Fachartikel

HPV-Impfung nach Konisation – Senkung des Rezidivrisikos

Die HPV-Impfung schützt nicht nur vor einer Erstinfektion, sondern senkt auch das Risiko für Rückfälle nach Konisation deutlich. Besonders Frauen, die nach der Operation geimpft werden, profitieren langfristig. Auch über 26-Jährige zeigen eine starke Immunantwort, sodass die Impfung weiterhin sinnvoll sein kann. Die zertifizierte Dysplasie-Sprechstunde des USZ bietet umfassende Beratung zu HPV-bedingten Veränderungen an.

HPV-Impfung nach Konisation als Postexpositionsprophylaxe

Die HPV-Impfung ist in der Schweiz zur Primärprävention von Krebserkrankungen im Genitalbereich, am Anus sowie im Hals- und Rachenbereich bei Personen bis 26 Jahren weitgehend etabliert.2 Die Datenlage zeigt aber auch, dass Frauen, die nach einer Konisation geimpft wurden, ein signifikant reduziertes Risiko für erneute HPV-assoziierte Läsionen hatten. Die Senkung der Rezidivrate hochgradiger Gebärmutterhalserkrankungen lag bei 64.9 % (siehe Infobox), was für eine Postexpositionsprophylaxe mittels HPV-Impfung nach Konisation spricht.

Wirksamer Schutz auch im Erwachsenenalter

In zwei Studien wurden Frauen (FUTURE-III-Studie) und Männer (MAM) im Alter zwischen 27 und 45 Jahren mit einem quadrivalenten HPV-Impfstoff geimpft und bis zu zehn Jahre nachverfolgt.3 Das Resultat: Keine neuen HPV-assoziierten Läsionen oder Genitalwarzen traten in der geimpften Kohorte auf.3 Auch die Immunantwort war robust und anhaltend – vergleichbar mit jüngeren Altersgruppen.3 Obwohl die Impfung den Verlauf einer bestehenden Infektion bei dieser Altersgruppe nicht verändern kann, schützt sie zuverlässig vor neuen Infektionen und Erkrankungen – besonders bei Personen, die zuvor wegen HPV-assoziierter Läsionen behandelt wurden.3  Für Personen über 45 Jahre liegen bisher keine Daten vor und Studien müssen zeigen, ob auch sie von einer Impfung als Rezidivprophylaxe profitieren könnten.

HPV-Expertise in der zertifizierten Dyplasie-Sprechstunde

Die Dysplasie-Sprechstunde der Klinik für Gynäkologie am Universitätsspital Zürich steht unter der Leitung von Dr. med. Cristian Bronz. Als eine der wenigen Einrichtungen in der Schweiz ist sie von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert und bündelt die langjährige Expertise betreffend HPV-bedingten Veränderungen. Patientinnen mit auffälligen Zervixbefunden profitieren hier von einem hohen Mass an diagnostischer Sicherheit und einem breiten Spektrum an therapeutischen Optionen. Diese reichen von der engmaschigen Kontrolle bis zur operativen Therapie. Bei bestehendem Kinderwunsch wird ein besonderes Augenmerk auf zervixschonende Strategien gelegt und die konservativen Massnahmen werden nach Möglichkeit ausgeschöpft. Die wöchentlichen Fallbesprechungen im interdisziplinären Team ermöglichen eine präzise Risikoeinschätzung und eine individuelle Behandlungsplanung.

Referenzen

  1. Joura EA, et al. Effect of the human papillomavirus (HPV) quadrivalent vaccine in a subgroup of women with cervical and vulvar disease: retrospective pooled analysis of trial data. BMJ. 2012 Mar 27;344:e1401.
  2. BAG – Bundesamt für Gesundheit. Humane Papillomaviren (HPV). Zugriff am 31.03.2025.
  3. Maldonado I, et al. Effectiveness, immunogenicity, and safety of the quadrivalent HPV vaccine in women and men aged 27-45 years. Hum Vaccin Immunother. 2022 Nov 30;18(5):2078626.
  4. Fachinformation Gardasil® 9, www.swissmedicinfo.ch (Stand Dezember 2024)

Cristian Bronz, Dr. med.

Oberarzt, Klinik für Gynäkologie

Tel. +41 44 255 50 36
Spezialgebiete: Schwerpunkt operative Gynäkologie und Geburtshilfe FMH, Dysplasie (Kolposkopiediplom AGCPC), Vulvaerkrankungen, genetische Beratung

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