Wir reduzieren den Anteil der aus Gas und Öl gewonnenen Energie und senken unseren Energieverbrauch kontinuierlich. Zwischen 2017 und 2024 haben wir in diesem Bereich rund 450 Verbesserungsmassnahmen umgesetzt.
Technikzentrale am USZ: Hier wird Wärme aus der Abluft der Lüftung zurückgewonnen.
Heute deckt das USZ seinen Strombedarf fast ausschliesslich mit Windenergie. Daneben setzen wir auch Wärme in Form von Heisswasser und Dampf ein. Diese Wärme wird zum Beispiel zum Heizen oder zur Sterilisation von Operationsinstrumenten verwendet. Zwei Drittel der Wärme stammt aus CO2-neutralen Quellen. Nur zur Deckung von Spitzenlasten im Tagesverlauf und im Winter werden noch Gas und Öl eingesetzt. Unser Fernwärmeversorger ewz hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil an fossilen Energien von 22 Prozent bis 2040 auf null zu senken.
Im Jahr 2008 unterschrieb das USZ eine Zielvereinbarung mit dem Kanton Zürich, in der sich das Spital verpflichtet, eine jährliche Energieeffizienzsteigerung von 1.5 Prozent erreichen. Im Jahr 2024 konnte das USZ den Stromverbrauch um 0,6% senken – trotz einer Zunahme der Behandlungsfälle um mehr als 5 Prozent. Damit haben wir die kantonale Zielvorgabe zur Energieeffizienzsteigerung erneut übertroffen.

Die Energieeffizienz ergibt sich aus der verbrauchten Energiemenge im Verhältnis zur erbrachten Spitalleistung. Auch externe Faktoren wie etwa die Aussentemperatur beeinflussen die Energieeffizienz. Die Senke im Jahr 2020 lässt sich auf den durch die Corona-Pandemie bedingten, erhöhten Lüftungsbedarf und die Reduktion der Spitalleistungen zurückführen. Im Jahr 2022 begründet sich der Rückgang durch den wärmeren Sommer und die damit verbundene Erhöhung der Kühlleistung.
Das USZ setzt sich mit grossem Engagement für einen nachhaltigen Umgang mit Energie ein. Die Aktivitäten in diesem Bereich gründen unter anderem auf den sechs Grundsätzen im Umgang mit Energie, welche die Spitaldirektion im Jahr 2016 verabschiedet hat. Als erstes Schweizer Spital erhielt das USZ im Jahr 2017 die ISO-50001-Zertifizierung für sein Energiemanagementsystem. Der Geltungsbereich der Zertifizierung umfasst den gesamten USZ Campus (energierelevantes Kernareal).
Zwischen 2017 und 2024 haben wir rund 450 Massnahmen umgesetzt, um den Energieverbrauch zu reduzieren, unter anderem:
Ende 2024 wurde die erste Solaranlage des USZ auf dem Dach des Gebäudes NORD2 installiert. Die Anlage wird eine maximale Leistung von 500 kWp aufweisen und soll jährlich 470 MWh Ökostrom aus erneuerbarer Sonnenenergie produzieren. Die Erzeugung, äquivalent zum durchschnittlichen Jahresverbrauch von rund 100 Vier-Personen-Haushalten, kann vollständig und direkt durch das USZ genutzt werden.
Seit 2024 ist das USZ innerhalb der Gruppe der Universitätsspitäler Teil der Bundesinitiative Vorbild Energie und Klima (VEK). In der Initiative leisten Anbieter öffentlich relevanter Dienstleistungen und institutionelle Investoren ihren Beitrag zur Energiestrategie 2050 des Bundes und zum Pariser Klimaübereinkommen von 2015. Bei den ambitionierten Zielen des USZ soll die Energieeffizienz bis 2030 um 17 Prozent gesteigert (in Bezug auf das Referenzjahr 2018/2019), der Anteil an erneuerbaren Energien auf 62 Prozent erhöht sowie die Stromeigenproduktion ausgebaut werden. Unterstützt werden die Ziele durch 15 gemeinsame und vier spital-spezifische Massnahmen, wie zum Beispiel im Mobilitätsbereich, dem Betrieb von Rechenzentren oder in der Beschaffung. Zudem werden Massnahmen und ein Reduktionsplan zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen ausgearbeitet. Über den Stand der Arbeiten veröffentlicht die Initiative jährlich einen Statusbericht.
Um emissionsintensive Aktivitäten zu identifizieren und gezielt Reduktionsmassnahmen abzuleiten, erstellt das USZ jährlich eine Treibhausgasbilanz, die alle direkten und die relevantesten indirekten Emissionen umfasst. Dabei wird das Greenhouse Gas Protocol (GHG), der internationale Standard zur Berechnung von Treibhausgasemissionen, angewendet.

