Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie
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Prof. Dr.med. Stephan Schmid Klinikdirektor
| «Die einzige Konstante ist der stete Wandel». Der Rückblick auf das vergangene Jahr kann mit diesem Zitat zusammengefasst werden. Altbewährtes, aber auch Überholtes kritisch zu hinterfragen wie auch von aussen auferlegte Neuerungen einzuführen haben einerseits viel Aufmerksamkeit, Zeit und Energie beansprucht aber auch Abwechslung und Inspiration gegeben. Letzteres wie auch ein nach wie vor hochgehaltenes Berufsethos verschiedener Disziplinen haben dazu beigetragen, dass an der ORL-Klinik die Patienten mit einer guten Qualität und einer moderne Dienstleistungsorientierung rechnen konnten.
Klinische Tätigkeit
Ärztliche Organisation Prof. Dr. Stephan Schmid
Reorganisation Im Jahr 2004 wurde die ärztliche Organisation grundlegend analysiert und eine Reorganisation in Angriff genommen. Anstoss waren verschiedene äussere Umstände wie die Einführung des TARMED oder der neue Gesamtarbeitsvertrag für die Assistenzärzte aber auch die Tatsache, dass nach über 10 Jahren eine Überprüfung der bestehenden Strukturen angezeigt war.
Mit der neuen ärztlichen Organisation werden nachstehende Grundsätze angestrebt:
- Der Patient ist so rasch wie möglich beim Spezialisten
- Die ärztliche Organisation baut auf dem «Staff» auf
- Die ärztliche Organisation wird in vier Bereiche unterteilt, die möglichst autonom funktionieren: Die Verantwortung für die Ausbildung der Ärzte, die Lehre und die Forschung im Spezialgebiet obliegt der jeweiligen Bereichsleitung
Mit diesem in einer Arbeitsgruppe erarbeiteten Ansatz sollen die Qualität in Diagnostik, Behandlung, Lehre und Forschung gesteigert werden. Der Start der neuen Organisation wurde auf den Teamwechsel im Februar 2005 festgelegt.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit Im Jahr 2004 wurden verschiedene Projekte realisiert, die zu einer vermehrten interdisziplinären Zusammenarbeit mit örtlich benachbarten Kliniken, insbesondere der im selben Gebäude domizilierten Augenklinik, führten. Die Klinikleitungen der ORL-Klinik und der Augenklinik haben sich regelmässig im neu geschaffenen Gremium «Führungsausschuss Nord 2» getroffen. Die aus der engeren Zusammenarbeit resultierenden Neuerungen betrafen die Einführung des OP-Betriebsreglements Nord 2, die gemeinsame Disposition stationärer Patienten und Operationen sowie die gemeinsame nächtliche Notfallversorgung.
OP-Betriebsreglement Nord 2 Mit dem OP-Betriebsreglement Nord 2 wurde ein für alle im OP tätigen Mitarbei-tenden verbindliches Instrument für die OP-Planung geschaffen. Ziel war und ist es, die vorhandenen Ressourcen (Saalkapazität, Personal) zu optimieren und die Durchführung der Operationen sicherzustellen. Mit dem OP-Betriebsreglement wird der Rahmen für das ablauforganisatorische «Tagesgeschäft» bzw. die OP-Planungsprozesse verbindlich festgelegt.
Seit Ende 2003 haben die ORL-Klinik und die Augenklinik nicht mehr je eigene Bettenstationen, sondern alle Bettenstationen gemeinsam (siehe Kapitel Pflegedienst). Als logische Konsequenz für eine gute Bettenauslastung und eine erfolgreiche Umsetzung des OP-Betriebsreglements Nord 2 wurde auch die Disposition stationärer Patienten und die OP-Planung zusammengelegt.

Nächtliche Notfallversorgung Bis im Herbst 2004 betrieben die ORL-Klinik und die Augenklinik die nächtliche Notfallversorgung auf ihren Bettenstationen. Ab Herbst 2004 wurde diese in die Räume der ORL-Poliklinik verlegt, unterstützt von einer Pflegefachperson, die beiden Bereichen zur Verfügung steht. Die Zusammenarbeit gestaltet sich positiv und bedeutete für den Pflegedienst eine Herausforderung und Erweiterung des Notfallspektrums.
Fotolabor Ebenfalls zusammengelegt wurde das Fotolabor der ORL-Klinik und jenes des benachbarten Departements Frauenheilkunde, indem für die Fotografin im Fotolabor ein Arbeitsplatz eingerichtet wurde. Um dies zu ermöglichen, wurde die Dunkelkammer in einen «Fotoaufnahmeraum» umfunktioniert.
Vitrine Eine besondere Freude war die Einweihung der neu gestalteten Vitrine vor dem Kurssaal im Stock B. Der Fotograf Christian Scholz, Zürich, hatte den Auftrag erhalten, verschiedene Ärzte im Operationssaal bei ihren Einsätzen zu fotografieren und so einen Einblick in die Arbeit der ORL-Operateure zu geben. Dem Fotografen ist es gelungen, sichtbar zu machen wie Menschen im Team und in einer Symbiose mit der Technik funktionieren. Er hat es fertig gebracht, höchste Konzentration, Disziplin, Würde und Respekt in den Schwarz-Weiss-Aufnahmen einzufangen. Ergänzt wurden die Fotos mit OP-Instrumenten und Zitaten aus der Literatur und stellen so eine attraktive Bereicherung für Besucherinnen und Besucher dar. Die Schwarz-Weiss-Aufnahmen in diesem Jahresbericht sind alle von Christian Scholz.
