Auf seiner Mitgliederversammlung 2025 hat das Comprehensive Cancer Center Zurich (CCCZ) zwei herausragende Nachwuchsmediziner mit dem Ida de Pottère-Leupold- und dem Dr. iur. Erik de Pottère Krebsforschungspreis ausgezeichnet.
Gegründet von Dr. iur. Erik de Pottère im Jahr 1960, die Ida de Pottère-Leupold und Dr. iur. Erik de Pottère Stiftung unterstützt seit langem die Krebsforschung an der Universität Zürich. Seit 2019 werden mit dem Preis jährlich herausragende wissenschaftliche Leistungen von Doktoranden, Nachwuchswissenschaftlern und forschenden Ärzten innerhalb des CCCZ ausgezeichnet, die einen wichtigen Beitrag zur grundlegenden und klinischen Krebsforschung leisten.
Würdigung herausragender wissenschaftlicher Leistungen
Im Jahr 2025 wurde der Preis in der Kategorie Physician Scientists an Dr. Irma Telarovic und Dr. Alessa Fischer verliehen, deren Forschung sich mit zwei hochrelevanten und herausfordernden Bereichen in der Onkologie befasst: der Optimierung von Kombinationen aus Strahlentherapie und Immuntherapie sowie der Behandlung und Prognose von seltenen neuroendokrinen Tumoren.
Irma Telarovic vom Labor für Angewandte Strahlenbiologie an der Klinik für Radioonkologie des Universitätsspitals Zürich wurde für ihre präklinische Arbeit ausgezeichnet, in der sie untersucht, wie der Zeitpunkt der tumorentfernenden Lymphknotenbestrahlung die Wirksamkeit einer kombinierten Strahlentherapie und Immun-Checkpoint-Blockade beeinflusst. Ihre Arbeit zeigt, dass eine verzögerte Bestrahlung die Wirksamkeit der Behandlung auch in Modellen für metastasierte Erkrankungen erhalten kann, was neue Perspektiven für die klinische Anwendung eröffnet. Wenn sie über die Motivation ihrer Forschung nachdenkt, betont sie die Kluft zwischen experimentellen Versprechungen und der Anwendung in der realen Welt:
„Während präklinische Studien sehr vielversprechend für das synergistische Zusammenspiel von Strahlen- und Immuntherapie sind, war die effektive klinische Umsetzung dieser Erkenntnisse bisher begrenzt. Meine Forschung konzentriert sich darauf, die Haupthindernisse für den Erfolg von Kombinationen aus Strahlentherapie und Immuntherapie aufzuklären, mit dem Ziel, leicht zugängliche und einfach umsetzbare klinische Strategien zur Verbesserung der Patientenergebnisse zu finden.“
Irma Telarovic
Ihre Ergebnisse, die in Nature Communications (2024) veröffentlicht wurden, tragen zu einem neuen Verständnis darüber bei, wie Strahlentherapie und Immuntherapie optimal kombiniert werden können, um die therapeutischen Ergebnisse zu verbessern.
Alessa Fischer von der Abteilung für Endokrinologie, Diabetologie und klinische Ernährung am Universitätsspital Zürich wurde für ihre Arbeit über metastasierende Phäochromozytome und Paragangliome ausgezeichnet – seltene neuroendokrine Tumore, die sowohl sehr heterogen als auch klinisch schwierig sind. Im Rahmen einer retrospektiven multizentrischen Kohortenstudie analysierte sie das Ansprechen auf die Behandlung, Biomarker und die langfristigen Ergebnisse der Patienten und lieferte damit wertvolle Erkenntnisse für die klinische Entscheidungsfindung in einem Bereich, für den es nur wenige Daten gibt. Sie beschreibt die Motivation für ihre Forschung in klaren Worten:
„Neuroendokrine Tumore sind selten und sehr heterogen, was bei den Patienten zu erheblichen Unsicherheiten bei der Behandlung führt. Das hat mich dazu motiviert, translationale Forschung zu betreiben, die sich mit Lücken in der Prognose, der Behandlung und den Langzeitfolgen befasst und dazu beiträgt, die Behandlung von Patienten mit Tumoren wie Phäochromozytomen und Paragangliomen zu verbessern.“
Alessia Fischer
Ihre Veröffentlichung, die im European Journal of Endocrinology (2023) erschienen ist, stellt eine der wenigen umfassenden Analysen dieser seltenen Tumoren dar und hat bereits das Interesse von Klinikern und Forschern in ganz Europa geweckt.