Am sechsten CCCZ Precision Oncology Symposium diskutierten Fachpersonen aus Klinik, Forschung und Datenwissenschaft über aktuelle Entwicklungen und zukünftige Perspektiven in der personalisierten Krebsbehandlung.
Am 2. April 2025 fand am Universitätsspital Zürich das sechste Precision Oncology Symposium statt, organisiert vom Comprehensive Cancer Center Zurich (CCCZ). Die Veranstaltung, brachte zahlreiche Expertinnen und Experten aus verschiedenen Disziplinen zusammen – mit dem gemeinsamen Ziel, die Behandlung von Krebserkrankungen individueller und wirksamer zu gestalten.
Das CCCZ nimmt eine zentrale Rolle zwischen klinischer Versorgung und wissenschaftlicher Innovation ein. Die CCCZ Symposien sind Teil eines kontinuierlichen Engagements, den Dialog zwischen Forschung und Praxis zu fördern, um gemeinsam Lösungen für die komplexen Herausforderungen in der Onkologie zu entwickeln.

Thorsten Zenz (links) neben Markus Rudin, Direktor The LOOP Zurich
Das vielfältige Programm umfasste Beiträge zu aktuellen Entwicklungen in der Diagnostik, datenbasierten Therapieansätzen, Single-Cell-Technologien und immunologischen Fragestellungen. Grundsätzliches sprach Wolfgang Huber vom EMBL Heidelberg in seinem Vortrag über die Herausforderungen und Chancen moderner Forschungsbewertung an. Er thematisierte die Herausforderungen in den Bereichen Reproduzierbarkeit von Forschung, dem Einsatz von Metriken wie dem Impact Factor und warb für einen differenzierteren Blick auf wissenschaftliche Leistung. Am Beispiel der DORA-Erklärung zeigte er, wie Institutionen wie das EMBL ihre Bewertungs- und Rekrutierungsprozesse anpassen, um Qualität, Transparenz und gesellschaftliche Relevanz in den Mittelpunkt zu stellen.
„Das heutige Symposium zeigte die bemerkenswerte Breite der aktuellen Forschung in der Präzisionsonkologie – von pädiatrischen Krebserkrankungen bis hin zu modernster Datenwissenschaft, Grundlagenforschung, Einzelzelltechnologien und neuen Immuntherapien. Es ist erfreulich zu sehen, wie die Expertinnen und Experten aus verschiedenen Disziplinen Synergien nutzen und zusammenarbeiten, um die Präzisionsonkologie voranzutreiben.“
Ein Thema in diesem Jahr waren kindliche Krebserkrankungen. Dr. Nastassja Scheidegger vom Kinderspital Zürich stellte die nationale Initiative KIDS-Can vor, die darauf abzielt, schweizweit Kindern mit Krebs den Zugang zu präzisionsmedizinischen Verfahren zu ermöglichen. Ihre Arbeitsgruppe nutzt eine sogenannte Drug Response Profiling (DRP)-Plattform, die eine breite Testung möglicher Therapien an patienteneigenem Zellmaterial erlaubt. Erste Erfolge zeigen, dass dieser Ansatz bereits in der Praxis einen wichtigen Beitrag leisten kann – auch über die Schweiz hinaus, etwa in Kooperationen mit Zentren in Frankfurt und Indien.In einem Keynote sprach Prof. Moshe Oren vom Weizmann Institute in Israel über therapeutische Ansätze, die auf das Tumorsuppressorprotein p53 zielen – ein Gen, das in vielen Krebserkrankungen mutiert ist. Prof. Moshe Oren hat massgeblich das Wissen über p53 erweitert und trägt zur Entwicklung neuer Krebsbehandlungsmöglichkeiten bei. Seine Arbeiten sind ein entscheidender Bestandteil der modernen Krebsforschung. In seinem Vortrag zeigte er auf, welche Chancen, aber auch welche Herausforderungen mit p53-basierten Therapien verbunden sind, und wie neue Strategien zur Reaktivierung dieses wichtigen Proteins zur Verbesserung der Behandlung beitragen könnten.Dieses Jahr war eine Poster-Session Teil des Symposiums, bei der Nachwuchsforschende ihre Projekte vorstellen konnten.
„Ich freue mich sehr, meine Forschung, während der Postersession beim 6. Zurich Precision Oncology Symposium präsentieren zu dürfen. Eine spannende Veranstaltung – ideal, um Ideen zu teilen, sich zu vernetzen und Feedback zur eigenen Arbeit in der Präzisionsonkologie zu erhalten.“

Weeda Mamozai
Zum Ende des Tages wurde deutlich: Fortschritte in der Krebsmedizin sind das Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen – über Disziplingrenzen hinweg. Das Symposium bot auch in diesem Jahr eine wertvolle Plattform für den Austausch von Wissen, Ideen und Visionen für die Zukunft der Präzisionsonkologie.