Kardiologie

Prof. Dr. med.
Thomas F. Lüscher
Abteilungsleiter

Im Jahr 2004 konnte die Kardiologie am UniversitätsSpital insbesondere ihre Position als grösstes interventionelles Zentrum im Kanton Zürich weiter festigen, wozu auch die kontinuierlich positive Entwicklung der Zusammenarbeit im Kantonspital Winterthur beitrug. Die Nachfrage nach Interven- tionen beim akuten Herzinfarkt und im weiteren Sinne  beim akuten Koronarsyndrom nimmt in Übereinstimmung mit den Therapierichtlinien der nationalen und internationalen Fachgesellschaften weiter zu. Mit 61 Originalarbeiten und 19 Übersichtsarbeiten, überwiegend in den führenden Journals des Fachgebietes, sowie 32 Übersichtsarbeiten, 12 Fallberichten und Letters, zwei herausgegebenen Büchern und 14 Buchkapiteln wurden wichtige wissenschaftliche Beiträge geleistet.

Klinische Tätigkeit

Die klinische Kerntätigkeit der Kardiologie umfasst die invasiven und interventionellen Leistungen bei Patientinnen und Patienten, die stationär im Rahmen des Bettenpools des Departments für Innere Medizin betreut werden, weiterhin die kardiologische Ambulanz zur umfassenden Betreuung von Patientinnen und Patienten, die nicht von niedergelassenen Kardiologen versorgt oder zugewiesen werden, die Rhythmologie mit den Tätigkeitsfeldern Rhythmussprechstunde, elektrophysiologischer Diagnostik und Therapie sowie Schrittmacher/ICD, die Arbeitsgruppe Herzinsuffizienz und Transplantation, sowie bildgebende Dienstleistungen für das gesamte Universitätsspital wie die Echokardiographie, die Nuklearkardiologie und die Arbeitsgruppe kardiales MRI (in Kooperation mit dem Kinderspital). In der interventionellen Kardiologie konnte im Jahr 2004 bei nach wie vor unveränderten Rahmenbedingungen von Seiten der Bettenkapazität wiederum ein Wachstum von 19% im Vergleich zum Vorjahr erreicht werden (siehe Abbildung 1: Entwicklung der invasiven Kardiologie von 2001-2004). Damit konnte das interventionelle Team die Position des USZ als zahlenmässig führender Anbieter von Koronarinterventionen im Kanton Zürich festigen. Die Kooperation mit dem Kantonspital Winterthur, die Koronarinterventionen regionalisiert durch Mitarbeitende der Kardiologie des USZ anbietet, leistet dazu einen weiter ausbaufähigen Beitrag. Nach der Restrukturierung im Vorjahr kam es im Bereich der elektrophysiologischen Diagnostik und Therapie zu Zunahmen der Leistungszahlen um 38% bzw. 47%.


PDF-Druckverion

Das Carotis Stenting konnte im Laufe des Jahres 2004 mit sehr guten klinischen Ergebnissen routinemässig angeboten werden. Die auch 2004 weiterhin bestehenden Kapazitätsengpässe bei stationären Hospitalisationen dürften wohl erst mit der nun für 2005 definitiv beschlossenen Restrukturierung behoben werden. Umso mehr muss nach wie vor auf die Coronary Care Unit hingewiesen werden, die trotz der begrenzten Bettenzahl mit insgesamt 396 betreuten Patienten im Jahr 2004 einen erheblichen Beitrag dazu geleistet hat, dass dem gestiegenen Bedarf an Akutinterventionen entsprochen werden konnte.

Lehre

Die Kardiologie deckt die entsprechenden Abschnitte in der studentischen Ausbildung in den klinischen Untersuchungskursen sowie den Vorlesungen für Pathophysiologie und Innere Medizin ab. Darüber  hinaus wird durch die in das Physiologische Institut am Universitäts-zentrum Irchel integrierte Forschungsgruppe teilweise der Studentenunterricht für Physiologie (Herz- und Gefässe) gegeben. Weiterhin stehen die Fortbildungsveranstaltungen (siehe unten) auch im Rahmen der Lehre offen.

