Chantal ist als Pflegehelferin bei uns eingestiegen und kennt das USZ nach 30 Jahren in- und auswendig. Was ihr aus der Zeit besonders in Erinnerung geblieben ist und warum sie vielleicht bis zur Pensionierung am USZ bleibt, erzählt sie im Interview.
Du bist seit 30 Jahren am USZ. Erzähl uns von einem besonderen Erlebnis in dieser Zeit.
Als Pflegehelferin habe ich dabei geholfen, eine Hochzeit für einen sterbenden Patienten zu organisieren. Ein Beamter vom Standesamt hat die Trauung auf der Station vollzogen. Danach durfte das Paar in einem Zimmer übernachten, welches wir mit Rosen und Herzen dekoriert hatten. Drei Tage später ist der Patient gestorben. Das war ein unglaubliches Erlebnis, das ich nie vergessen werde.
Was macht das USZ sonst zu einem besonderen Ort?
Da wir ein Universitätsspital sind, kann man hier unheimlich viel lernen. Und jeder kann sich weiterentwickeln. Wir bilden so viele Lernende und Studierende aus, in einer Vielzahl an Ausbildungen. Wer sich für Medizin interessiert, ist hier definitiv richtig. Ich selbst hatte das Glück, immer gute Vorgesetze zu haben, die mich unterstützt und gefördert haben.
Wie war dein persönlicher Werdegang?
Nicht sehr typisch. Ich komme ursprünglich aus Haiti. Dort habe ich Wirtschaft studiert. Ich konnte mir aber nicht vorstellen, in einem Büro zu arbeiten. Während des Studiums habe ich mich auch zur Schneiderin ausbilden lassen. Als ich dann in die Schweiz kam, habe ich in der Pflege den richtigen Ort für mich entdeckt. Ich mag Menschen, möchte etwas Sinnvolles machen und arbeite gerne im Team.
Du bist als Pflegehelferin eingestiegen.
Ja. Damals war es ein ganz anderer Beruf als heute. Es gab noch keine Hotellerie und keinen Transportdienst. Also haben wir, neben pflegerischen Tätigkeiten, auch Essen bestellt, Patient:innen transportiert, Botengänge gemacht und diverse Informationen eingeholt. Der Kontakt zu den Patient:innen hat mir sehr gefallen. Als ich mich weiterentwickeln wollte, habe eine Ausbildung zur medizinischen Sekretärin gemacht.
Heute hast du eine Doppelrolle als Abteilungskoordinatorin und Verwaltungssekretärin.
Genau. Als Koordinatorin habe ich mit fast allen Berufsgruppen am USZ zu tun. Das Telefon klingelt ständig, ich sitze mitten in der Abteilung und neue Anfragen werden von allen Seiten an mich herangetragen. Ich muss immer wieder neu priorisieren und es wird nie langweilig. Als Sekretärin bin ich zuständig für alle Rechnungen der stationären Behandlungen. Da kann ich auch mal durchatmen und in Ruhe arbeiten. Diese Kombination ist ideal für mich. Wer weiss, vielleicht bleibe ich sogar bis zur Pensionierung am USZ.