Poliklinik und Klinik Prof. Dr. Stephan Schmid
An der ORL-Klinik werden Krankheiten des Ohrs, der Nase, des Kehlkopfs und des ganzen Hals- und Gesichtsbereiches mit modernsten Methoden abgeklärt und behandelt. Die ambulante Abklärung aller Patientinnen und Patienten erfolgt auf der Poliklinik, einerseits als Notfall und andererseits auf Zuweisung. Mit 14578 behandelten Patienten war die Anzahl gegenüber 2003 (14681) leicht rückläufig. Für die Abklärung diverser ORL-Krankheiten stehen von Spezialisten geleitete Spezialsprechstunden für Tumoren im Hals- und Gesichtsbereich, Nasenkrankheiten, Ohrenkrankheiten, Gleichgewichtsstörungen und Schwindel, Stimm- und Schluckstörungen sowie Schnarchen zur Verfügung.
Hauptschwerpunkt Tumorchirurgie Auf der klinikeigenen Abteilung werden Patienten stationär abgeklärt und vor allem Operationen durchgeführt. Hier nehmen die komplexen chirurgischen Behandlungen zu, Standardoperationen wie Tonsillektomie, Adenotomie und Einlage von Ventilationsröhrchen jedoch ab. Hauptschwerpunkt bildet die Tumorchirurgie der Hals- und Kopfregion. Am interdisziplinären Tumorboard (ORL-Ärzte, Radioonkologie, Onkologie, Neuroradiologie, Nuklearmedizin, Pathologie) werden wöchentlich fünf bis zehn Patienten besprochen und die für sie optimalsten Therapien geplant. Ist eine Operation nötig, wird neben der optimalen Tumorheilung auch die maximale Erhaltung oder Rekonstruktion der Schluck-, Stimm- und Sprechfunktion sowie des Aussehens angestrebt. Häufig geschieht dies auch durch komplexe Rekonstruktionen mit mikrovaskulären Gewebetransplantationen.
Ohrchirurgie In der Ohrchirurgie werden neben plastischen und rekonstruktiven Eingriffen an der Ohrmuschel vor allem mikrochirurgische Eingriffe am Mittelohr infolge Trommelfellperforation oder Mittelohrschwerhörigkeit durchgeführt. Auch dieses Jahr haben die Cochlea-Implantationen erneut zugenommen.

Nasenchirurgie Die Nasenchirurgie erfolgt meistens endonasal und wird durch Endoskopie unterstützt. Erkrankungen der Nase, des Nasennebenhöhlensystems und der vorderen Schädelbasis sind entweder auf Grund ihrer anatomischen Lage oder dann durch ihre Pathophysiologie häufig nur mit dem Einbezug anderer Fachdisziplinen verstehbar und damit erfolgreicher behandelbar. Deswegen wurde früh erkannt, dass bei Erkrankungen, die ein anderes, angrenzendes Fachgebiet betreffen, eine interdisziplinäre Abklärung und Behandlung angestrebt werden soll. An der ORL-Klinik haben sich daraus zahlreiche mittlerweile gut etablierte Spezialsprechstunden ergeben:
- Dermatologische Sprechstunde für Hauttumore im Gesichtsbereich (mit der Dermatologischen Klinik)
- Schnarchsprechstunde (mit Pneumologie / Schlafmedizin)
- Tränenwegsprechstunde (mit der Augenklinik)
- Allergiesprechstunde (mit der Abteilung Allergologie & klinische Immunologie der Dermatologischen Klinik)
- interdisziplinäre Betreuung von Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten
- kraniofazialen Anomalien (mit Kieferorthopädie, Kieferchirurgie, Logopädie).
Tränenwegsprechstunde Die Tränenwegsprechstunde musste auf Grund des Patientenandrangs von bisher einmal im Monat auf einen wöchentlichen Rhythmus umgestellt werden, was sich auch in der deutlich wachsenden Zahl von Tränenwegsoperationen niederschlug. In diesem Jahr konnten alle Operationen ambulant bzw. teilstationär durchgeführt werden.
Ein langsam aber stetig wachsender Anteil von Patienten sind Patienten mit Cystischer Fibrose (CF) die lungentransplantiert wurden (33% aller lungentrans-plantierten Patienten). Bei ihnen ist eine besonders sorgfältige Kontrolle und Nachbetreuung notwendig, womit das ärztliche Personal stark gefordert ist. Die kürzlich veröffentlichten Resultate zeigen, dass mit einer perfekten Betreuung und Behandlung der Nasennebenhöhlen (NNH) ein signifikanter Beitrag gegen eine chronische Abstossungsreaktion der Transplantatlunge geleistet werden kann.

Nasennebenhöhlensystem - minimal invasive Chirurgie Im Konzept der minimal invasiven Chirurgie von Erkrankungen des Nasen-nebenhöhlensystems (NNH) hat die Behandlung von Tumoren der NNH und vorderen Schädelbasis auf endonasalem Wege an Bedeutung gewonnen. Die Entwicklung in der Computer gestützten Navigationschirurgie (CAS) ermöglicht, dass ein solches System für endoskopisch wie auch mikroskopisch gestützte Chirurgie verwendet werden kann, womit es sowohl für die Chirurgie des Ohres und der lateralen Schädelbasis wie auch für die NNH und vordere Schädelbasis verwendet werden kann. Ein entscheidender Durchbruch für die bessere Nutzbarkeit des Navigationssystems ist die Fusion von CT- und MRI-Datensätzen, womit dem Chirurgen erstmals beide Bildqualitäten gleichzeitig in der navigations-gesteuerten Chirurgie zur Verfügung stehen werden.
Kehlkopfchirurgie Bei der Kehlkopfchirurgie werden mikrochirurgische Operationen häufig unter Zuhilfenahme des CO2-Lasers durchgeführt. Auch spezielle stimmverbessernde Operationen und Rekonstruktionen des Kehlkopfes bei Missbildungen oder Verletzungen wurden vermehrt durchgeführt.
