung einer eigenständigen Klinik und Poliklinik für Onkologie ermöglicht die breite Aus- und Weiterbildung für Assistenzärztinnen und -ärzte in der Onkologie und erlaubt ein hervorragendes Lehrangebot für die Studierenden der Medizin am Krankenbett. Durch Zusammenführen der klinischen Ressourcen ist ein klinischer Forschungsschwerpunkt entstanden, in dem die Brücke zwischen Ergebnissen der Grundlagenforschung aus der Onkologie und aus kollaborierenden theoretischen Institutionen hergestellt wird, damit neue Erkenntnisse frühzeitig für die klinische Anwendung verfügbar gemacht werden können.
Klinik
Die Klinik wird als Ausbauziel ca. 50 Betten umfassen, eingeschlossen die Sterilpflegeeinheit/Transplantationsstation des USZ mit 8 Betten. Dort werden Knochenmark- und Stammzelltransplantationen bei hämatologischen und lymphatischen Neoplasien und bei Krebserkrankungen anderer Organsysteme durchgeführt. Ein hochmotiviertes Pflegeteam unter der Leitung von Kuno Betschart engagiert sich speziell für den Ausbau des stationären Bereiches der Klinik. Im Berichtsjahr wurden 1130 stationäre Eintritte verzeichnet.
Ambulatorium und Tagesklinik Ein Schwerpunkt der Patientenbetreuung ist weiterhin das Ambulatorium der Klinik mit 10 tagesklinischen Versorgungsplätzen. Das Pflegeteam hat im Verbund mit dem ärztlichen Team der Onkologie in den vergangenen Jahren Standards erarbeitet, die international Beachtung finden. Im Berichtsjahr erfolgten 13985 ärztliche Konsultationen, 5182 Chemotherapien, 1120 Transfusionen, sowie schmerztherapeutische Interventionen. Insgesamt wurden 2078 Patientinnen und Patienten in die Betreuung aufgenommen. Vom Angebot einer psychologischen Beratung, welche mit der Unterstützung der Krebsliga Zürich ermöglicht wird, machten 46 betroffene Einzelpersonen, drei Paare und fünf Angehörige Gebrauch.
Interdisziplinäre Krebsbehandlung Die Onkologie leitet die Behandlung akuter und chronischer Leukämien in Zusammenarbeit mit den diagnostischen Fächern: Radiologie, Nuklearmedizin und der Gastroenterologie, der Abteilung für Hämatologie und den medizinischen Kliniken des Departementes Innere Medizin. Die Onkologie ist entscheidend beteiligt an verschiedenen Tumorboards in Zusammenarbeit mit der Radio-onkologie, der Gynäkologie, der Hals-, Nasen-, Ohren- Klinik, der Kiefer-chirurgie, der Neurochirurgie, der Urologie, der Thoraxchirurgie und der Viszeral- und Transplantationschirurgie des USZ.
Seit Juli 2004 wird im Sinne eines umfassenden Behandlungsangebots für die stationären Patienten und ihre Angehörigen eine psychoonkologische Betreuung unter der fachlichen Leitung des Konsiliar- und Liaisondienstes der Psychiatrischen Poliklinik angeboten.
Transplantationsprogramm Über ein Viertel aller Stammzelltransplantationen in der Schweiz werden am USZ unter der Leitung der Klinik und Poliklinik für Onkologie durchgeführt. Dieses geschieht in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung für Hämatologie des USZ, den umliegenden Stadtspitälern, speziell dem Stadtspital Triemli und anderen Spezialisten der Fachgebiete Hämatologie und Onkologie im Grossraum Zürich. Im Berichtsjahr erfolgten 58 Hochdosistherapien mit autologer Stammzelltransplan-tation. Auf der Sterilpflegestation/Transplantationsstation der Klinik und Poliklinik für Onkologie sind im Berichtszeitraum insgesamt 23 allogene Knochenmark- und Stammzelltransplantationen durchgeführt worden. Die Gesamtzahl der hier transplantierten Patienten betrug im Jahr 2004 80.
Genetische Beratung Im Verbund mit dem Institut für Medizinische Genetik der Universität Zürich, Leiter Prof. Schinzel, führt die Klinik und Poliklinik für Onkologie eine regelmässige Beratung für Patienten und Angehörige mit Verdacht auf ein genetisch bedingtes Krebsrisiko durch. Im Berichtsjahr erfolgten 14 Erstkonsultationen. Eine in regel-mässigen Abständen stattfindende interdisziplinäre Expertenkonferenz begleitet die Beratungstätigkeit der Klinik und Poliklinik für Onkologie. Dieses Programm wird u.a. unterstützt durch die Krebsliga Zürich.
