Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie

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Digitale Mikroskopie/Forschung

Die Peripherblut- und Knochenmarkbeurteilung anhand der Zytomorphologie stellt eine anspruchsvolle und zeitintensive Arbeit dar.

Die Kenntnis der Zellen und deren Verhältnis zueinander zeigen wichtige Erkenntnisse zur Erkrankung Patientin oder des Patienten auf und sie bleibt trotz neuen, moderneren Diagnostiktechnologien weiterhin auch ein wichtiger Bestandteil in der schnellen Erstbeurteilung und Verlaufsbeurteilung von hämatologischen Neoplasien. Es ist verständlich, dass die manuelle Mikroskopie eine grosse interpersonelle Variabilität in der Beurteilung aufweist. Am USZ besteht seit einiger Zeit die Möglichkeit mittels virtueller Mirkoskopie Befunde digital zu beurteilen und somit ein Austausch der Expretenmeinungen zu vereinfachen. Auch als Teaching Möglichkeit kann dies genutzt werden.

Seit 2018 setzt sich der Bereich Diagnostik auch auf dem Gebiet der Forschung mit dem Thema digitale Mikroskopie auseinander. Die Projekte haben das Ziel, anhand von digitaler Mikroskopie in Kombination mit automatisierten Algorithmen die Beurteilung der Knochenmark und Blutbilder zu objektivieren und ggf in Zukunft eine schnelle und automatisierte Beurteilung zu ermöglichen. Unter Einbezug von machine learning erfolgen in diesen Bereich Zusammenarbeiten mit internen und externen (ETH) Forschungsgruppen.

Beispiel virtuelle Mirkoskopie

Akute Promyelozyten Leukämie

Akute myeloische Leukämien sind eine heterogene Gruppe von Erkrankungen. Die Einteilung nach der WHO Klassifikation erfolgt hierarchisch: zunächst nach spezifischen zytogenetischen und molekulargenetischen Veränderungen, dann nach klinischen, morphologischen oder weiteren genetischen Veränderungen, die auf einen Bezug zum MDS hinweisen. Eine eigene Kategorie stellen die t-AML nach vorausgegangener zytotoxischer Therapie dar. Alle AML, die nicht in eine der vorangegangenen Kategorien klassifiziert werden können, werden nach morphologischen Kriterien gemäß ihrer Linienzugehörigkeit und ihres Reifungsgrades ähnlich der früheren FAB-Klassifikation eingeteilt.

Eine besondere morphologisch wichtig zu erkennende Form ist die aktue Promyelozyten Leukämie. Aufgrund der eigentlich guten Prognose dieser Form der aktuen Leukämie ist eine Früherkennung essentiell, da die Letalität durch die Blutgerinnungsaktivierung bedingt durch die Erkrankung hauptsächlich bedingt ist. Durch frühzeitige Therapieeinleitung mit ATRA (Retinoid) wird der Verlauf der Erkranung wesentlich mitbestimmt.

Im folgenden KM Ausstrich sind einige atypische Promyelozyten (Sattelkern-Formen) einer klassischen APL ersichtlich mit dichter zytoplasmatischer Granulation, welche auch immer wieder über den Zellkern liegt und diesen teilweise verdeckt. Bei Durchsicht sind auch die APL definierenden Fagott-Zellen ersichltich welche mit 10 oder mehr Auerstäbchen gut zu erkennen sind.

Die Bestätigung muss anhand des molekulargenetischen Nachweis der Translokation erfolgen.

Bei dem Nachweis eines Rearrangements t(15;17)(q24;q21) wird die Erkrankung auch bei einem Blastenanteil von unter 20 % als APL klassifiziert.

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