Im Spitalbetrieb entstehen direkte Treibhausgasemissionen vor allem durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern, den Einsatz von Medizinalgasen und das Entweichen von Kühlmitteln. Solche „Scope 1“ Emissionen stammen grösstenteils aus Heizungen, die an verschiedenen Standorten zum Teil noch mit fossilen Energieträgern betrieben werden. Die bei allfälligem Stromausfall zur Verfügung stehenden Netzersatzanlagen werden zudem mit Diesel betrieben.
Durch den Verbrauch von zugekaufter Energie in Form von Strom oder Fernwärme werden weitere CO2-Emissionen generiert, welche dem „Scope 2“ zugeordnet werden. Diese indirekten, energiebedingten Treibhausgasemissionen sind neben dem Verbrauch auch von der regionalen Energieversorgungssituation abhängig. Fast 100 Prozent des bezogenen Stroms stammt aus CO2-neutraler Windenergie. Der Grossteil der bezogenen Wärme entstammt dem CO2-armen Fernwärmenetz des ewz.
Indirekte Emissionen entstehen auch in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette des USZ. Bei Dienstleistungsunternehmen wie Spitälern haben diese „Scope 3“ Emissionen üblicherweise die grösste Klimawirkung. So verursacht die Herstellung und der Transport der vom USZ beschafften Produkte (z.B. medizinisches Verbrauchsmaterial, Arzneimittel, Arbeitskleidung oder Medizintechnik) grosse Mengen an Treibhausgasen. Am Ende ihrer Lebensdauer müssen diese Produkte wiederum fachgerecht entsorgt werden, was in vielen Fällen erneut Emissionen nach sich zieht. Weitere relevante „Scope 3“ Emissionen fallen rund um die Verpflegung und die Mobilität an.
Auch am USZ machen die „Scope 3“ Emissionen einen beträchtlichen Anteil des gesamten Klimafussabdrucks aus. Die Reduktion der „Scope 1“ und „Scope 2“ Emissionen wird dadurch aber keineswegs weniger wichtig. In diesen Bereichen kann das USZ klimaschonende Massnahmen weitgehend in Eigenregie umsetzen. Parallel dazu werden in Zukunft weitere Massnahmen erarbeitet, welche darauf abzielen, die Emissionen in der Wertschöpfungskette zu verringern. Da diese Massnahmen nicht im direkten Einflussbereich des USZ liegen, wird ein gemeinsames Engagement mit Lieferanten und Geschäftspartnern zentral sein.

Vor allem in den älteren Gebäuden des Universitätsspitals Zürich steigen die Raumtemperaturen während der Hitzeperioden im Sommer stark an. Dank dem Engagement zahlreicher Beteiligter aus unterschiedlichen Bereichen konnten technisch-bauliche Massnahmen in besonders exponierten Räumlichkeiten umgesetzt werden. Die Gebäude entlang der Baustelle MITTE1|2 sind besonders stark von hohen Raumtemperaturen betroffen, da dort effizientes Raumlüften zeitweilig nur beschränkt möglich ist. Es konnten in unterschiedlichen Trakten verschiedene technische Massnahmen wie der Einbau von Umluft-Kühlgeräten, die Installation von Deckenventilatoren oder die Nutzung der Bodenheizung zur Passivkühlung, umgesetzt werden. Neben den technischen Massnahmen haben organisatorische Massnahmen, wie die Nutzung der Nachtauskühlung, das Vermeiden von direkter Sonneneinstrahlung oder die Reduktion von internen Wärmequellen, einen grossen Effekt auf das Raumklima. Die Umsetzung von Raumklimamassnahmen gestaltet sich aufgrund vielfältiger Auflagen seitens des Denkmal- und Brandschutzes, der kantonalen Energiegesetzgebung sowie spitalhygienischer Anforderungen an Klimageräte und Ventilatoren äusserst komplex. Klimatisierungsmassnahmen stehen tendenziell im Widerspruch mit den laufenden Energiesparmassnahmen und Klimaschutzbestrebungen. Anpassungen an längere und wärmere Hitzeperioden sind jedoch unabdingbar, um den Gesundheitsschutz der Mitarbeitenden und ein gutes Genesungsumfeld für die Patientinnen und Patienten zu gewährleisten. Es wird eine gute Balance zwischen dem Komfortgewinn für Patientinnen, Patienten und Mitarbeitende sowie dem steigenden Energiebedarf angestrebt.