Institut für Neuroradiologie Carotis-Stenting und Hochfeld-Neuro-MR im Mittelpunkt
Klinische Tätigkeit Die klinische Tätigkeit des Institutes umfasst einerseits die Durchführung konventioneller, spezialisierter und hochspezialisierter diagnostischer neuroradiologischer Untersuchungen (Neuro-CT inkl. CT-Angiographie und CT-Hirnperfusion, Neuro-MR inkl. MR-Angiographie, Diffusions- und Perfusions-MR, funktionelle MR und MR-Angiographie, Neurosonographie, Neuroangiographie inkl. selektive und superselektive zerebrale, spinale und brachiocephale Angiographien, Myelographie, Dacryocystographie und konventionelle Röntgenuntersuchungen für Patienten der Kliniken und Polikliniken des Klinischen Neurozentrums) und andererseits die Betreuung und Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Methoden der interventionellen Neuroradiologie. Mit insgesamt 25102 neuroradiologischen Untersuchungen, Eingriffen und Konsultationen blieben die im Rahmen der klinischen Tätigkeit im Berichtsjahr erbrachten Dienstleistungen des Institutes gegenüber dem Vorjahr (25107) praktisch unverändert. Angesichts der sich in letzter Zeit verschärfenden Konkurrenz seitens externer Institutionen sowohl im regionalen als auch überregionalen und ausländischen Umfeld auf den Gebieten der nicht-invasiven Neuro-Bildgebung und der invasiven interventionellen Neuroradiologie, weisen diese Leistungsdaten auf unverändert stabile Zuweisungsraten hin. In diesem Zusammenhang bedarf der Erwähnung, die gegenüber den Vorjahren markante Zunahme um 45% der externen Anfragen um weiterführende Zweitbeurteilung von auswärts angefertigten neuroradiologischen Untersuchungen, ein Service, welcher unentgeltlich und ohne Gegenleistung zugunsten der externen Kollegschaft erbracht wird.
Mit insgesamt 23923 durchgeführten diagnostischen neuroradiologischen Untersuchungen blieb die erbrachte Dienstleistung im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr (23892 Untersuchungen) praktisch unverändert. 30% aller Untersuchungen erfolgten an ambulanten und 70% an stationären und Notfall- Patienten. Neuro-CT Die Dienstleistungsschwerpunkte im Bereich Neuro-CT blieben unverändert, nämlich:
In Zusammenarbeit mit der Firma Siemens wurde das Neuro-CT-Stroke-Protokoll zur multimodalen Abklärung von Stroke-Patienten (Hirnparenchym -CT, CT-Angiographie und CT-Perfusion) optimiert und in die Akut-Diagnostik beim Stroke routinemässig integriert. Neuro-MR Dienstleistungsschwerpunkte der Neuro-MR sind:
Im Berichtsjahr wurden 4340 Neuro-MR-Untersuchungen und 979 Zusatzuntersuchungen durchgeführt (Total: 5319), was gegenüber dem Vorjahr einer leichten Zunahme von 0.6% entspricht. 48.2% aller Neuro-MR-Untersuchungen erfolgten an ambulante Patienten. Neurosonographie Neuroangiographie Dienstleistungen der interventionellen Neuroradiologie Mit 336 neuroendovaskulären Operationen, 415 Sprechstunden-konsultationen und 428 Konsilien weisen die Leistungen des Bereiches interventionelle Neuroradiologie gegenüber dem Vorjahr einen leichten Rückgang von 2.9% auf.Mehrere ausländische Gastärzte weilten für Perioden von 3 Wochen bis 1 Jahr am Institut, um den neuroendovaskulären Eingriffen und speziell den Embolisationen von Gefässmissbildungen des Gehirns und Rückenmarks, dem Coiling von