Unter dem Titel „Ärztliche Weiterbildung: Kritische Ausblicke“ fand am 14.11.2025 das Weiterbildungssymposium des USZ statt. Zahlreiche Teilnehmende aus verschiedensten klinischen Bereichen nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Zukunftsfragen auszutauschen.
Ein starker Auftakt
Nach einem herzlichen Willkommen durch Prof. Dr. med. Christian Baumann, Maren Denker und Prof. Dr. med. Jan Breckwoldt begann das Symposium mit einem Einblick in die Praxis:
Unter dem Titel „EPA – quo vadis?“ berichteten Ph.D. Heiko Schneider und Dr. med. Elisabeth Stojenthin aus der Kardiologie über ihre Erfahrungen mit den Entrustable Professional Activities (EPAs). Als einer der ersten Bereiche am USZ, der flächendeckend damit arbeitet, zeigte die Kardiologie eindrucksvoll, wie strukturierte Kompetenzmessung und praxisnahe Lerngelegenheiten zur Qualitätssteigerung beitragen. Der Beitrag stiess auf grosses Interesse – viele Fachbereiche nahmen wertvolle Impulse für die eigene Weiterbildung mit.
Keynote: Educational Alliance und wirksames Feedback
Ein Höhepunkt war das Keynote-Interview mit Prof. Dr. Sylvia Heeneman von der Maastricht University. Unter dem Titel „Feedback That Sticks“ zeigte sie, wie wichtig eine vertrauensvolle Educational Alliance zwischen Lernenden und Lehrenden für nachhaltiges Feedback ist. Im Dialog mit Moderator Prof. Jan Breckwoldt wurden konkrete Strategien diskutiert, wie Lehrpersonen Feedback so gestalten können, dass es im klinischen Alltag wirkt und Entwicklungsprozesse gezielt unterstützt.
Debatte: Hol- oder Bringschuld?
Nach der Pause folgte eine lebhafte Pro-und-Contra-Debatte, moderiert von Maren Denker:
• PD Dr. med. Florin Allemann vertrat die Holschuld: Lernende müssen gewollt und aktiv Chancen suchen und Verantwortung übernehmen.
• Prof. Dr. med. Valentin Neuhaus argumentierte für die Bringschuld: Weiterbildende Kliniken müssen geeignete Lernumgebungen schaffen und strukturiertes Teaching ermöglichen.
Die Diskussion war engagiert und führte zu einem intensiven Austausch – ein Format, das besonders gut ankam.
Aktueller Stand des SIWF
Zum Abschluss gab Dr. med. Nathalie Koch, Präsidentin a.i. des SIWF, einen Überblick über die aktuelle Situation und zukünftige Entwicklungen der schweizerischen Weiterbildungsreform. Im anschliessenden Gespräch mit Dr. Richard Mansky wurden wichtige Fragen rund um Kompetenzorientierung, Qualitätssicherung und die Weiterentwicklung beleuchtet.
Ausklang beim Apéro
Beim anschliessenden Apéro nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung. Die Rückmeldungen waren sehr positiv – besonders hervorgehoben wurden die Aktualität der Themen und die gelungene Mischung der Formate.
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