Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin
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Prof. Dr. med. Beat A. Michel Klinikdirektor |
Die Reformen im Medizinstudium verleihen der Rheumatologie und der Physikalischen Medizin einen höheren Stellenwert. Dies verlangt nach mehr Ressourcen, bringt aber andererseits eine deutlich verbesserte Ausbildung der Medizinstudenten.
Die Forschungstätigkeit gewann auch im letzten Jahr zunehmend an internationaler Bedeutung. Dies ruft nach einem zunehmenden Engagement unserer Forschung mit zahlreichen Einladungen im Ausland. Erfreulicherweise konnte der Anteil der Kliniker, welche selbst hoch qualitative Forschung betreiben, gesteigert werden.
In der Dienstleistung wurden die Schwerpunkte gestärkt, ein klares Bedürfnis unserer Zuweiser. Die rasanten Entwicklungen in unserem Fachbereich führen zwangsläufig zu einer zunehmenden Spezialisierung. Trotz eingeengten Ressourcen (Räume, Arbeitsverträge, Sparprogramme) konnten wir diese Entwicklung wegweisend weiterführen.
Klinische Tätigkeit
Klinik und Pflege
Im Bereich der minimal-invasiven Schmerztherapie wurde die Radiofrequenzbehandlung in Zusammenarbeit mit der Anästhesie eingeführt. Diese neuromodulierende Technik beinhaltet, dass Nervensignale nicht unterbrochen, sondern auf ihrem Weg zum und im Zentralnervensystem verändert werden, was die Schmerzperzeption günstig beeinflusst. Zur Anwendung kommt diese Behandlungsmethode bei Wirbelgelenkarthrosen aber auch bei peripheren nozizeptiven Schmerzen. Die Therapie kann ambulant durchgeführt werden, weist eine geringe Komplikationsrate auf und kann bei nachlassender Wirkung wiederholt werden. Bei Patienten mit chronischen Schmerzen bereichert diese Methode den Therapieplan und entspricht einem Bedürfnis der Patienten und der Zuweiser.
Der inhaltliche Schwerpunkt der Pflege-Entwicklung 2004 war die Fortsetzung der fachlichen Diskussionen und Reflexionen im Zusammenhang mit der Betreuung von Patienten mit chronischen Schmerzen.
In «Fallbesprechungen» komplexer Pflege-Situationen wurden jeweils das Erscheinungsbild (Pflege-Diagnostik), die pflegerisch-therapeutische Zielsetzung und die jeweiligen Prioritäten der Pflege-Interventionen besprochen. Ziel dieser fachlichen Auseinandersetzung war einerseits die Differenzierung der pflegerischen Beurteilung und andererseits die Konkretisierung des pflegerischen Auftrags im Zusammenhang mit der Betreuung dieser Patientengruppe.
Ein weiterer Aspekt war die Vorbereitung der Einführung der Pflege-Übergabe im Patientenzimmer.
Klinische Tätigkeit Therapie
Am 1.5.2004 wurden die PhysiotherapeutInnen und ErgotherapeutInnen in gemischte Teams zusammengeführt. Ziele waren eine optimale Versorgung der Kliniken mit therapeutischen Dienstleistungen und ein flexibleres und schnelleres Reagieren auf einen wechselnden Bedarf. Eine Evaluation nach einem halben Jahr hat gezeigt, dass die Zusammenarbeit effizienter geworden ist und die Zielsetzung erreicht wurde.
Wir blicken auch in diesem Jahr wieder auf eine intensive Zusammenarbeit mit verschiedenen Kliniken in der spezialisierten und hochspezialisierten Versorgung der Patienten und Patientinnen zurück. Dies betrifft die Fachgebiete Intensivmedizin, Brandverletzungen, Schwindel, Beckenbodenrehabilitation, Ödembehandlungen, Fazio-orale Trakt-Therapie, Transplantiertenmedizin, Sterilpflege, Kopfschmerz, komplexe neurologische Therapie, Tumorerkrankungen und Palliative Care, Neonatologie, akute Halswirbelsäulentraumata, Handchirurgie, um nur einige Beispiele zu nennen.
Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Ludwig Maximilian Universität in München im Bereich der Entwicklung und Validierung von ICF* Core Sets wurden mehr als 100 Patientinnen und Patienten im Rahmen eines strukturierten Interviews nach ICF befragt. Damit haben wir in der klinischen Anwendung der ICF einen weiteren Schritt vorwärts gemacht.
*ICF = International classification of functioning, disability and health (der Weltgesundheitsorganisation WHO).
Lehre
Die Reform des Medizinstudiums bringt einen höheren Stellenwert für Rheumatologie und Physikalische Medizin/Rehabilitation. Aufgrund der absoluten Häufigkeit der entsprechenden Erkrankungen ist diese Entwicklung notwendig. Andererseits müssen mehr Ressourcen für die Lehre zur Verfügung gestellt werden.
Besonders intensiv ist die Ausbildung der jungen Studenten in der klinischen Untersuchungstechnik des Bewegungsapparates, an welcher zahlreiche Mitarbeiter als Tutoren mitwirken.
Die Physiotherapiewissenschaften stiessen, wie eigentlich erwartet, sowohl bei Teilnehmern wie auch Dozenten auf ein sehr erfreuliches Urteil.
Medizinstudenten
Der klinische Untersuchungskurs des Bewegungsapparates im ersten Studienjahr, welcher die theoretischen anatomischen Kenntnisse durch die Untersuchung am menschlichen Körper vertieft, ist sowohl bei den Studenten als auch Dozenten auf ein positives Echo gestossen. Dabei hat sich auch das elektronische, interaktive Lernprogramm «Klinische Untersuchungstechnik des Bewegungsapparates» mit den Modulen der Anatomie bewährt. Durch die Ergänzung häufiger Krankheitsbilder des Bewegungsapparates wird das Lernprogramm vervollständigt.
Physiotherapie Wissenschaften (PTW)
Pilotkurs 2002 und Kurs 2003
Der Pilotkurs hat im September 2004, nach rund zwei Jahren, das letzte Modul von insgesamt 23 (total 110 Kurstagen) absolviert. Vereinzelte Module des Pilotkurses, die nicht auf speziellen Vorkenntnissen aufbauten, wurden für den Einzelmodulbesuch ausgeschrieben.
Der Kurs 2003 hat Ende 2004 gut die Hälfte der Module besucht und die Studierenden haben bereits mit der Erstellung der Projektskizze zu ihrem gewählten Projektthema begonnen. Die im Vergleich zum Pilotkurs ausgebauten Methodologie-Module Biostatistik und Epidemiologie Grundlagen und die Straffung der Fachmodule Funktionelle Anatomie, Biomechanik und Zytologie/Histologie/Immunologie bewährten sich.
Erfreulicherweise haben alle Modulleiter- und leiterinnen und Dozierenden auch beim Kurs 2003 wieder mitgemacht oder ihre Teilnahme zugesagt. Die Erfahrungen aus dem Pilotkurs können dabei nutzbringend umgesetzt werden.
Lehrkörper
Im Vorfeld erhalten die zukünftigen Dozierenden die Grob- und Feinziele, die Inhalte werden gegebenenfalls mit der Programmleitung abgesprochen. Dozierende, die bereits am Pilotkurs unterrichteten, nahmen aufgrund dieser Erfahrungen inhaltliche Anpassungen vor.
Positionierung des PTW-Programms innerhalb der Universität Zürich
Die Medizinische Fakultät der Universität Zürich entschied im Januar 2004, das PTW-Programm als Angebot unter ihrem Namen zu führen. Dieser Entscheid freute alle Beteiligten sehr und ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg, das PTW-Programm als universitäres Angebot zu etablieren.
