Zentrale Informatik
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Felix Heer Leiter Zentrale Informatik | Die Hauptaktivitäten der Informatik des USZ lagen im Jahr 2004 nochmals bei der Umsetzung der Informatikstrategie und den Projekten im Bereich Leistungserfassung und Tarifanpassungen. Zum Ersten gehört die Umstellung des Departements Innere Medizin mit 900 PC von Netware auf Windows 2000 und die weitere Ausbreitung von KISIM. Zum Zweiten gehören die Nacharbeiten bezüglich Einführung von Tarmed im ambulanten Bereich per 1. Januar 2004, die Umstellung im teilstationären Bereich per 1. Juli 2004 und die Vorbereitungen für die Einführung der neuen Taxordnung im stationären Bereich per 1. Januar 2005.
Organisatorische Änderungen in der Zentralen Informatik (ZIN) ergaben sich aufgrund der Umstellung der Leistungserfassung in der Pflege (LEP) von Belegen auf Online-Erfassung; das LEP-Team kehrte per 1. Juli 2004 in die Pflegedirektion zurück. Um der hohen Belastung der SAP-Gruppe zu begegnen und die Bedeutung von SAP für das USZ zu unterstreichen, wurde die SAP-Gruppe direkt dem Leiter ZIN unterstellt und die Gruppenleitung um eine Stelle verstärkt.
Klinikinformationssysteme - Pflegedokumentation mit KISIM auf allen Stationen Prof. Dr. Jürg Blaser
Ein Schwerpunkt lag im Jahr 2004 auf der Weiterverbreitung und Verbesserung des Klinikinformationssystems KISIM, welches inzwischen von insgesamt rund 4000 Usern, davon bis zu 1000 gleichzeitig, genutzt wird. KISIM wurde um zahlreiche Funktionalitäten zur vereinfachten Benutzung ergänzt. Darüber hinaus wurden neue allgemeine und klinikspezifische Formulare und Module entwickelt und in Betrieb genommen. Das KISIM-Layout wurde modernisiert und dank der Implementierung zahlreicher neuer Administrationstools konnten vor allem die Benutzerverwaltung und die System-Administration vereinfacht werden.
Die Pflegefachpersonen erfassen neu alle erbrachten Leistungen mit KISIM-Formularen. Auf allen Abteilungen des USZ wird die elektronische Pflegedokumentation in KISIM genutzt.
Die im Jahr 2003 vorbereitete Leistungserfassung nach TARMED wurde im KISIM per 1. Januar 2004 in Betrieb genommen. Über einen dedizierten Server wird die Auswertung klinischer Daten aus dem KISIM für Wissenschaft, Management und für verschiedene Controlling-Aufgaben ermöglicht.
Wir durften KISIM 2004 mit Vorträgen, Workshops und Demonstrationen im Spital und an Kongressen und Fachtagungen vorstellen. Eine Praktikantin hat bei uns eine Diplomarbeit zum Thema «Einsatz von W-LAN in der Spitalumgebung» geschrieben.
Medizinische Spezialapplikationen - PACS-Start Dr. med. Daniel Voellmy
Die Projektleitung TriPacs musste lange auf den Entscheid warten. Die Vorbereitungen für das Kooperationsprojekt zwischen dem USZ, dem Kantonsspital Winterthur und dem Stadtspital Triemli für ein digitales Bildbewirtschaftungssystem (PACS) reichen bis ins Jahr 1998 zurück. Mit dem PACS soll am USZ der traditionelle Röntgenfilm bis 2006 abgelöst werden. Das im Rahmen der Evaluation beschaffte Vorprojektssystem der Firma Agfa enthält mittlerweile 7 Terabyte Röntgenbilder. Es ist damit bereits vor Beginn des Hauptprojekts eines der grössten PACS in der Schweiz. Im Juni 2004 wurde nun der Objektkredit vom Regierungsrat bewilligt. Die Realisierung unter der Projektträgerschaft der Spitaldirektorin wird nun mit hoher Priorität vorangetrieben.
