Pneumologie
Die Abteilung für Pneumologie betreibt im Rahmen ihrer Zentrumsfunktion eine breit gefächerte klinische Dienstleistung. Neben Patienten mit häufigen Lungenkrankheiten werden solche mit seltenen und weit fortgeschrittenen Erkrankungen abgeklärt und behandelt. Die Vorbehandlung und Nachbehandlung von Patienten mit einer Lungentransplantation und die Abklärung und Therapie von Patienten mit schlafbezogenen Störungen der Atmung stellen wichtige Schwerpunkte unserer Abteilung dar. Klinische Tätigkeit Die Sprechstunden gliedern sich in die Bereiche: allgemeine Pneumologie (Lungenfunktion, Endoskopie etc.), Lungentransplantation (Behandlung «endstage lung disease», Vorabklärung, Wartelistenbetreuung, Nachbehandlung), Sprechstunde für Erwachsene mit cystischer Fibrose und seltene Lungenkrank-heiten, Zentrum für Schlafmedizin (Abklärung von Atemstörungen während des Schlafes; nicht-invasive Beatmung). Die langjährige ausgezeichnete Zusammen-arbeit mit der Klinik für Thoraxchirurgie hat sich ausserordentlich bewährt. Lungentransplantation Die Abteilung für Pneumologie ist zuständig für die medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten vor der Transplantation (Behandlung «endstage lung disease», Vorabklärung, Wartelistenbetreuung) und nach erfolgreicher Trans-plantation (intensives follow-up Programm mit Surveillance Bronchoskopien etc). Eine enge institutionalisierte interdisziplinäre Zusammenarbeit ist für die optimale Betreuung dieser komplexen Patienten unabdingbar und wird von uns besonders gepflegt und gefördert. Seit Beginn des Transplantationsprogramms am USZ werden international überdurchschnittliche Resultate erreicht. So gehört das Langzeitüberleben unseres Programms weltweit zu den besten (5-Jahresüberleben USZ: 70%; Internationales Register: 30-40%, siehe Graphik). Dies ist u.a. einer konsequenten Nachbehandlung mit rascher Umsetzung neuer Erkenntnisse ins klinische Programm (wie z.B. konsequente CMV-Prophylaxe, Adaptation der immunsuppressiven Therapie, engmaschiges nicht-invasives Monitoring der Atem-wege zur frühzeitigen Erkennung einer chronischen Transplantatabstossung) zu verdanken.
Aufgrund der weltweit kleinen Patientenzahlen nach Lungentransplantation ist die Zahl der in die Lungentransplantation involvierten Fachleute klein. Es ist ein Ziel von Prof. Annette Boehler - in ihrer Rolle als Chair der «Scientific Group on Lung Transplantation» der «European Respiratory Society» - die internationale Zusammenarbeit in Klinik und Forschung weiter zu fördern. Schlafmedizin und nicht-invasive Beatmung Das obstruktive Schlafapnoe Syndrom gehört mit einer Prävalenz von 2-4% zu den häufigen respiratorischen Störungen. Es führt zur ausgeprägten Einschlafneigung und ist mit einem erhöhten Risiko für Verkehrsunfälle und kardiovaskuläre Erkrankungen verbunden. Patienten mit Schlafapnoe werden im Schlaflabor der Abteilung Pneumologie abgeklärt und können erfolgreich mit kontinuierlichem nasalem Überdruck und Zahnspangen behandelt werden. Vigilanztests (z.B. der Maintenance of Wakefulness Test, Fahrsimulatortest) werden zur objektiven Beurteilung des Behandlungseffekts eingesetzt und helfen bei der Beurteilung der Fahrtüchtigkeit. Für das als Folge von schwerer Herzinsuffizienz auftretende zentrale Schlafapnoe Syndrom (Cheyne Stokes Atmung) stehen heute moderne nicht-invasive Beatmungsformen zur Verfügung (adaptive pressure support), die unter apparativem Monitoring im Schlaflabor eingeleitet werden. Auch Patienten mit fortgeschrittenen neuromuskulären Erkrankungen, wie z.B. einer Muskel-dystrophie, die unter chronischer alveolärer Hypoventilation leiden, profitieren von einer unterstützten mechanischen Beatmung, die sowohl die Dyspnoe, die Schlafqualität und Lebensqualität verbessert. An der