Forschung
Klinische Forschung
Dieses Jahr ist die klinische Forschung in der Rheumaklinik und dem Institut für Physikalische Medizin sehr aktiv gewesen. Es werden regelmässige Forschungsprojekte durchgeführt, grosszügig unterstützt durch europäische Forschungsgelder, verschiedene Schweizer Stiftungen und den Schweizer Nationalfonds mit zwei angenommenen neuen Projekten (PD Dr. Anne Mannion, Ph.D. und PD. Dr. med. Haiko Sprott, OA et al. und Dr. med. Andreas Klipstein, OA et al.). Diese Unterstützung ermöglichte die weitere Entwicklung und die Durchführung von verschiedenen Forschungsprojekten im Rahmen der klinischen Rheumatologie, der Physikalischen Medizin und Rehabilitation und der Pharmazeutischen Medizin. Die klinischen Forscher rekrutieren sich bei den ÄrztInnen, PsychologInnen, NaturwissenschaftlerInnen und PhysiotherapeutInnen unserer Klinik, woraus eine optimale Zusammenarbeit resultiert. Diese spezielle Gruppierung der Forschungskräfte ermöglichte auch 2004 eine erfolgreiche Teilnahme an mehreren hochwertigen nationalen und internationalen Kongressen im Bereich der Rheumatologie, Physikalischen Medizin und Rehabilitation, Schmerz und Osteoporose. Daneben sind noch zahlreiche Publikationen der Klinik in peer-reviewed Journals erschienen, was uns auch eine internationale Anerkennung einbringt.
Zusammenfassend umfassen unsere Forschungsergebnisse des Jahres 2004 sowohl wissenschaftlich abgesicherte, praxisbezogene Erkenntnisse im Rahmen der Physikalischen Medizin und Rehabilitation als auch neue klinische Aspekte der Rheumatologie und Clinical Trials mit neuen Medikamenten für entzündliche rheumatische Erkrankungen, Arthrose und Osteoporose.
Clinical Trials
Allgemeines
Die Durchführung klinischer Studien erfordert zunehmend spezifischeres Wissen und grösseren Aufwand. So werden beispielsweise immer öfter neue Technologien, wie die elektronische Datenerfassung und -übermittlung, eingesetzt. Die Rekrutierung von Patienten in international und multizentrisch durchgeführten Studien erfolgt kompetitiv, so dass der Druck auf die einzelnen Studienzentren wächst, möglichst schnell eine bestimmte Anzahl Patienten in eine Studie einzuschliessen. Gleichzeitig werden die gesetzlichen Vorschriften zur Durchführung von Studien ausgebaut, weshalb Vorbereitungsarbeiten mehr Zeit in Anspruch nehmen.
Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wurde im Jahr 2004 das Team der Abteilung Clinical Trials aufgestockt. Es umfasst nun eine Prüfärztin und zwei Studienkoordinatorinnen.
In insgesamt 12 verschiedenen Studien wurden über 250 Patienten betreut (Total über 700 Konsultationen). Dabei wurden etwa 350 Laboruntersuchungen, 60 EKGs und knapp 100 Knochendichteuntersuchungen durchgeführt sowie bei gut 60 Patienten Röntgenaufnahmen veranlasst. Dazu kamen fast 700 telefonische Konsultationen und 800 Briefe.
Studien im Jahr 2004
Osteoporose
Eine zweijährige multizentrische internationale Studie zur Therapie der Osteoporose mit zwei verschiedenen oralen Therapieschemata eines Bisphosphonats wurde abgeschlossen.
Eine weitere Studie zur Therapie der postmenopausalen Osteoporose mit einem intravenös verabreichten Bisphosphonat über drei Jahre wird an unserer Abteilung seit dem Jahr 2002 durchgeführt. Voraussichtlich wird die Studiendauer auf insgesamt sechs Jahre verlängert werden.
Im Jahr 2004 wurde eine neue internationale multizentrische Osteoporosestudie begonnen. Dabei geht es um eine neue Substanz zur Therapie der postmenopausalen Osteoporose. Die Studie wird voraussichtlich drei Jahre dauern.
Arthrose
Eine im Jahr 2001 begonnene internationale multizentrische Studie zur Evaluation der chondroprotektiven Eigenschaften von Chondroitinsulfat bei Gonarthrose konnte im Jahr 2004 abgeschlossen werden.