intrakraniellen Aneurysmen, der Devaskularisation von komplexen Tumoren der Schädelbasis und dem Carotis-Stenting beizuwohnen. Wie in den Vorjahren hat sich auch im Berichtsjahr der Trend zur Zuweisung von komplexen und anspruchsvollen Fällen ungebrochen fortgesetzt, was sich in längere Operationszeiten und eine Mehrbeanspruchung des interdisziplinär aus Neuroradiologen, medizinisch-technischen Assistenten, Neuroanästhesisten, Neurointensivmedizinern und Pflegenden zusammengesetzten Teams niederschlägt. Projekte innerhalb der klinischen Tätigkeit Im Auftrag der Spitalleitung erarbeitete das Klinische Neurozentrum des USZ ein Betriebs- und Organisationskonzept Stroke Unit USZ, welches am 7. Juni 2004 der Spitalleitung und am 27. Oktober 2004 dem Vorstand der Klinik- und Institutsdirektoren vorgestellt wurde. Die seit 1998 bestehende Stroke Unit des USZ steht unter der Federführung der Neurologischen Klinik und an deren Betrieb sind das Institut für Neuroradiologie und die Neurochirurgische Klinik massgeblich beteiligt. Das vorgelegte Stroke Unit Konzept hat als Ziele die Behebung der festgestellten bisherigen betrieblichen Mängel und die Optimierung der Akut-Diagnostik, Betreuung und Behandlung der jährlich an Zahl zunehmenden Patienten mit akutem Stroke am USZ. Dazu schlägt das Konzept folgende Lösung vor:
Forschung Die Forschungstätigkeit des Instituts erfolgt im übergeordneten Rahmen des etablierten fakultären Schwerpunktes Neurowissenschaften, in Form von
Die Forschungstätigkeit des Instituts erfolgt auf den Gebieten des Neuroimaging und der vaskulären Neuroradiologie und umfasst mehrere Schwerpunkte. In diesem Rahmen bearbeitete das Institut im Berichtsjahr insgesamt 12 Forschungsprojekte: A. Neuroimaging Funktionelle Magnetresonanz (fMRI) zur Erforschung neurofunktioneller Systeme und deren Modifikation/ Plastizität bei verschiedenen Erkrankungen:
B. Vaskuläre Neuroradiologie
Infolge des unerwarteten Todes des Cheflaboranten Herrn R. Tinner und des Ausscheidens des wissenschaftlichen Laborleiters Dr. M. Tanaka konnten die vorgesehenen Projekte im experimentellen Neuroangiographie-Labor im Berichtsjahr nicht durchgeführt werden. Erst Ende des Jahres konnten die personellen Vakanzen geschlossen und die Arbeit im Labor in Angriff genommen werden. Angelaufenes Hauptprojekt ist die Entwicklung eines wieder entfernbaren Mikro-Stents für die endovaskuläre Aneurysmabehandlung. (Projektleiter: Prof. Antonius Valavanis, Dr. K. Lagios, Zusammenarbeit Firma Balt, Paris). Lehre Die Lehrtätigkeit des Institutes für die Ausbildung der Medizinstudenten in Neuroradiologie erfolgte im gewohnten Rahmen und Umfang. Die Grundkenntnisse neuroradiologischer Diagnostik und Differentialdiagnostik wurden im Rahmen der Hauptvorlesung Medizinische Radiologie für die Studenten im 4. und 6. klinischen Studienjahr vermittelt. Grossen Anklang findet die im Sinne eines Repetitoriums organisierte Vorlesung «Neuroradiologische Systematik», welche einmal wöchentlich während des Staatsexamensjahres stattfindet. Weiter- und Fortbildung Die neue Fassung des Weiterbildungskonzeptes für Neuroradiologie wurde im Jahr 2003 von der FMH genehmigt und im Berichtsjahr in der praktischen und theoretischen Weiterbildung der Assistenzärztinnen und -ärzte umgesetzt.