Abteilung Pneumologie besteht eine spezielle Sprechstunde für solche hochspezialisierte Dienstleitungen bei diesen relativ seltenen Erkrankungen. Muskeldystrophiepatienten werden in enger Zusammenarbeit mit dem Mathilde Escher Heim in Zürich, und der Neuro-logischen Klinik des USZ bestreut. Im interdisziplinären Zentrum für Schlafmedizin, an welchem die Schlaflabors der Pneumologie, der Neurologischen Klinik und die Psychiatrische Klinik beteiligt sind, werden Schlafstörungen fächerübergreifend abgeklärt und behandelt. Forschung Schlafbezogene Atemstörungen Höhenphysiologie Fortgeschrittenes Lungenemphysem Bei der im letzten Jahr abgeschlossenen multizentrischen, von der EU finanzierten SPREAD-Studie wurden verschiedene technische Aspekte der quantitativen Computertomographie zur Verlaufsbeurteilung des Lungenemphysems bei Patienten mit einem Alpha-1 Antitrypsinmangel studiert. Die z.T. bereits ausgewer-teten Ergebnisse sind die Grundlage für geplante Studien zur Verlaufsbeurteilung des Emphysems bei Patienten unter neuartigen Medikamenten. Alpha-1 Antitrypsinmangel Lungentransplantation Nichtinvasives Monitoring zur Früherkennung der Transplantatabstossung a) exhaliertes NONach Lungentransplantation ist das exhalierte Stickoxid (NO) bei einer Schädigung der bronchialen und bronchiolären Schleimhaut erhöht. Zur Zeit wird weltweit untersucht, inwiefern Infektionen sowie akute und chronische Abstossungs-reaktionen die NO-Werte beeinflussen und somit NO als nicht-invasiver Marker für eine Atemwegsschädigung dienen kann. Wir sind daran, prospektiv die Wertigkeit solcher NO-Messungen im Rahmen der posttransplantären Nachbehandlung zu untersuchen. Die Ergebnisse werden zeigen, in welchem Rahmen individuelle NO-Messungen zukünftig einen Beitrag zum posttransplantären Management von Patienten nach Lungentransplantationen leisten können. b) exhaliertes Atemkondensat c) Untersuchung der Wertigkeit der neuen Klassifikation der chronischen Transplantatabstossung anhand der Lungenfunktion Mechanismen der Transplantatabstossung im Tiermodell b) Makrolide als biologische response modifiers: Immunmodulatorische und anti-inflammatorische Effekte bei der chronischen Transplantat-abstossung c) Keratinocyte growth factor (KGF) und seine Rolle in der chronischen Transplantatabstossung Lehre Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung sind an Vorlesungen und Kursen des Medizinstudiums beteiligt. Der Leiter der Abteilung ist aktiv in die Reform des Medizinstudiums des dritten Studienjahres (Block: Atmung) involviert. Fort- und Weiterbildung In der ärztlichen Fortbildung wurden diverse Veranstaltungen organisiert oder mitorganisiert (u.a. Ärztefortbildungskurse der Zürcher Lungenliga in Davos und in Lugano; Grossen Zuspruch findet die jeweils im November stattfindende Tagung «Pneumologie aktuell»). Kongresse und Symposien Organisation des Second Symposium of Swiss Transplant Physicians: «Medical Aspects in Organ Transplantation», Bern. Vortrag am Ethikforum, Öffentliche Veranstaltungsreihe im Universitätsspital Zürich: «Der internationale Organhandel und seine Opfer: Fakten und Zahlen» durch A. Boehler am 4.Juni 2004. Mitwirkung am nationalen Transplantationstag, 25. September 2004: Informationsstand an der Bahnhofstrasse, Zürich mit Diskussion mit Öffentlichkeit, Politikern.
Gastwissenschaftlerin: Frau Dr. Biwen Mo, Division of Respiratory Diseases, Guilin Medical College, Guilin, China, arbeitete während eines Jahres im Research Laboratory of Lung Transplantation and Respiratory Diseases (Leitung: Prof. A. Boehler). Auszeichnungen Prof. A. Boehler wurde zum «Chair» der «Scientific Group on Lung Transplantation» der European Respiratory Society gewählt. Publikationen
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