Forschung

Die Forschung der Kardiologie hat eine duale Struktur: Die Forschungsgruppe Vaskuläre Biologie, die in Räumen des Physiologischen Instituts am Irchel untergebracht ist, und die klinischen Forschungsgruppen aus den jeweiligen Bereichen, die kompetitiv von überwiegend habilitierten Mitgliedern des Staff geführt werden. Neue Schwerpunkte der Forschungsgruppe am Irchel wurden in den Gebieten molekulare Kardiologie, Mechanismen der vaskulären Atherothrombose und Plaque Imaging gesetzt, während das Kooperationsprojekt mit der Industrie zur Erforschung und Behandlung der Restenose nach koronarer Stentimplantation mit massgeblicher Unterstützung durch EU-Grants erfolgreich weitergeführt wurde. In der interventionellen Kardiologie konnte die klinische Forschungsgruppe Akutes Koronarsyndrom erste vielversprechende Daten über lokale Mechanismen im Bereich des Gefässverschlusses beim akuten Herzinfarkt publizieren.

Im Jahr 2004 wurde für Herrn Dr. C. Scharf, OA, Frau Dr. C. Brunckhorst, OAe und Herrn Dr. J.P: Hellermann, OA i.V. das Habilitationsverfahren eingeleitet.

Fortbildung und Weiterbildung

Im Jahr 2004 befanden sich 15 Assistenten in der Ausbildung zum FMH Kardiologie, sechs legten die FMH Prüfung in Kardiologie ab. Zu den regulären Stellen kamen auch über Drittmittel angestellte Ärzte, da der klinische Betrieb ohne die Finanzierung zusätzlicher Stellen durch Drittmittel nicht aufrechterhalten werden könnte. Neben der Ausbildung in den oben genannten Bereichen nach dem Rotationsprinzip werden an vier Tagen spezifische Weiterbildungsveranstaltungen (Journal Club, Klinische Fallvorstellungen, Wissenschaftskonferenz, Morbidity and Mortality, Cardiology Rounds) angeboten, die auch für die Weiterbildung der niedergelassenen Kollegen des Fachgebietes offen stehen und teilweise in Zusammenarbeit mit dem Verein Zürcher Kardiologen organisiert werden.

Kongresse und Symposien

Die Fortbildungen der Kardiologie werden durch EduCor, das Fortbildungszentrum der Stiftung für Herz- und Kreislaufforschung konzipiert und organisiert. Insgesamt wurden im Jahr 2004 neben den wöchentlichen klinisch-wissenschaftlichen Konferenzen und den Cardioloy Rounds acht grosse Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt. An den Fortbildungen wurden insgesamt 1’360 Teilnehmer begrüsst. Von internationaler Bedeutung war wieder die Fortbildung «Evidence-Based Cardiology» in Feusisberg, vom 26.- 26 Juni 2004 mit international namhaften Referenten aus Europa und USA und 105 Teilnehmern.

Personelles

Aus der gerade in diesem Fachgebiet besonders wichtigen akademischen Partnerschaft mit der Industrie entstand eine neue Assistenzprofessur für Rhythmologie und invasive Elektrophysiologie, auf die in einem regulären Ausschreibungsverfahren PD Dr. Firat Duru berufen werden konnte. Den Kompensationsbestimmungen des GAV wurde durch Zuteilung von 1.5 neuen regulären Assistentenstellen Rechnung getragen.
 
Auszeichnungen und Ehrungen

PD Dr. Francesco Cosentino, wissenschaftlicher Oberassistent der Forschungsgruppe vaskuläre Biologie, wurde imt demScientific Prize der Società Italiana di Cardiologia ausgezeichnet. Dr. David Kurz erhielt den Cardiovascular Biology Prize der Schweizerischen gesellschaft für Kardiologie.

Prof. Thomas F. Lüscher erhielt Rufe an das Imperial College London, London UK und die University of Wales, Cardiff, UK, die beide abgelehnt wurden. Prof. Philipp Kaufmann, Assistenzprofessor für Nuklearmedizin, lehnte einen Ruf auf eine C3 Professur für Molekulare Bildgebung nach Münster ab.

Ausblick

Insgesamt kann für das Jahr 2004 eine gesunde Weiterentwicklung konstatiert werden, parallel zu den nationalen und internationalen Trends und Guidelines der Kardiologie, und regional auch kompetitiv mit anderen Anbietern. Die in den Publikationen des Jahres 2004 anhaltend dokumentierten wissenschaftlichen Leistungen werden uns Verpflichtung zu fortgesetzter Produktivität sein.

Publikationen
PDF-Druckversion




Pomcany's Zürich © UniversitätsSpital Zürich