Schilddrüsen- und die Speicheldrüsen-Chirurgie Weitere Schwerpunkte bilden die Schilddrüsen- und die Speicheldrüsen-Chirurgie. Bei der Schilddrüsen-Chirurgie wird interdisziplinär besonders auf die Schonung des Nervus recurrens (Stimmbandnerv) geachtet. Dafür wird konsequent und mit Erfolg das Stimmlippen-Monitoring eingesetzt und die Lähmungsrate konnte bei über 100 Schilddrüsenoperationen unter 1% gehalten werden. Jährlich werden 80 Operationen an der Parotis mit Darstellung des Gesichtsnervs und wenn nötig entsprechender Rekonstruktion durchgeführt. Neu wurde die Endoskope der Speicheldrüsen eingeführt. Dadurch können häufig Speichelsteine entfernt werden ohne dass die Drüse ganz entfernt werden muss.
Phoniatrie Auch im Gebiet der Phoniatrie gibt es eine neue Entwicklung. Mittels operativem Eingriff können die Stimmlagen bei Geschlechtsumwandlungen angehoben werden.
Audiologie Dr. Thomas Spillmann
Die Abteilung für klinische Audiologie und Pädoaudiologie (Leitung: Dr. Thomas Spillmann / Dr. Dorothee Veraguth) setzt sich dafür ein, dass Hörstörungen in jedem Lebensalter möglichst frühzeitig medizinisch und technisch-audiometrisch erfasst werden.

18 Kinder (Vorjahr 30 Kinder) zwischen drei Monaten und zehn Jahren (mittleres Alter: 40 Monate [Vorjahr: 55 Monate]) wurden erstmalig als schwerhörig oder taub diagnostiziert und mussten mit Hörgeräten und/oder Cochleaimplantaten versorgt werden. Die Pädoakustikerin hat sechs (Vorjahr: sieben) dieser Kinder an unserer Klinik mit Hörgeräten versorgt. Alle waren jünger als 14 Monate; das heisst in einem Alter, in dem die prothetische Hörversorgung sehr viel Intuition und Erfahrung verlangt. Solche Rehabilitationen sind nur in optimaler Zusammenarbeit zwischen medizinischen, audiologischen und pädagogisch-therapeutischen Spezialisten in- und ausserhalb der Klinik realisierbar.
In Zusammenarbeit mit dem Informatik-Ingenieur Herrn Christoph Wille wurden die audiometrischen Messabläufe am Modell eines «Künstlichen Patienten» untersucht und verbessert, um die Sicherheit der Hörschwellenbestimmung bei schwierigen «Masking-Situationen» (kombinierten Mittelohr- und Innenohr-schwerhörigkeiten) zu erhöhen. Entsprechend wurde auch der weiterhin sehr gefragte Audiometrie-Kurs um Übungen am «Künstlichen Patienten» ergänzt, was das Üben mit echten Patienten weitgehend ersetzt. Eine elektronische Version dieses Trainingsprogramms wurde mit der neu gegründeten Firma InnoForce est (http://www.audiometrie.com/) entwickelt.
Durch die Einrichtung eines Empfangsschalters mit Sekretariat wurde die Patientenfreundlichkeit verbessert, da nun während der Hauptarbeitszeit ständig eine Auskunftsperson präsent ist.
Neurootologie Dr. Stefan Hegemann
Zentrum für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen Das interdisziplinäre Zentrum für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen der Neurologischen Klinik und der ORL Klinik wurde im Januar 2004 eröffnet. Je ein Assistenzarzt beider Kliniken arbeitet zu 50% im Schwindelzentrum. Das Zentrum, das gemeinsam von Prof. Dominik Straumann, Neurologische Klinik, und Dr. Stefan Hegemann, ORL Klinik, geleitet wird, bietet eine hocheffiziente Abklärung sämtlicher Formen von Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Zusatzunter-suchungen werden von den Orthoptistinnen der Neurologischen Klinik und den Laborantinnen der ORL Klinik so koordiniert und durchgeführt, dass diese als ganze Blöcke ohne Unterbrechungen stattfinden können.
Auf Grund grosser klinischer Erfahrung der beiden Leiter und apparativer Untersuchungsverfahren auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand ist eine rasche und effiziente Diagnostik möglich. Eine enge Zusammenarbeit mit der Augenklinik und der Psychiatrischen Poliklinik ermöglicht es uns, nicht nur diagnostisch, sondern auch therapeutisch Patientinnen und Patienten mit sehr verschiedenen Schwindelformen rasch und kompetent helfen zu können. Die gemeinsame Nutzung von Personal und Apparaten hat zu deutlichen Synergieeffekten und einer besseren Patientenversorgung geführt. Die wachsende Zahl von Patientenanmeldungen lässt auf die Zufriedenheit der überweisenden Ärzte und der Patienten schliessen. Der daraufhin anwachsenden Warteliste wird das iZSG durch eine Aufstockung der Assistenzarztstellen ab 2005 gerecht.
Im Jahr 2004 wurden im iZSG insgesamt 2174 Untersuchungen durchgeführt, davon 1054 klinische und 1120 apparative. Die apparativen Untersuchungen teilten sich wie folgt auf:
- Video-Okulographie inkl. kalorische Testung 361
- Messung der subjektiven Vertikalen 355
- magnetokulographischer Kopfimpulstest 315
- 3D-Drehstuhl-Canalolith-Reposition 38
- vestibulär evozierte myogene Potentiale (seit Dez. 2004) 30
- hirnstammdiagnostische Fundus-Fotografie 13
- intratympanale Gentamycin-Instillationen 8
Klinische Logopädie Erika Gruner
Schwerpunktmässig standen im Jahr 2004 die Weiterentwicklung und Standardisierung des Abklärungskonzeptes für CI-Kinder im Alter von 6 bis 24 Monaten, die Entwicklung eines Abklärungskonzeptes für Kinder mit CI im Alter von 2 bis 7 Jahren sowie die Projektarbeit bezüglich der Ausbaumöglichkeiten und Neupositionierung des Nachdiplomstudienganges in Klinischer Logopädie im Vordergrund.