Eine randomisierte monozentrische Studie zur Evaluation von Wirksamkeit und Verträglichkeit eines einmalig intraartikulär verabreichten Hyaluronsäurepräparats bei Rhizarthrose im Vergleich zu einer Steroidinjektion wurde im Jahr 2003 begonnen. Die Studie wird im ersten Quartal 2005 abgeschlossen sein.
Eine im Jahr 2003 begonnene internationale multizentrische Vergleichsstudie eines neuen Cox-2-Hemmers mit einem herkömmlichen NSAR konnte abgeschlossen werden.
Eine neue Studie zur Wirksamkeit des gleichen Cox-2-Hemmesr wurde Ende 2004 begonnen.
Eine Studie zur kardiovaskulären Sicherheit eines weiteren Cox-2-Hemmers läuft seit dem Jahr 2002. Die Studie evaluiert die Häufigkeit kardiovaskulärer Ereignisse unter einem herkömmlichen NSAR und dem neuen Cox-2 Hemmer. Die Studie wird beendet sein, wenn eine bestimmte Anzahl dieser Ereignisse aufgetreten ist, was voraussichtlich Ende 2005 der Fall sein wird.
Rheumatoide Arthritis
Im Jahr 2004 konnten wir erstmals an einer internationalen multizentrischen Phase 1 Studie teilnehmen. Bei dieser Studie zur Therapie der rheumatoiden Arthritis wurden neben der Wirksamkeit und Verträglichkeit verschiedener Dosen der Studiensubstanz auch pharmakokinetische Daten erfasst. Die Studie wurde in Zürich in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Klinische Forschung durchgeführt.
Eine offene Behandlungsstudie mit Adalimumab (Humira®) zur Therapie der rheumatoiden Arthritis steht bereits im siebten Jahr. Geplant sind mindestens 10 Behandlungsjahre pro Patient.
Eine in Zusammenarbeit mit der Kardiologie durchgeführte Studie zum Einfluss von Simvastatin auf die Endothelfunktion bei RA-Patienten wurde im Jahr 2004 abgeschlossen.
Eine weitere Studie zusammen mit der Kardiologie, die 2004 begonnen wurde, soll den Einfluss eines ACE-Hemmers auf die Endothelfunktion bei RA-Patienten untersuchen.
Ankylosierende Spondylitis
Eine Studie zur Therapie der ankylosierenden Spondylitis mit einem Biphosphonat, die von der Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin USZ zusammen mit der rheumatologischen Abteilung der Universitätsklinik Balgrist durchgeführt wird, wurde im Jahr 2004 begonnen.
Ausblick 2005
Voraussichtlich werden auch im Jahr 2005 die Anforderungen für die Durchführung von klinischen Studien weiter steigen. Ab Mai 2005 wird deshalb eine zusätzliche Oberärztin für Clinical Trials das Team verstärken. Ziel der Abteilung für Clincial Trials ist es, auch im Jahr 2005 weiterhin qualitativ hochstehende Leistungen zu erbringen und langfristig international konkurrenzfähig zu bleiben.
Highlights und Auftritt an Kongressen
20 Präsentationen der Fellows vom WHO Zentrum erfolgten beim Scientific Meeting des American College of Rheumatology.
Drei Forschungsgrants vom SNF und ein Trainingsgrant der EC wurden in diesem Jahr erhalten.
Das Center of Experimental Rheumatology wurde in die Studentenausbildung des neuen Studiengangs «Humanbiologie» mit dem Modul «Krankheitsbilder der vegetativen Systeme, einschliesslich molekulare Pathologie» integriert.
Fort- und Weiterbildung
Im Berichtszeitraum wurden 3 interdisziplinäre Kolloquien mit national und international hochrangigen Referenten organisiert. Rheumatologische sowie Themen der Physikalischen und Psychosozialen Medizin und Rehabilitation wurden diskutiert. Jeweils im Sommersemester findet ein interdisziplinäres Schmerzkolloquium statt.
Vom Zentrum für Experimentelle Rheumatologie wurden zwei 2-wöchige Trainingskurse (April + September) für Molekularbiologie durchgeführt.