Die ärztliche Fortbildung richtet sich hauptsächlich an Fachärztinnen- und ärzte der verschiedenen Klinischen Neurodisziplinen und fand im Berichtsjahr im bisherigen bewährten Rahmen statt. Sie umfasste folgende Veranstaltungen:
Prof. Alumit Ishai beteiligte sich im Rahmen der speziellen Vorlesungen in Neurobiologie am Introductory Course in Neurosciences sowie am Advanced Course in Neurobiology und führte neu die wöchentliche Veranstaltung «fMRI Discussion Group» durch. Kongresse und Symposien Das Institut organisierte im Berichtsjahr zwei internationale Kurse bzw. Symposien: 4.- 6. März 2004 11.- 13. Juli 2004 Ferner beteiligte sich das Institut an der Organisation und der Durchführung von zwei weiteren internationalen Konferenzen: 5.- 8. Juli 2004 15.- 17. Oktober 2004
Die Öffentlichkeitsarbeit des Instituts erfolgt hauptsächlich integriert in den verschiedenen diesbezüglichen Aktivitäten des Klinischen Neurozentrums. Öffentliche Hauptaktivität ist die Durchführung eines Tages der offenen Tür im Rahmen der jährlich stattfindenden Brain Fair. Pflegedienst und medizinisch-technische Mitarbeiter Die Zusammenarbeit mit den Pflegenden auf den verschiedenen Bettenstationen, auf welchen das Institut für Neuroradiologie seine Patienten für neuroendovaskuläre Eingriffe hospitalisiert (J-West, Haldenbach B, Haldenbach C, Nordtrakt 2 F, interdisziplinäre Überwachungsstation-Nordtrakt 1) gestaltete sich reibungslos. Die institutsinterne Reorganisation des Einsatzes und des Aufgabenspektrums der MTRA unter Leitung von Birgit Gehrmann, Leitende MTRA, wurde erfolgreich abgeschlossen. Das Institut verfügt nun über ein kohärentes, äusserst fachkompetentes und polyvalent einsetzbares MTRA-Team. Personelles Am 1. Januar 2004 nahm Prof. Alumit Ishai vom Laboratory of brain and cognition des National Institutes of Mental Health, Bethesda, Washington D.C., USA ihre Tätigkeit als Assistenzprofessorin für kognitive Neurowissenschaften auf. In ihrer Forschungsarbeit setzt sie schwerpunktmässig die Magnetresonanz ein zur Erforschung der kognitiven Phänomene im visuellen System. In ihrem ersten Amtsjahr befasste sie sich mit dem personellen und infrastrukturellen Aufbau ihrer Forschungsgruppe und der Initiierung ihrer Forschungsprojekte. Am 15. Oktober 2004 hielt sie ihre Antrittsvorlesung an der Universität Zürich zum Thema «Seeing faces in the brain: studies on face perception and memory». Ihre Forschungsgruppe ist im Zentrum Neurowissenschaften der Universität und ETH Zürich integriert und beteiligt sich am Nationalen Forschungsschwerpunkt «Plastizität und Reparatur des Nervensystems». Es besteht eine enge Kollaboration mit dem Institut für Biomedizinische Technik. Als Nachfolger von Dr. Paul Summers, der zur Neuroradiologischen Abteilung der Universität Oxford umsiedelte, übernahm die Position des Chefs der Neuro-MR-Physik am Institut ab 1. Oktober 2004 Dr. rer. nat. Raimund Kleiser. Er war zuletzt wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Neuroimaging an der Neurologischen Klinik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, wo er sich schwerpunktmässig mit der funktionellen Magnetresonanz bei Patienten mit Schlaganfall (Stroke) befasste. PD Dr. Bernhard Schuknecht, Leitender Arzt verliess nach mehrjähriger Tätigkeit Ende Jahr das Institut um sich in einer Privatpraxis niederzulassen. Dr. med. Michihiro Tanaka, Oberarzt für Interventionelle Neuroradiologie und Leiter des experimentellen Forschungslabors für Neuroangiographie, hat nach 5jähriger Tätigkeit das Institut verlassen, um die Position des Direktors der Interventionellen Neuroradiologie in Kameda Medical Center in Kamogawa City Japan zu übernehmen. Rufe an andere Hochschulen Im Berichtsjahr erfolgten keine neuen Rufe an auswärtige Hochschulen an die akademischen Kadermitarbeiter des Institutes. Öffentliche Funktionen und Auszeichnungen Im Rahmen der akademischen Selbstverwaltung wirkte in der Berichtsperiode Prof. A. Valavanis als Vorsitzender des Leitungsausschusses des Klinischen Neurozentrums des USZ, als Mitglied des Leitungsausschusses des Zentrums für Neurowissenschaften Zürich, als Mitglied der fakultären Kommissionen für «funktionelle Pharmakologie» und «Anatomie» sowie als Mitglied der universitären Arbeitsgruppe «Bildgebende Verfahren». PD Dr. B. Schuknecht, Leitender Arzt, wirkte als Vertreter der Privatdozenten in die Beförderungskommission der medizinischen Fakultät. Im Rahmen der Tätigkeit in nationalen und internationalen Institutionen der Forschungsförderung amtierte Prof. A. Valavanis als Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Neuroradiologie, als Past-Präsident und Vorstandsmitglied der World Federation of Neuroradiological Societies und als Vorsitzender der Sektion Interventionelle Neuroradiologie der Europäischen Gesellschaft für Neuroradiologie. Er wirkte als Editor-in-chief der Zeitschrift «Neuroradiology» sowie als Mitglied des Herausgeberrates mehrerer internationaler Zeitschriften für Neurochirurgie, Neuroradiologie und Neuroimaging. Publikationen
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