Im Jahr 2004 wurden auf der Abteilung 1283 (2003: 1392) Patientinnen und Patienten mit Störungen der verbalen Kommunikationsfähigkeit, mit Lese- und/oder Schreibstörungen, mit Schluckstörungen oder mit Fazialisparesen abgeklärt und/oder behandelt. Davon waren 722 (2003: 746) Kinder und 511 (2003: 646) Jugendliche und Erwachsene. Die Anzahl der Konsultationen betrug im Berichtsjahr 4220 (2003: 3905). Pro Patient wurden durchschnittlich 3,3 (Vorjahr 2,8) Konsultationen erteilt. Der zeitliche Aufwand einer Konsultation bewegte sich zwischen einer halben Stunde und drei Stunden.
Die Entwicklung, beziehungsweise die Wiederherstellung oder Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit und/oder der Schluckfähigkeit eines Menschen ist eine erfüllende Aufgabe, die auch die Logopädinnen und Logopäden persönlich sehr zu bereichern vermag.
Im Berichtsjahr haben die zwei Studentinnen des Nachdiplomstudienganges in Klinischer Logopädie ihre Diplomarbeit eingereicht. Nach Annahme der Diplomarbeit und den bereits 2003 erfolgreich bestandenen Prüfungen wurde ihnen das von der Gesundheitsdirektion und der Schulleitung unterzeichnete Diplom in Klinischer Logopädie ausgestellt.
Im Berichtsjahr wurden keine neuen Studierende aufgenommen, obwohl sieben ernsthafte Bewerbungen um einen Studienplatz vorlagen. Die Schulleiterin hat die Projektleitung des von der Spitalleitung zur weiteren Bearbeitung frei gegebenen Projektes zur Reorganisation und Neupositionierung des Nachdiplomstudienganges in Klinischer Logopädie übernommen.
Forschung
Tumorchirurgie der Hals- und Kopfregion PD Dr. Sandro Stöckli
In Zusammenarbeit mit der Klinik für Nuklearmedizin des USZ wurde die Positronen Emmissions Tomographie für die Diagnostik und die Nachsorge von ORL-Karzinomen weiter evaluiert. Die Kombination dieser funktionellen Technik mit der strukturellen Bildgebung der Computertomographie in einem Gerät erlaubt die Information beider Technologien zu kombinieren. Zürich gehört weltweit zu den ersten Zentren, die über diese Technologie verfügen und klinisch routinemässig anwenden. Diese ersten Erfolg versprechenden Ergebnisse haben nun im Oktober zum Start einer prospektiven kontrollierten Studie geführt, während welcher über eine Zeitraum von drei Jahren praktisch alle Patientinnen und Patienten mit Schleimhautkarzinomen im Kopf- und Halsbereich mit der PET/CT untersucht werden. Dies wird erlauben, diese neue Methode an einem grossen Patientenkollektiv zu validieren.
Leider musste die Studie «Phase-I-Studie zum Einsatz eines neuen Ep-CAM-Toxines als intratumorale Behandlung» bei Patienten mit Kopf-Halskarzinomen (Dr. Dominique Tschudi in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Onkologie: Prof. Rolf Stahel, PD Dr. Uwe Zangemeister) aufgrund nicht erteilter Bewilligungen abgebrochen werden. Inzwischen wird sie erfolgreich im Ausland durchgeführt und zeigt bereits erste positive Resultate.
Innenohrforschungslabor Dr. Daniel Bodmer
Im Laboratorium wurden die molekularen Mechanismen untersucht, die bei Degenerations- und Regenerationsvorgängen im Innenohr eine wichtige Rolle spielen. Ein Schwerpunkt der Forschung bildet die Aminoglykosid-Ototoxizität. Aminoglykoside führen zum Absterben von Haarzellen im Innenohr und in der Folge zu irreversibler Schwerhörigkeit.
In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für funktionelle Genomik der Universität/ETHZ konnten Gene identifiziert werden, die eine Schlüsselrolle beim Aminoglykosid-induzierten Haarzelltod spielen. In parallelen Projekten konnten neue Erkenntnisse über die intrazellulären Signaltransduktionsmechanismen beim Aminoglykosid-induzierten Haarzelltod gewonnen werden. In Zukunft werden diese Arbeiten weitergeführt bis die molekularen Grundlagen der Aminoglykosid Ototoxitität vollständig aufgeklärt sind. Dieses Wissen bildet die Grundlage für neue und innovative Wege um die Aminoglykosid Ototoxiziät zu verhindern.
Einmal abgestorbene Haarzellen werden vom Körper nicht ersetzt. Therapien, die zum Ziel haben, neue Haarzellen im Innenohr zu bilden sind daher von grossem Interesse. Im neusten Projekt wird in Zusammenarbeit mit Prof. Sommer (ETHZ) untersucht, ob Stammzellen neue Haarzellen zu bilden vermögen.
Im Mai 2004 wurde ein Kongress zur Innenohrbiologie mit internationaler Beteiligung organisiert. Unterstützt wird diese Forschung u.a durch Forschungskredite der Universität Zürich.
(siehe auch das Interview mit Dr. D. Bodmer auf der Homepage der Universität unter: http://www.unipublic.unizh.ch/magazin/gesundheit/2004/1439/index.html)
Mittelohrforschung PD Dr. Alexander Huber
Die Mittelohrforschung beschäftigt sich mit den mechanischen Aspekten des Gehörs und hat zum Ziel die Diagnostik und Therapie bei Schalleitungsschwerhörigkeit zu verbessern. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem mechanischen Institut B der Universität Stuttgart und der «Massachusetts eye and ear infirmary» der «Harvard Medical School» in Boston. Schwerpunktmässig hat die Gruppe im letzten Jahr das Projekt «the influence of complex stapes vibration patterns on hearing in guinea pigs» vorangetrieben, welches vom schweizerischen National Fonds finanziert ist. Resultate wurden bereits am Kongress der «Association for Research in Otolaryngology» vorgestellt. Ebenfalls wurden in Zusammenarbeit mit der Industrie neue Entwicklungen von aktiven implantierbaren Mittelohr-Hörsystemen am Modell getestet mit der Aussicht auf eine spätere klinische Studie.
