Frauen mit schweren Brandverletzungen haben häufiger Bakterien im Blut als Männer. So der Befund einer am Universitätsspital Zürich durchgeführten Studie. Die Ergebnisse können helfen, Patientinnen gezielter zu überwachen und zu behandeln.
Geschlechterunterschiede haben in den letzten Jahren zunehmend Aufmerksamkeit in der Forschung und der medizinischen Praxis gefunden. Bei verschiedenen Krankheiten sind inzwischen eine geschlechtsspezifische Anfälligkeit, Häufigkeit sowie verschiedene Symptome und Krankheitsverläufe bei Frauen und Männern bekannt und werden in die Behandlung einbezogen.
In einer retrospektiven Studie hat ein Team aus Spezialistinnen und Spezialisten der Infektiologie, der Intensivmedizin und der Verbrennungsmedizin am Universitätsspital Zürich untersucht, ob Blutstrominfektionen (Bakteriämien) bei schwerbrandverletzten Menschen geschlechtsabhängig häufiger auftreten. Dafür wurden Daten von 269 Patientinnen und Patienten ausgewertet, die zwischen Januar 2017 und Dezember 2021 im Zentrum für Schwerbrandverletzte am USZ behandelt wurden. Mit überraschendem Resultat: Die Frauen in der untersuchten Gruppe waren häufiger betroffen als Männer, obwohl Frauen generell eine bessere Infektionsabwehr haben.
In einer weiteren Studie sollen diese ersten Resultate genauer untersucht werden. Die Ergebnisse können aber schon jetzt helfen, die Behandlung von Frauen verbessern; so empfiehlt das Forschungsteam, Frauen mit schweren Verbrennungen intensiv auf bakterielle Infektionen im Blut zu überwachen.
Gefördert wurde die Studie vom Schweizerischen Nationalfonds.
Publikation: Nicole J.M. Schweizer et al. Impact of sex on the development of bacteremia in critically ill burn patients: A retrospective cohort study. Burns, Volume 52, Issue 2, 2026, 107845. doi.org/10.1016/j.burns.2025.107845.
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