Palliativmedizin und Schmerztherapie Im engen Verbund mit der Klinik und Poliklinik für Radioonkologie wird eine interdisziplinäre Palliativstation für Krebspatientinnen und Patienten betrieben. In einem interdisziplinären Team unter Beteiligung von Psychiatern, Psycho-onkologen, Schmerztherapeuten, Psychologen, Spezialpflegekräften und Sozialdiensten sowie Vertretern der Konfessionen am USZ, finden wöchentlich Konsultationen zu einzelnen Patientinnen und Patienten statt. Ferner wird eine Reihe übergeordneter Aus- und Weiterbildungsthemen diskutiert und als Unterrichtsveranstaltung angeboten. Ein Ausbildungsschwerpunkt für die beteiligten Berufsgruppen sowie für die Studentinnen und Studenten ist vorgesehen und wird in der Lehre vertreten. Ein klinischer Forschungsschwerpunkt zur Psychoonkologie ist in Zusammenarbeit mit der Psychiatrischen Poliklinik auf den Weg gebracht worden.
Forschung
Klinische Forschungstätigkeit Die an der Klinik und Poliklinik für Onkologie etablierte intensive klinische Studientätigkeit ermöglicht den Patientinnen und Patienten den Zugang zu neuen Behandlungsmöglichkeiten im Rahmen nationaler und internationaler kontrollierter Studien. Diese klinische Studientätigkeit ist ein wesentlicher Gesichtspunkt der Qualitätssicherung in der Krebsbehandlung.
Im Berichtsjahr 2004 haben 121 Patienten an klinischen Studien teilgenommen, die ein breites Spektrum maligner Erkrankungen abdecken, speziell die Leukämien und die malignen Lymphome sowie Krebserkrankungen der verschiedenen Organsysteme wie des zentralen Nervensystems, des Kopf-Halsbereiches, der Lunge, der Pleura, des Magen-Darmtraktes, der Knochen und der Weichteile. Ein besonderer klinischer Forschungsschwerpunkt sind die malignen Tumoren der Brustdrüse und der weiblichen und männlichen Geschlechtsorgane. Die ableitenden Harnwege und die dort entstehenden malignen Erkrankungen sind ebenfalls ein etablierter klinischer Forschungsschwerpunkt.
Ein wichtiger Teil der in der Klinik und Poliklinik für Onkologie durchgeführten Studien erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Arbeitsgemein-schaft für klinische Krebsforschung SAKK und mit zahlreichen ausländischen klinischen Forschungsverbünden sowie zum Teil auch der forschenden pharmazeutischen Industrie. Ein leistungsfähiges Studiensekretariat unterstützt das Monitoring und die Studiendurchführung nach GCP-Kriterien. Die Integration dieser Aktivitäten in das Zentrum für Klinische Forschung wurde im Laufe des Jahres 2004 umgesetzt.
Mit der Berufung von Prof. Alexander Knuth zum Direktor der Klinik und Poliklinik für Onkologie, wurde ein Clinical Trials Center des Ludwig Institut for Cancer Research (LICR) an der Klinik etabliert. Die klinischen Forschungsvorhaben des Clinical Trial Centers des LICR werden im Rahmen der internationalen Cancer Vaccine Collaborative (CVC) und der Cancer Antigen Discovery Collaborative (CADC) mit Förderung des LICR und des Cancer Research Institut (CRI) / New York durchgeführt.
Experimentelle Forschung Das Schwergewicht der Forschungslabors der Klinik und Poliklinik für Onkologie liegt in der Erarbeitung von Grundlagen für neue Behandlungskonzepte für eine gezielte Tumortherapie. Die beiden Forschungslabors im C NORD 1 und im Häldeliweg ergänzen sich thematisch. Im Labor C NORD 1 liegt der thematische Schwerpunkt im Bereich der Tumorimmunologie. Das Labor unter der Leitung von Prof. Alexander Knuth und PD Dr. Dirk Jäger erfährt eine wesentliche Unterstützung durch das Ludwig Institut for Cancer Research/New York und den SNF, und zahreiche gemeinnützige Stiftungen. Ferner konnten zahlreiche weitere Drittmittel von ausländischen Fördereinrichtungen eingeworben werden. Herr Dr. A. Zippelius ist Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Emmy Noether Programmes. Das Labor für molekulare Onkologie am Häldeliweg wird geleitet von Prof. Rolf Stahel und Mitarbeitern und erfährt eine wesentliche Unterstützung durch eine gemeinnützige Stiftung in Zürich. Immuntoxine zur gezielten Tumortherapie und Antisense-Oligonukleotide zur Beeinflussung der Empfindlichkeit von Tumorzellen gegenüber Zytostatika sind wesentliche Forschungsschwerpunkte. Die Forschungsarbeiten in diesem Bereich werden ebenfalls durch zahlreiche nationale und internationale Fördereinrichtungen unterstützt.
