Seit 25 Jahren steht Marcel mit Freude und Leidenschaft in der Küche. Heute sind seine VIPs die Patientinnen und Patienten des USZ.
Warum sollten Jugendliche den Beruf Koch oder Köchin wählen?
Auch nach 25 Jahren mache ich meinen Beruf mit Leidenschaft. Es ist ein schönes Handwerk und ein gefragter Beruf, wofür sich auch immer mehr Frauen interessieren. Ich konnte mir als Jugendlicher nicht vorstellen, in einem Büro zu arbeiten. Ich mag Bewegung im Alltag. Damals wollte ich mit meinem Beruf die Welt bereisen. Das ist als Koch oder Köchin möglich.
Du hast deine Lehre im KKL in Luzern gemacht. Was war daran besonders?
Kurz nach der Eröffnung des KKL durfte ich dort als Kochlernender anfangen. Ich empfand es als Privileg, eine Prüfung zu absolvieren, damit der Betrieb zukünftig als Ausbildungsort zugelassen wird. Es war ein sehr spannender Berufseinstieg mit Banketten für über 1’000 Gäste und bis zu 3’000 Kongress-Teilnehmenden aus aller Welt. Für einen Event wurde sogar der Starkoch Anton Mosimann mit seiner ganzen Kochbrigade eingeflogen.
Danach hattest du verschiedene Anstellungen in Restaurants und Hotels der gehobenen Klasse.
Auf diese Jahre schaue ich gerne zurück. Ähnlich wie bei Assistenzärztinnen gibt es als Koch klassische Einstiegspositionen, in denen man Erfahrung sammelt und sich hocharbeitet. Ich durfte für Stars wie Rodger Federer oder Tina Turner kochen. Und habe viel darüber gelernt, wie man mit Druck und Herausforderungen im Alltag umgeht, was ein Team zusammenschweisst und Menschen motiviert.
Warum hast du dich zum Diätkoch weitergebildet?
Ich finde es sehr sinnstiftend, für Patienten und Patientinnen mit Einschränkungen in der Ernährung möglichst kreativ zu kochen. Es macht mir grosse Freude, mit den richtigen Speisen die Gesundheit und das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten zu fördern. Dafür braucht es Fingerspitzengefühl und Fachwissen. Als Diätkoch habe ich viel über Ernährungslehre und Diätetik gelernt, um die Krankheitsbilder zu verstehen.
Du bist jetzt seit 10 Jahren am USZ. Was gefällt dir hier?
Kein Tag ist wie der andere, da die Patientenbedürfnisse stets variieren. Die Diätküche ist wie ein kleines Restaurant innerhalb der Spitalküche. Da gibt es immer wieder spontane Änderungen und Wünsche, die wir möglichst alle umsetzen. Wir stehen nie still, optimieren ständig unsere Prozesse, führen neue Kostformen ein. Ausserdem ist das USZ bekannt als Kaderschmiede. So konnte ich hier eine Ausbildung zum Chefkoch machen und eine Leitungsfunktion übernehmen. Vor allem aber ist die Arbeit am USZ für mich persönlich sehr sinnstiftend. Ich weiss, warum ich aufstehe, und warum es sich lohnt, vollen Einsatz zu geben.