Labor für Experimentelle Audiologie PD Dr. Norbert Dillier
Seit mehr als 20 Jahren besteht an der ORL-Klinik das Labor für experimentelle Audiologie, in welchem ein interdisziplinär aus Ingenieuren, Physikern, Naturwissenschaftlern, Informatikern und Hörspezialisten zusammengesetztes Team die Eigenschaften und Funktionsweise des menschlichen Gehörs untersucht und nach verbesserten Möglichkeiten zur Behandlung von Hörstörungen mit medizintechnischen Verfahren und Instrumenten sucht. Die Forschungsziele orientieren sich an klinisch und wissenschaftlich relevanten Problemstellungen, die Arbeitsgruppe pflegt einen intensiven Austausch mit anderen Forschergruppen im nationalen und internationalen Rahmen.

Die klinische Tätigkeit umfasst insbesondere die Abklärungen, intraoperativen elektrophysiologischen Messungen sowie die Geräteanpassung und Nachbetreuung von hochgradig schwerhörigen und vollständig tauben Kindern und erwachsenen Patienten mit implantierbaren Neurostimulatoren (Cochlea- und Hirnstammimplantate) und implantierbaren Hörgeräten. Aufgrund des grossen Erfolgs der CI-Versorgung hat die Anzahl der zu betreuenden Patienten (insbesondere Kleinkinder) in den letzten Jahren stark zugenommen. Die dadurch angespannte personelle Ressourcenproblematik konnte trotz Reorganisation der Administration und Logistik bisher noch nicht befriedigend gelöst werden.
Schwerpunkte der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Jahre 2004 war die klinische und experimentelle Erprobung einer neuen Generation von Cochlea-Implantaten, bei welchen sowohl die zeitliche als auch die spektrale Auflösung verbessert sowie auf einer leistungsfähigen Plattform neue digitale Sprach-codierungsverfahren implementiert wurden. Die Experimente zur Untersuchung des Hörens von Musik und des Erkennens von musikalischen Instrumenten mit Cochlea-Implantaten führten zur Ausarbeitung eines Protokolls für eine multizentrische Studie, welche wir zusammen mit anderen Europäischen Implantatzentren im Jahre 2005 durchführen werden.
Die Weiterentwicklung der Methodik elektrophysiologischer Messungen der Nervenaktivität bei elektrischer Stimulation (NRT - neurale Reizantwort-Telemetrie) als Grundlage für eine zuverlässigere und genauere Anpassung der Sprach-prozessoren vor allem bei Kleinkindern bildete weiterhin ein wichtiges Forschungs- und Entwicklungsthema. Die neusten Ergebnisse wurden anlässlich des bereits elften unter unserer Leitung organisierten NRT-Workshops im Rahmen des internationalen CI-Kongresses in Genf vorgestellt und diskutiert.
Untersuchungen zur Verbesserung digitaler Hörgeräte-Algorithmen und deren individualisierte Anpassung mit psychoakustischen Methoden, Verfahren zur automatischen Störgeräusch-Erkennung und -Reduktion, die Evaluation der bilateralen (beidseitigen) Versorgung mit Cochlea-Implantaten bei Erwachsenen bezüglich Richtungswahrnehmung und Sprachverständlichkeit in Ruhe und im Störlärm bilden Arbeitsschwerpunkte des im Herbst 2004 gestarteten und auf fünf Jahre ausgelegten Europäischen Integrierten Projekts «Hearcom» (Hearing in the Communication Society), in welchem unser Forschungslabor eine von insgesamt 29 Partnerinstitutionen darstellt.
Daneben wurden weiterhin Untersuchung und Modellbildungen der Vibrationen und Schwingungen der Aussen- und Mittelohrstrukturen mittels Laser-Interferometrie und finiten Elementen-Modellen (FEM) im Hinblick auf ein vertiefteres Verständnis der Schallübertragung und die Entwicklung wirksamerer Mittelohrprothesen durchgeführt, in Zusammenarbeit mit einem Industriepartner und dem Institut für biomedizinische Technik der ETH und Universität Zürich. Im Jahre 2004 wurden auch zwei Diplomarbeiten von Absolventinnen der Hörgeräteakademie Lübeck an unserem Labor durchgeführt und erfolgreich abgeschlossen.
Rhinologie Dr. David Holzmann
Das Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Institut für Allergie- und Asthmaforschung (SIAF) konnte dank der Finanzierung über Drittmittel im September gestartet werden. Mit dem Forschungsprojekt, für welches ein PhD-Student angestellt werden konnte, sollen T-Zellregulationen und Apoptosemechanismen bei Patienten mit chronischer Rhinosinusitis in den kommenden 1½ Jahren erforscht werden.
Im Rahmen des interdisziplinären Kolloquiums aus den Disziplinen Rhinologie, Pneumologie und Allergologie/Immunologie wurde Ende dieses Jahres ein wichtiger Grundstein für prospektive klinische Studien gelegt. Wie andere ARIA-Studien («Allergic Rhinitis and Ist Impact on Asthma») soll aus dieser Zusammenarbeit der Einfluss der chronischen Rhinosinusitis bei Asthmapatienten am USZ untersucht werden.
In Zusammenarbeit mit der Pneumologie und Schlafmedizin wurde mit einer prospektiven klinischen Studie begonnen, in welcher der Einfluss der Nasenatmungsbehinderung auf Schlafqualität, Schnarchen und obstruktives Schlafapnoesyndrom untersucht werden soll. Mit der kontinuierlichen Nasenflussmessung soll eine alte aber bisher noch nicht untersuchte Frage beantwortet werden, wie weit bei Patienten mit einer Schnarchproblematik von einer verbesserten Nasenatmung (z.B. durch Nasenseptumplastik) profitieren.

