Kaiserschnitt

Bei einem Kaiserschnitt werden die Bauchdecke und die Gebärmutter der Mutter chirurgisch eröffnet und das Baby kommt als «Bauchgeburt» auf die Welt. Es gibt zwei Arten von Kaiserschnitten: den geplanten Kaiserschnitt, der im Voraus geplant wird, und den Notfallkaiserschnitt, der bei akuten Komplikationen während der Geburt durchgeführt wird.

Ablauf - so wird ein Kaiserschnitt durchgeführt

Geplanter Kaiserschnitt

Der geplante Kaiserschnitt beginnt mit einer sorgfältigen Vorbereitung. Sie besprechen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt alle Details und Risiken des Eingriffs. Im Operationssaal erhalten Sie eine regionale Anästhesie, um Schmerzen während des Eingriffs zu verhindern. Das Operationsgebiet wird mit einem „Fenstertuch“ abgedeckt, das den Eltern die Möglichkeit bietet, die Geburt auf Wunsch direkt und hautnah zu erleben (siehe unten). Die Geburtsmedizinerin führt einen queren Schnitt im Unterbauch und der Gebärmutter durch und entwickelt das Baby vorsichtig. Entwickeln bedeutet in der medizinischen Fachsprache, dass das Baby vorsichtig aus der geöffneten Gebärmutter herausgehoben wird. Dies ist der eigentliche Moment der Geburt. Anschliessend werden die Gebärmutter und alle folgenden Schichten durch eine Naht verschlossen. Die Dauer eines ersten geplanten Kaiserschnittes beträgt in der Regel etwa 30 Minuten.

Geht es dem Baby gut, wird es so rasch wie möglich auf die Brust der Mutter gelegt, um einen intensiven Hautkontakt herzustellen und die erste Bindung zwischen Mutter und Kind zu fördern.

„Dieses erste fast Haut auf Haut Erlebnis stärkt die Bindung zwischen Mutter und Kind und unterstützt auch den Start ins Stillen. Es ist ein besonderer Beginn des gemeinsamen Lebens.“

Prof. Dr. med. Nicole Ochsenbein-Kölble, Klinikdirektorin und Chefärztin Geburtshilfe

Notfallkaiserschnitt

Im Gegensatz dazu wird ein Notfallkaiserschnitt durchgeführt, wenn während der Geburt akute Komplikationen auftreten und eine sofortige Entbindung erforderlich ist. Dies kann bei Problemen wie Plazentaablösung, Geburtsstillstand oder fetaler Notlage der Fall sein. Der Notfallkaiserschnitt wird in der Regel unter Vollnarkose oder einer schnellen regionalen Anästhesie durchgeführt, um eine schnelle Entbindung zu gewährleisten und das Leben von Mutter und Kind zu schützen.

Am USZ dauert die Entscheidungs-Entbindungszeit nur etwa neun Minuten. Das bedeutet, dass innerhalb dieser neun Minuten die Entscheidung zum Notfallkaiserschnitt gefällt und das Kind per Kaiserschnitt auf die Welt geholt wird. Damit wird der vom Kanton Zürich festgelegte Zielwert von 15 Minuten deutlich unterschritten.

Vorbereitung des Kaiserschnitts

Für beide Arten von Kaiserschnitten ist eine gründliche Vorbereitung unerlässlich. Beim geplanten Kaiserschnitt werden Sie und das medizinische Team (Geburtshelfer, Hebamme und Anästhesie) alle Details des Eingriffes besprechen. Ausserdem führen wir einige Tests durch, um den Zustand von Mutter und Kind zu überprüfen. Vor dem Kaiserschnitt dürfen Sie für einige Stunden keine Nahrung und Flüssigkeit zu sich nehmen.

Beim Notfallkaiserschnitt ist eine schnelle Entscheidungsfindung und Kommunikation zwischen dem medizinischen Behandlungsteam und Ihnen als Eltern von grösster Bedeutung.

Nachsorge

Die Nachsorge nach einem Kaiserschnitt ist entscheidend für Ihre Genesung. Sie bleiben in der Regel für drei bis vier Tage in der Wochenbettstation des USZ, damit wir die Wundheilung und den Gesundheitszustand überwachen können. Sie sollten sich ausreichend ausruhen und anstrengende körperliche Aktivitäten meiden. Ausserdem sollte die Wunde sauber gehalten und vor Infektionen geschützt werden. Unsere Pflegefachfrauen und Hebammen unterstützen Sie beim Stillen und der Pflege Ihres Babys.

Das sagen Eltern über uns

  • Leah H.

    Wir waren für einen Kaiserschnitt am USZ in einem Privatzimmer: tolle Betreuung durch ein kompetentes Hebammenteam.
  • Martina F.

    Einen speziellen Dank möchten wir auch dem Pflegeteam auf der Bettenstation aussprechen. Sie haben mich nach dem Kaiserschnitt so liebevoll und kompetent betreut, dass ich in den 4 Tagen auf der Bettenstation nicht nur gelernt habe, unseren Sohn zu stillen, sondern auf körperlich wieder so fit wurde, dass wir vom Spital nach Hause spazieren konnten.
  • Sebastian M.

    Unser Sonnenschein wurde im USZ geboren und wir haben uns jederzeit sowohl fachlich professionell als auch menschlich liebevoll betreut gefühlt! Von der Aufnahme am frühen Morgen durch die Hebammen über die Sectio bis hin zur Betreuung auf der Abteilung war wirklich alles wunderbar! Uneingeschränkt sehr empfehlenswert!

Häufig gestellte Fragen zum Kaiserschnitt

Viele Mütter berichten, dass sie durch das Sectiofenster verstärkt das Gefühl haben, aktiv Teil der Geburt zu sein – ein Erlebnis, das sie als sehr berührend und bereichernd empfinden. Eine Studie der Charité Berlin (Armbrust et al., 2016) zeigt, dass Eltern, die eine sogenannte Family-Centered Cesarean erleben, den Geburtsmoment signifikant positiver wahrnehmen.
Mütter und Väter berichten über eine intensivere emotionale Bindung und grössere Zufriedenheit.

Das Universitätsspital Zürich bietet seit 2023 das sogenannte Sectiofenster an – eine Möglichkeit, den Geburtsmoment auch bei einem Kaiserschnitt live mitzuerleben. Durch ein transparentes, steriles Tuch können Mutter und Vater den Moment sehen, in dem ihr Kind geboren wird – ein einzigartiger Augenblick voller Emotionen. Seither werden im USZ über 90% der Kaiserschnitte mit Fenster durchgeführt.

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Melden Sie sich gerne bei uns für ein Erstgespräch oder lassen Sie sich von Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen an uns überweisen.

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Regelmässig ausgezeichnete Fachklinik

Die Klinik für Geburtshilfe des USZ wurde von der «Handelszeitung» in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Statista als beste Fachklinik der Schweiz ausgezeichnet und belegt regelmässig Spitzenplätze im nationalen Vergleich. Besonders die positiven Bewertungen durch medizinische Expertinnen und Experten unterstreichen das schweizweit hohe Ansehen der Klinik. Auch die neuen Räumlichkeiten der Klinik zeigen Wirkung: Die Ausstattung der Gebärzimmer punktet als «Standout-Treatment».

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