Die wöchentliche Weiterbildung der Assistenzärztinnen und -ärzte wird gegliedert in Themen der Rheumatologie, Klinischen Immunologie, Physikalischen Medizin sowie angrenzender Fachgebiete. In 2-wöchentlichen Abständen findet ein Journal Club und eine FMH-Weiterbildung statt. Die Physikalische Medizin ist zusätzlich mit wöchentlichen Veranstaltungen und Case-Präsentationen insbesondere für das Zielpublikum der PhysiotherapeutInnen, als auch der Assistenzärztinnen und -ärzte der Klinik aktiv. Wöchentliche Fallvorstellungen mit interdisziplinärer Beteiligung und Röntgen-Rapporte ergänzen das Programm.
Nach dem europäischen Rheumakongress (EULAR) wurde für die niedergelassenen Kollegen in Zürich und Umgebung eine Vortragsreihe «EULAR-Highlights» sowie eine interaktive Videokonferenz mit sieben Schweizer Zentren durchgeführt. Die im Jahr 2002 ins Leben gerufenen Zürcher Schmerzgespräche wurden als jährliche Veranstaltungsreihe erfolgreich weitergeführt.
Unter dem Titel «Rheuma Top Zürich» fand am 26./27. August 2004 eine sehr erfolgreiche interaktive Fortbildung statt, in der ein breit gefächertes Fortbildungsprogramm betreffend Diagnostik und Therapie der häufigsten rheumatischen Erkrankungen angeboten wurde.
Öffentlichkeitsarbeit
Rheumaportal
Mitte 2004 wurde das neue Rheumaportal aufgeschaltet. Die Thematik Rheumatologie und Physikalische Medizin wird darin sowohl der Laien- wie der Fachwelt nutzbringend nähergebracht. Das Rheumaportal soll im Jahre 2005 weiter ausgebaut werden. Der Link ist http://www.rheumaportal.ch/.
Personelles
Einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rheumaklinik und des Instituts für Physikalische Medizin haben im vergangenen Jahr eine Ausbildung abgeschlossen oder wurden in namhafte Institutionen und Organisationen aufgenommen. Zudem wurden wieder viele Artikel veröffentlicht und Vorträge gehalten. Wir gratulieren für das Erreichte und danken allen MitarbeiterInnen für das grosse Engagement.
Genauere Informationen finden Sie auf unserer Website (http://www.rheumatologie.usz.ch/) und in den Rheumanachrichten (http://www.rheumaportal.ch/).
Auszeichnungen
Proff. Drs. Renate und Steffen Gay sind vom ISI unter «The most cited scientists in Clinical Medicine» gelistet. Prof. Dr. Steffen Gay wurde zum Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt.
PD Dr. Haiko Sprott wurde mit seiner Arbeit auf dem Gebiet der Fibromyalgie mit dem Schmerzpreis des UPSA Pain Institute of Switzerland ausgezeichnet.
Publikationen
Auch im Jahre 2004 wurden viele Publikationen veröffentlicht. Sie finden eine Aufstellung unserer Publikationen auf unserer Website (http://www.rheumatologie.usz.ch/).
Ausblick
Forschung
Der Drang von jungen Forschern an unsere Klinik, im speziellen in die Abteilung der Experimentellen Rheumatologie, lässt grosse Hoffnungen auch für die Zukunft aufkommen. Die vertieften und vermehrten internationalen, gemeinsamen Forschungsprojekte werden auch künftig einen hohen Stellenwert einnehmen. Die ausgeprägte Internationalität unserer Forschungsabteilung gefällt uns ganz besonders, ergibt sich daraus doch ein breiter und offener Horizont, sowohl was die Forschung im eigentlichen Sinne, wie auch die verschiedenen Kulturen betrifft.
Die Abteilung der Clinical Trials wird in Zukunft noch weiter professionalisiert werden. Einem Ausbau steht das enge Raumangebot limitierend entgegen. Sowohl in Dienstleistung wie auch Forschung setzt uns der begrenzte Raum Grenzen zur weiteren Entfaltung. Dieses Problem werden wir an die Hand nehmen müssen.