An den 180 Arbeitsplätzen des Radiologie-Informationssystems ist seit 1994 eine Einzelleistungserfassung in Betrieb, die nun im Rahmen der Tarmed-Einführung erweitert wurde. Im Sommer wurde die Forderung der Radiologie nach einem digitalen Diktiersystem erfüllt. Ergonomie-Vorbehalte der Radiologen und Stabilitätsbedenken verhinderten allerdings bis Jahresende eine vollständige Ablösung der bisherigen Diktiergeräte. Der Spracherkennung, d.h. der automatischen Umwandlung von gesprochener Sprache in Text, wird nach ernüchternden Tests vorerst keine hohe Priorität eingeräumt.

Medizinische Fotografien, Digitalvideo und anderes nichtradiologisches Bildmaterial werden heute in über 50 digitalen Bildersammlungen verwaltet. Gemäss Informatikstrategie müssen diese Sammlungen vereinheitlicht werden. Im Projekt VISUS (Video und Image System am USZ) soll eine entsprechende Software ausgeschrieben werden. Der Projektantrag ist in der Vernehmlassung. Als Sofortmassnahme zur Homogenisierung wurden verschiedene mittelgrosse Bildverwaltungssysteme auf den gleichen technischen und strukturellen Stand gebracht.

Die Spitalleitung stimmte im Juni dem Gesamtprojekt «Corelabor» zu. Damit sollen bis 2006 verschiedene Zentralisierungsschritte, insbesondere die zentrale Probenannahme, realisiert werden. Als erstes müssen im Laborinformationssystem MOLIS die vier Datenbanken der Klinischen Chemie (IKC), der Immunologie, der Hämatologie und der Dermatologie zusammengelegt werden. Ein entsprechendes Projekt ist gestartet. Am IKC wurde mit der Realisierung der eindeutigen Probenidentifikation (PIDE) begonnen. Das Hauptziel von PIDE ist eine Qualitätssteigerung der IKC-Dienstleistungen durch verbesserte Prozesskontrolle. Die Leistungserfassung mit Tarmed wurde in MOLIS und PathoPro erfolgreich eingeführt.

Administrative Applikationen - Menüwahl per Pocket PC Hanspeter Erzinger-Manea
Per 1. Januar 2004 wurde im ambulanten Bereich des USZ der neue medizinische Tarif TARMED eingeführt. Die Umstellung auf die Einzelleistungserfassung (bisher mehrheitlich Abrechnung mittels Pauschalen) und auf den neuen Tarif hat zur Folge, dass die Leistungen am Ort der Leistungserbringung elektronisch erfasst werden müssen. Die Leistungserfassung erfolgt im Klinikinformationssystem KISIM und in medizinischen Spezialapplikationen wie Radiologie-, Pathologiesystem. Mit der neu entwickelten Schnittstelle werden die Leistungen von den erfassenden Systemen über e*gate ins Patientenadministrationssystem SAP IS-H übermittelt, wo die Abrechnung erfolgt.
Für die Gastronomie des USZ haben wir das System GILS (Gastronomie Informatik und Logistik System) eingeführt. Die Mahlzeitenwünsche der Patienten werden nun auf den Krankenstationen mit dem Pocket PC erfasst, über eine Schnittstelle ins GILS eingelesen und dort verarbeitet.
Bleistift, Papier und zwei Telefonhörer sowie eine Magnettafel sind die Hilfsmittel in der Disposition des Patientenbegleitdienstes. Damit disponiert eine Person heute täglich zirka 300 Aufträge. Ein Ausbau ist mit dieser Arbeitsweise nicht mehr möglich. Daher wurde ein modernes, informatikgestütztes Dispositionssystem aufgebaut. Ab Anfang 2005 wird es möglich sein, dass alle internen Kunden im USZ die Patientenbegleitaufträge mit der Software «Logbuch 3.0» direkt an ihrem Arbeitsplatz eingeben können. Die Webauftritte des USZ und vieler Kliniken und Institute werden bereits mit dem Content Management System (CMS) bewirtschaftet. Im Jahr 2004 wurden nun die Vorbereitungen getroffen, dass auch die weit umfangreicheren Intraweb-Auftritte mit dem CMS bearbeitet werden können.