In der Behandlung von Tränenwegstenosen bleibt die Misserfolgsrate von bis zu 15% bei postsakkalen Stenosen und gegen 40% von präsakkalen Stenosen weiterhin unerklärt. Ein Neues Abklärungs- und Behandlungskonzept bezieht neuere Methoden (u.a. nuklearmedizinische Untersuchungen) ein. Eine prospektive Studie soll die Wertigkeit neuerer Untersuchungs- und Behandlungstechniken validieren.
Neurootologie Dr. Stefan Hegemann
Die apparativen Ressourcen des Vestibulo-Okulomotorischen Labors der Neurologischen Klinik und der Neuro-Otologischen Abteilung der ORL Klinik werden von den Mitgliedern des iZSG gemeinsam auch für Forschungszwecke benutzt. Ein Forschungsoberassistent, Dr. Christopher Bockisch, wird seit Oktober 2004 zu je einem Drittel von der Neurologischen Klinik, der ORL Klinik und der Augenklinik finanziert. Folgende grundlagenphysiologische und klinische Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Neuro-Otologie werden zur Zeit von Mitgliedern des iZSG bearbeitet:
- Differentialdiagnose von M. Ménière und Migräne
- Auswirkungen des M. Fabry auf Hören und Gleichgewicht (1)
- Bedeutung von Fehlersignalen für die Ausbildung schneller Adaptationsprozesse und die Auswirkungen ihrer experimentellen Beeinflussung auf die vestibulo-okulären Reflexe und das subjektive Schwindelerleben.
- Kompensation des vestibulo-okulären Reflexes nach vestibulärer Neuritis (2)
- vestibulär evozierte Augenbewegungen mit und ohne Otolithen-Stimulation nach vestibulärer Neuritis (3)
- Pathophysiologie des zerebellären Downbeat-Nystagmus (4)
- Lokalisation vestibulärer Verarbeitungssignale im menschlichen Cortex (5)
- Kompensation des bilateraler peripher-vestibulären Ausfalls über das Augefolgebewegungssystem (6)
- Einfluss der Schwerkraft auf vestibulären Nystagmus (7)
- Physiologie des vestibulo-okulären Reflexes in 3 Dimensionen mit und ohne Otolithen-Stimulation (8)
- Hysterese in der Gravitationsperzeption
- Interaktion zwischen dem vestibulo-okulären Reflex und dem Augefolgebewegungssystem
Klinische Logopädie Erika Gruner
Folgende Wissenschaftliche Tätigkeit wurden in der Klinischen Logopädie durchgeführt.
Lippen-Kiefer-Gaumenspalte Weiterführung der Videodokumentationen bei Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten vor und nach Verschluss des harten Gaumens neu: Videodokumentation von Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten im jungen Erwachsenenalter nach Abschluss der Behandlung (Erhebung der Sprachresultate und Videoaufzeichnungen der Spontansprache in Zusammenarbeit mit Frau Dr. W. Gnoinski. Vorgesehen ist eine zusätzliche Fremdbeurteilung der Sprachresultate durch D. R. Van Demark, Ph.D. Department of Otolaryngology at the University of Iowa Hospitals, USA.)
Klinisch-logopädische Prüfung von Kindern Zusammenstellung von geeignetem Testmaterial zur klinisch-logopädischen Prüfung von Kindern mit CI im Alter von 2 bis 7 Jahren in Zusammenarbeit mit Herrn U. Heiniger, Neuropsychologe und Herrn M. Zeller, Schulpsychologe.
Lehre
Im Jahr 2004 wurden erstmals grössere Studentengruppen des 2. Studienjahres gemäss dem so genannten «Mantelstudium» in die Themen der Otorhinolaryngologie eingeführt.
Nach wie vor wird die Hauptvorlesung in Otorhinolaryngologie im 4. Jahr des Medizinstudiums gehalten. Diese Vorlesung ist sehr beliebt und wird deshalb auch gut besucht. Der praktische Untersuchungskurs für die ORL wird im 3. Studienjahr und der praktische Kurs mit Patienten im 6. Studienjahr durchgeführt und sehr gut besucht. Das Repetitorium am Ende des 6. Studienjahres ist verständlicherweise sehr beliebt.
Für Ärzte der ORL-Klinik und praktizierende Hals-Nasen-Ohren-Ärzte der erweiterten Region Zürich werden regelmässig am Donnerstag Fortbildungskurse durchgeführt.
Das interdisziplinäre Zentrum für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen (iZSG) beteiligt sich an der Ausbildung von Studenten im Rahmen der Hauptvorlesungen ORL und Neurologie sowie in der Durchführung von Untersuchungskursen und Praktika. Die Facharztausbildung hat sich durch die abwechselnde Supervision der Assistenzärzte durch Neurologen und Otorhinologen deutlich verbessert. Sowohl die klinischen und apparativen Untersuchungstechniken als auch die Krankheitsspektren haben sich erheblich erweitert.
Im Jahr 2004 weilten drei Gastärzte (Jugoslawien, Ecuador und Lagos) an der Klinik. Ebenso besuchten während des ganzen Jahres regelmässig Fachärzte aus verschiedensten Ländern die Klinik. Die Unterassistenten aus Deutschland schätzen die Möglichkeit, an unserer Klinik für 3 Monate ein Praktikum zu absolvieren.
Fort- und Weiterbildung
Ende September 2004 wurden an sechs Tagen drei Operationskurse in der Anatomie zusammen mit der Arbeitsgruppe «Hals- und Gesichtschirurgie» der ORL-Gesellschaft mit grossem Erfolg mit Teilnehmern aus der ganzen Schweiz und dem Ausland durchgeführt. Das Programm umfasste:
1. Basic Head & Neck Surgery: Topics: salivary glands, thyroid, neck dissection, total/partial laryngectomy
2. Flap Reconstruction in the Head & Neck: Topics: all major pedicled and free flaps.
3. Skull Base for the Head & Neck Surgeon: Topics: approaches to the anterior and lateral skull base, including subtotal petrosectomy
Kongresse und Symposien
Current Research and Future Trends in Inner Ear Biology Am 7. Mai 2004 organisierte Dr. Daniel Bodmer den Kongress «Current Research and Future Trends in Inner Ear Biology» zusammen mit Dr. Andrea Albinger und Dr. Ivana Nagy. Dieser Kongress zur Innenohrbiologie mit internationaler Beteiligung war sehr erfolgreich.
