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Depression Behandlung

Die Depression ist eine sehr häufige psychische Erkrankung mit weitreichenden Auswirkungen auf den Körper. Neben einer depressiven Stimmung, Konzentrationsstörungen, vermindertem Selbstwertgefühl, vermehrter Angst und Unruhe, können auch Schlafstörungen, Kraftlosigkeit, Schmerzen und Appetitverlust Ausdruck einer depressiven Erkrankung sein.

Signale des Körpers entschlüsseln

Körperliche Beschwerden, die bei einer Depression auftreten können, sind oft sehr unterschiedlich und können anderen Krankheitsbildern ähneln. Aus diesem Grund muss am Anfang der Behandlung genau geprüft werden, ob den körperlichen Beschwerden (Müdigkeit, Schlafstörung, Appetit- und Gewichtsverlust, sexuelle Funktionsstörung, Schmerzen etc.) eine primäre Erkrankung des Körpers, z. B. der Schilddrüse oder Unverträglichkeitserkrankungen, zugrunde liegen. Besonders, wenn die Entstehung der Beschwerden mit einer anderen Belastung im Leben zusammen auftritt, ist es wichtig, an eine Depression als mögliche Ursache der Beschwerden zu denken.

Bei unserer Herangehensweise in der Medizinischen Poliklinik steht im Vordergrund, wichtige mögliche Ursachen von Beschwerden, sowohl auf körperlicher, als auch auf psychischer Ebene, zu beleuchten und die Patienten und Patientinnen bei Einordnung ihrer Beschwerden zu unterstützen.

Verschiedene Therapien bei Depressionen

Für die Behandlung von Depressionen werden verschiedene Verfahren angewendet: Verhaltenstherapie, analytische oder tiefenpsychologische Psychotherapie oder Gesprächspsychotherapie. Gute Ergebnisse verspricht häufig eine Verhaltenstherapie. Welche Therapieform gewählt wird, hängt jedoch auch davon ab, welche Vorliebe Erkrankte haben.

  • Bei der Verhaltenstherapie sollen Denkmuster hinterfragt und Verhaltensweisen durch positive Erfahrungen neu gelernt werden.
  • Die analytische Psychotherapie basiert auf Sigmund Freud. Hierbei geht es darum, nicht bewältigte Konflikte oder traumatische Erlebnisse aus früherer Zeit (beispielsweise der Kindheit) zu verarbeiten. Dabei liegt die erkrankte Person auf einer Couch und erzählt, während der Therapierende hinter ihr sitzt.
  • Das tiefenpsychologische Verfahren funktioniert ähnlich, nur sitzen sich dabei Therapeut oder Therapeutin und Patient oder Patientin gegenüber und im Zentrum steht die Lösung von konkreten Problemen.
  • Bei der Gesprächstherapie entsteht ein enges und vertrautes Verhältnis zwischen Therapeut oder Therapeutin und Patient oder Patientin. Der Therapeut oder die Therapeutin äussert dabei ihre Gedanken zu Alltagssituationen des Patienten oder der Patientin.

So wirken Psychopharmaka

Bei schweren Depressionen unterstützen häufig Psychopharmaka die Therapie, meist Antidepressiva. Sie wirken nicht sofort, sondern oft erst nach zwei, manchmal auch erst nach drei, vier oder fünf Wochen. Antidepressiva beeinflussen die Neurotransmitter, die Botenstoffe im Gehirn. Das sind vor allem Serotonin und Noradrenalin. Sie dienen dazu, bei der Übermittlung von Gefühlen im Gehirn winzige Spalten zwischen den Nervenzellen zu überbrücken. Bei depressiven Menschen ist diese Gefühlsübermittlung häufig gestört. Antidepressiva sorgen dafür, dass die Botenstoffe wieder besser funktionieren. Allerdings können dabei Nebenwirkungen auftreten.

Es gibt folgende Gruppen von Antidepressiva:

  • Tri- und tetrazyklische Antidepressiva: Sie hemmen den Abbau der Botenstoffe in den Nervenzellen. Dadurch stehen mehr Botenstoffe zur Weiterleitung von Reizen zur Verfügung. Mögliche Nebenwirkungen sind Herzrhythmusstörungen, Gewichtszunahme, Sehstörungen und Verdauungsprobleme.
  • ssRI/ssNRI: Diese Antidepressiva sorgen ebenfalls dafür, dass Nervenzellen die Botenstoffe langsamer abbauen. Typische Nebenwirkungen sind Herz-Kreislaufprobleme, Übelkeit, Kopfschmerzen und Verdauungsprobleme.
  • MAO-Hemmer: Sie unterdrücken die Wirkung des Enzyms Monoaminoxidase (MAO), das die Botenstoffe im Gehirn abbaut. Als Nebenwirkungen gelten Schlafstörungen, Mundtrockenheit, Unruhe und Blutdruckveränderungen.
  • Lithium: Nur, wenn andere Medikamente nicht helfen, setzen wir Lithium ein. Es verstärkt oft die Wirkung anderer Antidepressiva. Als Nebenwirkungen wurden Durchfall, vermehrte Harnausscheidung und Muskelschwäche beobachtet.
  • Alpha-2-Antagonisten: Sie steigern die Bildung der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin durch Unterdrückung von Gegenspielern.
  • Johanniskraut: Bei einer leichten Depression hilft oft Johanniskraut. Allerdings sollten wir auch hier zu Rate gezogen werden, denn dabei kann es zu Magen-Darm-Beschwerden und allergischen Hautreaktionen kommen.

Vor einer Verordnung klären wir Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten ab. Wenn sich die erkrankte Person deutlich besser fühlt, sollte sie das Antidepressivum noch einige Monate lang weiter nehmen. So vermeidet sie einen Rückfall (Erhaltungstherapie).

Verantwortliche Kaderärztinnen

Maria Wolf, Dr. med.

Oberärztin, Klinik für Konsiliarpsychiatrie und Psychosomatik

Spezialgebiete: Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und psychosoziale Medizin, Konsiliar- und Liaisonpsychiatrie
Tel. +41 44 255 52 80

Lara Robetin, Dr. med. univ.

Oberärztin, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin

Spezialgebiete: Essstörungen, Internistische Psychosomatik
Tel. +41 43 254 17 62

Für Patientinnen und Patienten

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Universitätsspital Zürich
Klinik und Poliklinik für Innere Medizin
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