Systemtechnik - bereit für Wireless
Heinz Ursprung
Neue Technologien wie «Bluetooth» und «Wireless» versprechen mehr Freiheit und Komfort für die Benutzer, erhöhen aber auch Risiken und müssen daher systemtechnisch genau geprüft werden. Wir haben 2004 in unserem Spitalnetz (Spinet) die Voraussetzungen für die Einführung von Funknetzen (Wireless LAN) geschaffen. Die spitalweite Realisierung wird aber mehrere Jahre benötigen. Ein anderes Sicherheitsthema ist die Einbindung von medizintechnischen Geräten ins Spinet. Mit dem neuen Projekt Spinet2006 bereiten wir einen nächsten technologischen Schritt für unser Spinet vor.
Hervorragendes Ereignis war 2004 die Einrichtung eines Clusters für das System e*gate, welches den Datenaustausch zwischen den administrativen und klinischen Systemen sicherstellt. Weiter wurden alle Novell-Server auf Windows 2000 umgestellt, die Datensicherung der Windows- und Unix-Systeme zusammengeführt und die Server mit unterbruchsfreier Stromversorgung (USV) weitgehend zentralisiert. Für die elektronische Bildverarbeitung (Tripacs) haben wir das Speichersystem «EVA» installiert, das bis auf 50 Terabytes ausbaubar ist.
Personal Computing
Reto Nussbaum
Für das Personal Computing geht es bei der Umsetzung der Informatikstrategie vor allem um die Übernahme der PC-Parks der Kliniken. Im Jahr 2004 wurden die etwa 100 Arbeitsplätze der Klinik für Nuklearmedizin in die ZIN integriert. Für 2005, das letzte Umsetzungsjahr der Zentralisierung, steht die Einbindung der letzten fünf Organisationseinheiten an.
Alle noch rund 1400 PC mit dem Betriebssystem NT 4.0 wurden auf Windows 2000 umgestellt. Die Zahl der Windows-2000-Installationen erhöhte sich damit von 3565 auf 4857. Die automatische Softwareverteilung wurde auf eine web-basierte Version migriert; in ihr sind nun über 300 Softwarepakete eingebunden. Damit können die Benutzer künftig freigegebene Software selbständig auf ihrem PC installieren. Die Modellvielzahl bei den Computern wie auch bei den Peripheriegeräten konnten wir weiter reduzieren.
Die Konditionen der Hersteller bzw. Lieferanten wurden regelmässig überprüft und es konnten massive Rabatte auf einzelne Produkte erzielt werden, was insgesamt zu einem höheren Beschaffungsvolumen führte. Die Preise für die Wartung der Systemmanagement-Produkte konnten massiv gesenkt werden. Der Vertragsabschluss mit einem neuen Hardware Wartungspartner brachte bei den Wartungskosten massive Vorteile. Die konsequente Verwendung von Recycling-Toner statt Original-Toner führte zu weiteren namhaften Einsparungen.
In der Abteilung Kardiologie wurden Webcams installiert, die nun kostengünstige Web-Meetings mit verwandten Hochschuleinrichtungen in einem virtuellen Konferenzraum im Internet erlauben. Dank der Zusammenarbeit mit der Universität steht dem USZ das Bildanalyseprogramm Imaris für konfokale Mikroskopaufnahmen und Bildsequenzen zur Verfügung mit der Ausbaumöglichkeit auf Molecular Modeling.
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Prof. Dr. Jürg Blaser Abteilungsleiter Medizinische Informationssysteme |
Dr. med. Daniel Voellmy Abteilungsleiter Medizinische Spezialapplikationen |
Hanspeter Erzinger-Manea Abteilungsleiter Administrative Applikationen |
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Heinz Ursprung Abteilungsleiter Systemtechnik |
Reto Nussbaum Abteilungsleiter Personal Computing |
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