International Conference on the Controversies in Paranasal Sinus Surgery Am 1. und 2. Oktober organisierte Dr. David Holzmann die «International Conference on the Controversies in Paranasal Sinus Surgery». Neben international renommierten Experten wie Prof. Dr. Heinz Stammberger aus Graz, Prof. Dr. Claus Bachert aus Gent und Prof. Dr. Wolfgang Draf aus Fulda haben 29 Referenten aus 12 Nationen sich mit vier kontroversen Problemthemen befasst. Als positive Rückmeldungen werten die Organisatoren den Wunsch verschiedener Teilnehmer, diese Form von Kongressen über kontroverse Themen in regelmässigem Rhythmus an unterschiedlichen Austragungsorten stattfinden zu lassen.
Öffentlichkeitsarbeit
Prof. Dr. Stephan Schmid wurde im April von der Universität Nis als Gastprofessor eingeladen. Zusammen mit PD Dr. Sandro Stöckli hat er zusätzlich als internationaler Guest Speaker am Kongress der Serbischen Gesellschaft für Otorhinolaryngologie, Kopf- und Halschirurgie zu den Themen der chirurgischen Behandlung von Larynxkarzinomen, der Schädelbasischirurgie und der Sentinel-Lymphknoten-Biopsie gehalten.
Ein wichtiges Ereignis im vergangenen Jahr war die öffentliche Veranstaltung «Ich möchte Hören» im USZ am 27.6.04, mit der Filmvorführung «Zurück aus der Stille» von der Art Tempi Communications, Köln und gleichzeitig mit der Buchvernissage «Augenblicke für das Ohr - Der Mensch und sein Gehör» (Rüffer & Rub Verlag) mit dem Autorenteam Susanne Wagner und Thomas Spillmann. Eine Zuhörerschaft von über 250 Personen konnte sich dabei über das Wesen und den Nutzen der modernen elektronischen Hörrehabilitation mit dem Cochlea-Implantat (CI) durch Zeugnisse von Betroffenen informieren, die diese Behandlung selbst erfahren hatten - ergänzt durch medizinische Fachinformationen.
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Augenblicke für das Ohr Der Mensch und sein Gehör
Rüffer & Rub Verlag
Susanne Wagner Thomas Spillmann |
Pflegedienst Ursula Haas
Pflegedienst von Ophthalmologie und ORL unter eine Leitung zusammengefasst 2004 war wahrscheinlich das Jahr mit den grössten Veränderungen innerhalb des Pflegedienstes seit die Klinik besteht. Zu Beginn des Jahres wurde der Pflegedienst von Ophthalmologie und ORL unter eine Leitung zusammengefasst und die Pflegedienstmitarbeiterinnen des Nord II C-OP der Leitung OP USZ unterstellt. Um die gemeinsam genutzten Organisationseinheiten besser koordinieren zu können, schlossen sich beide Klinikleitungen zu einem Führungsausschuss zusammen.
Die ORL-Klinik verfügte bis März 2004 über 51 Betten im Nord 2, aufgeteilt auf die zwei Abteilungen F1 und F2. Seit März 2004 verteilen sich die stationär hospitalisierten ORL-Patienten auf drei Abteilungen im Nord 2 wie folgt:
- F2: ORL-Abteilung
- F1: interdisziplinäre Tages- und Wochenabteilung Ophthalmologie / ORL
- E2: interdisziplinäre Abteilung Ophthalmologie / ORL mit Schwerpunkt Ophthalmologie
Durch den Zusammenschluss der beiden Pflegdienstbereiche Ophthalmologie und ORL im Dezember 2003 und durch das Entstehen der interdisziplinären Tages- und Wochenabteilung und den damit verbundenen Veränderungen, respektiv der Patientenzuteilungen und der veränderten Krankheitsbilder waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgefordert, sich bewusst für ihren Arbeitsplatz zu entscheiden oder die Abteilung zu wechseln. Es entstanden 3 neue Teams. Das neue Patientenklientel sowie auch das neue Fachgebiet bedeutete eine intensive Auseinandersetzung mit veränderten Pflegeinhalten, anderen Strukturen und nicht zuletzt mit einer neuen Klinikkultur.
Langzeittracheotomierte HNO-Karzinompatienten Tumorpatienten, welche zuvor auf beiden Abteilungen hospitalisiert waren, werden seit März 2004 nur noch auf F2 betreut; d.h. die Pflegefachpersonen betreuen eine grössere Anzahl von pflegeintensiven und anspruchsvollen Patientinnen und Patienten mit höheren Pflegekategorien. Es wird ein hohes Mass an Expertenwissen verlangt. Obwohl die Mitarbeitenden stark gefordert wurden, konnte im F2 das Projekt «Strukturierte Anleitung, Beratung, Information und Schulung von Langzeittracheotomierten HNO-Karzinompatienten sowie der Angehörigen» sehr erfolgreich abgeschlossen werden. Der dazu gehörende Leitfaden für schulende Pflegefachpersonen wird verbindlich umgesetzt. Alle Karzinompatienten der ORL-Klinik, welche längerfristig mit einem Tracheostoma leben müssen, werden von den Pflegenden nach dem strukturierten Leitfaden angeleitet, geschult und beraten. Im Pretest beurteilen die Patienten das strukturierte Anleitungs-, Schulungs- und Beratungsprogramm als hilfreich. Sie fühlen sich optimal vorbereitet und instruiert, sodass sie mit den Einschränkungen durch Krankheit und Therapie im Alltag gut zurecht kommen. Durch die intensive Auseinandersetzung mit der Thematik konnten die Projektmitarbeiterinnen ihr Pflegefachwissen, sowie ihre Kompetenzen im Beraten und Schulen von Patienten und Angehörigen erweitern. Ihr Expertenwissen wird wahrgenommen und geschätzt.
