Jahresrechnung 2004
Bruno Letsch, Finanzchef

Das Jahr 2004 war durch zwei wesentliche Faktoren gekennzeichnet, die auch in der Rechnung des USZ deutlich zum Ausdruck kommen.

Der Tarmed als neuer Einzelleistungstarif löste im ambulanten Bereich die alten Poliklinikpauschalen ab, die seit vielen Jahren den Kostenentwicklungen nicht mehr angepasst wurden.

Durch gezielte Massnahmen konnte der Aufwand gegenüber dem Vorjahr gesenkt und damit die Kürzungsvorgabe des Kantons im Rahmen des Sanierungs-programms’04 erfüllt werden.

Der Betriebsertrag stieg gegenüber dem Vorjahr um 10 Mio. Fr. oder 2% auf
585 Mio. Fr.

In der stationären Versorgung wurden 339 Mio. Fr. erwirtschaftet. Das sind 12 Mio. Fr. oder 3% weniger als 2003. Zu beachten ist dabei, dass wegen des erhöhten Sockelbeitrags des Kantons für die Zusatzversicherten im Vergleich zum Vorjahr rund 6 Mio. Fr. Mindereinnahmen zu verzeichnen waren. Zudem führte die Einführung einer neuen Abgrenzungsregel zwischen ambulanten und stationären Fällen per Mitte 2004 zu einer Verlagerung von ca. 1’900 Fällen und mehreren Mio. Fr. vom stationären zum ambulanten Bereich. Die Zahl der stationären Patienten nahm daher um 680 oder 2% auf  rund 31’400 ab. Nach mehreren Jahren des Rückgangs konnte der Anteil der Zusatzversicherten wieder erhöht werden, von 21% auf 23%. Wegen der erwähnten Verlagerung ging die Zahl der Pflegetage leicht zurück auf rund 266’000 Tage (-1%), während sich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer geringfügig von 8.4 auf 8.5 Tage erhöhte.
Der ambulante Ertrag stieg von 126 auf 147 Mio. Fr. Dieser Anstieg ist einerseits bedingt durch die Ablösung der bei weitem nicht mehr kostendeckenden Poliklinikpauschalen und anderseits durch die Wechselmenge von stationär zu ambulant. Da neu unter Tarmed die Leistungen in Sitzungen (2004 total 628’000) gemessen werden, ist ein direkter Vergleich mit den früheren Konsultationen (2003 total 389’000) nicht möglich. 82% der Sitzungen wurden in der Poliklinik und 18% der Sitzungen in der Persönlichen Sprechstunde erbracht.

Der Aufwand konnte gegenüber dem Vorjahr deutlich um 35 Mio. Fr. oder 4% auf 831 Mio. Fr. gesenkt werden. Davon sind rund 20 Mio. Fr. strukturell bedingt durch den Wegfall der Poliklinikmedikamente, die seit 2004 direkt durch die Kantonsapotheke abgerechnet werden. Aber auch echte Einsparungen beim Personalaufwand, beim medizinischen Aufwand (Medikamente und Material), beim Betriebs- und Verwaltungsaufwand trugen zur Kostenreduktion bei. Der Stellenbestand sank im Laufe des Jahres um 100 Stellen oder 2% auf 4’826.
Die Abgeltung der Universität Zürich für Aufwendungen im Bereich Lehre und Forschung betrug wie im Vorjahr 66 Mio. Fr.

Der Staatsbeitrag des Kantons Zürich liegt mit 246 Mio. Fr. deutlich tiefer als im Vorjahr (-42 Mio. Fr.) und als budgetiert (-38 Mio. Fr.). Neben der gesetzlichen Pflicht zur Mitfinanzierung der stationären Grundversorgung werden durch den Kanton zusätzliche Leistungen nachgefragt und über ein Globalbudget abgegolten. Dazu gehören die Vorhalteleistungen im Notfall während 24 Stunden und 365 Tagen, Leistungen im Bereich Aus- und Weiterbildung, Lehre und Forschung sowie die Abschreibungen und Zinsen zur Finanzierung der Investitionen.

Erstmals seit dem Jahr 2001 schliesst die Rechnung des USZ wieder mit einem Gewinn. Dieser beläuft sich auf 0.8 Mio. Fr. Der Verlustvortrag aus dem Jahr 2003 kann damit ausgeglichen werden.




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