Pflege Kuno Betschart, Leiter Pflege
Im Berichtsjahr ging der weitere Ausbau der Klinik voran Ab dem 1. Januar wurde das Pflegeteam der Sterilpflegestation OST IV E dem Leiter Pflege Onkologie zugeordnet. Claudia Köfer nimmt als stv. Leiterin Pflege die Führungsverantwortung gemeinsam mit dem Abteilungsleiter Pflege, Erik Aerts, weiterhin wahr und sorgt für Kontinuität.
Besonders erfreulich war, dass das erste Audit für die Akkreditierung der Station durch ein externes Spezialistenteam nach einem sehr arbeitsintensiven Einsatz aller Beteiligten mit guten Resultaten abgeschlossen werden konnte.
In der Poliklinik für Onkologie waren die Veränderungen für das Pflegeteam am Grössten: Neue Behandlungskonzepte, die engere Zusammenarbeit mit den «eigenen Abteilungen» der Klinik sowie ein steigendes Patientenaufkommen mussten bewältigt werden.
Die Bettenstation WEST G musste nebst einer konstant hohen Auslastung und grosser Pflegeintensität auch noch mit einer Dislokation in den NORD 2 auf sich nehmen. Die Station WEST G wird für ca. ein halbes Jahr sanft saniert - eine notwendige Investition, die von der Abteilungsleitung, Pflege, der Ärzteschaft und dem gesamten Team grosse Einsatzbereitschaft verlangt hat.
Umso erfreulicher, dass sich gegen Ende des Berichtsjahres Beatrix Kissling als Pflegeexpertin bereit fand, die Pflegeteams der Kliniken für Onkologie und Radio-Onkologie, mit praxisorientiertem Wissen fortan aktiv zu unterstützen.
Die zunehmenden administrativen Ansprüche im Zusammenhang mit der Betten-disposition konnten durch die Rekrutierung einer eigenen Disponentin für die beiden Kliniken Radio-Onkologie und Onkologie, Beatrice Vollrath, abgedeckt werden.
Mitte 2004 wurden auch das Pflegekader und die Abteilungen der Klinik für Radio-Onkologie neu in den Führungsbereich aufgenommen. An einer ersten gemein-samen Retraite des Kaders wurde ein Grundstein für die weitere Zusammenarbeit gelegt.
Gemeinsam sind wir auch im nächsten Jahr gefordert, den hohen Ansprüchen unserer Patientinnen und Patienten gerecht zu werden. In diesem Kontext waren sowohl der Klinikdirektor als auch der Leiter Pflege in den Gremien zur DIM-Reorganisation vertreten und konnten die Anliegen der Klinik für Onkologie einbringen.
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Eckdaten | |
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Medizinisches Angebot
Diagnostik und Therapie bösartiger Erkrankungen aller Organsysteme. Knochenmark- und Stammzelltransplantation bei Leukämien, Lymphomen und soliden Tumoren. Experimentelle Therapieverfahren im Rahmen klinischer Studien, speziell Immuntherapie mit Antikörpern, Tumorvakzinen und somatischer Gentherapie. Ambulante, teilstationäre und stationäre Behandlungsmöglichkeiten. Palliativmedizin, Psychoonkologie und genetische Beratung. |
Forschungsschwerpunkte
Immunologische und molekulare Diagnostik maligner Erkrankungen. Molekularbiologie, Immunpathogenese und Immuntherapie maligner Erkrankungen, speziell Bronchuskarzinome, Mesotheliome sowie Melanome in Kooperation mit der dermatologischen Klinik des USZ. Therapieprotokolle der Phasen I-III für ein breites Spektrum maligner Erkrankungen werden in der Klinik und Poliklinik für Onkologie bearbeitet. Experimentelle und speziell Immuntherapieprotokolle (für Prostatakrebs, Nierenzellkrebs, Speiseröhren-Magen-Darmkrebs, Hautkrebs und gynäkologische Tumoren inkl. Mammakarzinom und Sarkome, ORL-Tumoren, Harnleiter- und Blasentumoren, Leukämien und Lymphomen) | |
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PD Dr. med. Dirk Jäger Leitender Arzt |
Prof. Dr. med. Rolf A. Stahel Leitender Arzt |
PD Dr. med. Andreas Himmelmann Oberarzt |
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Dr. med. Silvia Hofer Oberärztin |
Dr. med. Emanuel Jacky Oberarzt |
PD Dr. med. Bernhard Pestalozzi Oberarzt |
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Dr. med. Christian Taverna Oberarzt |
Kuno Betschart Leiter Pflege |
Krystyna Siewczyk Klinikmanagerin |
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Sybille Müller Direktionsassistentin |
Nelly Plisch Sekretariat Poliklinik |
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