Projekt «PROFIS» Die Mitarbeiterinnen der Tages- und Wochenabteilung bemerkten, dass mit dem neuen Patientenklientel andere Ansprüche an sie gestellt werden als vorher. Seit Mai 2004 erarbeiten die Mitarbeitenden der Abteilung F1 im Projekt PROFIS (Professioneller Informationsfluss an Patientinnen und Patienten mit ophthalmologischen und ORL-Diagnosen) mit Unterstützung der Pflegewissenschaftlerin und der Abteilungsleiterin ein Anleitungs- und Informationskonzept für kurzstationäre Patientinnen, basierend auf aktuellen Literatur-Reviews und Pflegestudien, sowie auf spezifischem Fach- und Erfahrungswissen der Pflegenden. Die Projektbearbeitung erfolgte an den Beispielen Tonsillektomie und Strabismusoperationen. Im Jahr 2005 widmet sich das Projekt weiteren Diagnosen aus den Bereichen Rhinologie und Otologie.
Die ORL-Überwachungsabteilung betreute insgesamt 857 Patienten, davon waren über 40% Patienten von Fremdkliniken. Die Mitarbeitenden des Qualitätszirkels arbeiteten einen Fragebogen zum Thema Patientenzufriedenheit aus, führten die Befragung durch, werteten diesen aus und stellten die Ergebnisse im Dezember an der Klinikinfo der ORL vor.
Alle Projekte wurden mit sehr grossem Engagement der Mitarbeitenden durchgeführt und zeigen sehr positive Auswirkungen auf die Pflege- und Arbeitsqualität. Seit Oktober 2004 ist die Poliklinik 24 Stunden in Betrieb. Die Pflegefach-personen der Poliklinik betreuen während dem Spät- und Nachtdienst nicht nur Patienten der ORL, sondern auch Patienten der Ophthalmologie. Die Zusammenarbeit der Pflegefachpersonen beider Polikliniken wurde dadurch intensiviert.
Da seit Beginn 2004 die 3 Betten-abteilungen Patienten beider Kliniken betreuen erfolgte die Bettenzuteilung beider Bereiche über die Disposition der ORL-Klinik. Seit November 2004 wird die gemeinsame Patienten-Disposition aufgebaut.
Personelles
PD Dr. Alex Huber weilte bis Oktober 2004 in London um seinen Erfahrungsschatz zu erweitern. Die Universität Zürich verlieh ihm Anfang April die Venia Legendi für das Gebiet ORL.
PD Dr. David Holzmann wurde Ende 2004 die Venia Legendi für das Gebiet der Rhinologie verliehen
Aussenbeziehungen PD Dr. Sandro Stöckli hat am «Annual Meeting der American Academy of Otolaryngology» vom September 2004 in Washington DC zwei Instructional Courses einerseits zum Thema der endoskopischen Therapie des Zenkerschen Divertikels, anderseits zum Thema der Sentinel-Lymphknoten Biopsie bei Kopf- und Halsmalignomen gegeben.
Folgende Mitgliedschaften werden wahrgenommen:
- Arbeitsgemeinschaft deutschsprachiger Audiologen und Neurootologen (ADANO); insbesondere Tätigkeit in der Arbeitsgruppe CI-Richtlinien und Mittelohrimplantate
- Vorstandstätigkeit bei der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Logopädie (SAL) in Partnerschaft und Projektverbund mit der Pädagogischen Hochschule Rorschach (PHR)
- Stearing Committee für die «Conference on Implantable Prosthesis» in Asilomar, USA
- Neurosience-Center Zürich
- American Academy of Otolaryngology-Head and Neck Society
- American Head and Neck Society
- Dysphagia Research Society
- European Laryngological Society
Tätigkeiten in Arbeitsgruppen
- Arbeitsgruppe für Hals- und Gesichtschirurgie der Schweizerischen ORL-Gesellschaft: Erarbeiten von Richtlinien zur Behandlung von Kopf- und Halskarzinomen sowie Mitorganisation von jährlichen Workshops
- Koordination der Multizenterstudie «Quality of Life» nach Behandlung von Kopf- und Halskarzinomen
Gutachtertätigkeit
- Forschungsprojekte des Schweizerischen Nationalfonds
- Schwerpunktprogramm «Zentrale Informationsverarbeitung im auditorischen System» (ZIZAS) der deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)
- Peer Review von Artikeln in mehreren internationalen medizinischen Fachjournals
Publikationen
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Eckdaten | |
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Medizinische Schwerpunkte
Funktionserhaltende Chirurgie von Hals- und Gesichtstumoren inklusive Schädelbasis
Mikrochirurgie des Ohres, des Schädelbasis, der Nase und der Nasennebenhöhlen sowie des Kehlkopfes
Plastisch-rekonstruktive Chirurgie im Hals- und Gesichtsbereich
Abklärung von Hör-, Stimm-, Sprach- und Schluckstörungen
Forschung
- Implantierbare Hörgeräte und Cochlea- sowie Hirnstamm-Implantate
- Mittelohrmechanik
- Degeneration und Regeneration Innenohr und Nasenschleimhaut
- Molekuläre Aspekte von Mundhöhlen- und Pharynxkarzinomen
| Anzahl Stellen
| Ärzte |
31 |
| Pflege |
72 |
| MTT |
15 |
| Verwaltung |
21 | | |
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Ursula Haas Leitung Pflege* |
Cornelia Benz Klinikmanagerin* |
Prof. Dr. med. Peter M. Ott Leitung Poliklinik |
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Prof. Dr. med. Benno Weber Leitender Arzt |
PD Dr. med. Sandro Stöckli Leitender Arzt |
Dr. med. Thomas Spillmann Leitender Arzt |
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PD Dr. sc. techn. Norbert Dillier Leitung exp. Audiologie |
Erika Gruner Leitung Klinische Logopädie |
Denise Minet Leitung Administration | * Klinikleitung
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