Lehre
Im Zuge des reformierten Studiums für Medizin werden wir die Lehre in Rheumatologie und Physikalischer Medizin/Rehabilitation aktiv gestalten. Für die Jahre 2006 sowie 2007 sind grundsätzliche Änderungen angesagt mit vermehrter praktischer Ausbildung. Dank unseren eigenen ausgezeichneten Dozenten sind wir gut dafür gewappnet.
Dienstleistung
Die zunehmende Spezialisierung wird weiter anhalten, insbesondere aber auch die Adaption neuster Erkenntnisse für die Praxis innerhalb der einzelnen Schwerpunkte. Die Spezialisten werden in Zukunft noch mehr als jetzt gefordert sein. Auswirkungen werden nicht nur für Ärzte, sondern insbesondere auch für Pflege und Physiotherapie stimulierende Auswirkungen haben. Gerade auf dem Gebiete der Biologika (biologisch hergestellte Substanzen zur Behandlung chronisch entzündlicher Rheumaerkrankungen) wird eine enge Betreuung der Patienten abverlangt. Dies betrifft einerseits die vermehrten Infusionstherapien, andererseits das erhöhte Potenzial für relevante Nebenwirkungen.
Auf die Leistungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der gesamten Klinik dürfen wir Stolz sein. In diesem Sinne sind wir sehr zuversichtlich für die Zukunft.
Schwerpunkte
Schwerpunkt Arbeit/Ergonomie
Im Dienstleistungsbereich wurden im laufenden Jahr trotz Wechsel in der therapeutischen Leitungscrew und einigen Veränderungen im Team die Vorgaben in Bezug auf die Durchführung von Arbeitsassessments und ambulante Rehabilitationen weitgehend erfüllt und es konnten auch qualitative Anpassungen vorgenommen werden. Der modulare Bericht auf der Basis des ICF (International Classification of Functioning, Disability and Health) wurde verfeinert und bewährte sich sowohl als Instrument für die Rehabilitationsplanung wie auch als Basis für Versicherungsberichte.
Im Forschungsbereich wurde im Rahmen des Forschungsprogramms Nr. 53 des Schweizerischen Nationalfonds ein multizentrisches Pilotprojekt für eine randomisierte kontrollierte Studie mit Vernetzung eines Absenzenmanagement einer Grossfirma und der ambulanten arbeitsbezogenen Rehabiliation gestartet (SNF unterstützt). Im EU Projekt NEW (Neuromuscular Assessment of Elderly Workers) in Zusammenarbeit mit der ETH und der orthopädischen Universitätsklinik und europäischen Zentren wurde die Datenerhebung termingerecht abgeschlossen und aktuell sind hier die Auswertung und das Erstellen von Publikationen im Gang. Höhepunkt stellte die Ausrichtung von «PREMUS2004- 5th international conference on the prevention of work-related musculo-skeletal disorders» zusammen mit der ETH Zürich (Institut für Hygiene und Arbeitsphysiologie) dar, welcher sowohl in qualitativer wie quantitativer Hinsicht ein voller Erfolg war.
An Marketingaufgaben und Engagements fürs USZ sind nebst zahlreichen Referaten für Grundversorger, Versicherer und Betriebe, Lehrveranstaltungen für Studenten der Universität und der ETH Zürich die Workshops für USZ- Betriebsangestellte zum besseren Schutz vor Gesundheitsschädigungen und Unfällen bei der Arbeit und die Mitwirkung in der Kommission Arbeit und Gesundheit und der Arbeitsgruppe Gesundheitsförderung des USZ zu erwähnen.
Auf nationaler Ebene ist Dr. Andreas Klipstein im Vorstand der Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation im Bereich ambulante Rehabilitation, der Arbeitsgruppe Frühbeurteilung der Swiss Insurance Medicine und der Entwicklung 5.IV Revision und Katharina Meyer im tariflichen Bereich der ambulanten Rehabilitation tätig.