Wie funktioniert Radiosynoviorthese?
Chronisch entzündete Gelenke werden mit radioaktiven Stoffen, so genannten Beta-Strahlern, behandelt. Damit wird die Gelenkinnenhaut verödet, was zu einer Reduktion der Ergussbildung im Gelenk sowie zu Schmerzminderung oder -freiheit führt. Die Wirkungen treten allmählich ein, teilweise bereits nach wenigen Tagen. Die endgültige Wirkung lässt sich nach drei bis vier Monaten beurteilen.
Wie läuft die Behandlung ab?
Vorbereitung und Aufklärung
Nach der Zuweisung vereinbaren wir einen ambulanten Termin in unserer Sprechstunde. Dabei prüfen wir, ob die Radiosynoviorthese (RSO) für Sie geeignet ist und ob Gründe gegen eine Behandlung sprechen. Zudem informieren wir Sie über den Behandlungsablauf, mögliche Risiken und notwendige Vorsichtsmassnahmen.
Behandlung und Spitalaufenthalt
Die Behandlung erfolgt in der Regel im Rahmen eines kurzstationären Spitalaufenthalts von Donnerstag bis Sonntag. Je nach individueller Situation, insbesondere bei kleinen Gelenken wie den Fingergelenken, ist auch eine ambulante Behandlung möglich.
Am ersten Behandlungstag wird nach einer ärztlichen Untersuchung das radioaktive Präparat direkt in das betroffene Gelenk injiziert. Gleichzeitig wird Kortison verabreicht, um eine vorübergehende Reizung des Gelenks durch das radioaktive Präparat zu vermindern.
Anschliessend muss das behandelte Gelenk geschont und entlastet werden. Je nach betroffenem Gelenk können dafür beispielsweise Gehstöcke oder eine Schiene für die Nacht erforderlich sein. Bei einer Behandlung an der unteren Extremität erhalten Sie zudem eine Thromboseprophylaxe, um das Risiko von Blutgerinnseln zu reduzieren.
Nach der Behandlung
Bei normalem Verlauf können Sie das Spital in der Regel am dritten Tag nach der Behandlung verlassen. Gehstöcke sind dann üblicherweise nicht mehr notwendig, und das behandelte Gelenk kann wieder normal belastet werden.
Auf Sport und übermässige körperliche Belastungen sollten Sie während zwei Wochen nach der Behandlung verzichten, damit sich das Gelenk ausreichend erholen kann.
Wiederholung der Behandlung
Je nach Behandlungserfolg und weiterem Krankheitsverlauf kann die Radiosynoviorthese wiederholt werden. Wir empfehlen, eine erneute Behandlung frühestens sechs Monate nach der vorherigen durchzuführen.
Welche Risiken bestehen?
Aus medizinischer Sicht ist die Radiosynoviorthese ein kleiner Eingriff. Die Risiken sind ähnlich wie bei einer normalen Gelenkpunktion: es gibt ein minimales Risiko für Infektionen oder Blutungen. Jedoch kann bei Austreten von radioaktiver Substanz ausserhalb des Gelenks kann es zu Strahlennekrosen kommen, bei korrekter Vorabklärung (u.a. Ausschluss einer rupturierten oder grossen, rupturgefährdeten Baker-Zyste bei Behandlung des Knie) und im Anschluss an die Behandlung oben erwähnte Ruhigstellung ist das Risiko hierfür jedoch sehr gering.
Als Vorteil der Behandlung sind vor allem die geringen Risiken aufgrund des nichtoperativen Verfahrens, der häufig langandauernde Effekt, sowie die im Gegensatz zu vielen rheumatologischen Basistherapien fehlende Unterdrückung des Immunsystem oder anderer Medikamentenebenwirkungen zu nennen.
Wann ist die Behandlung nicht geeignet oder besondere Vorsicht erforderlich?
• Fortgeschrittene Gelenkdestruktion mit Knorpelverlust
• Lokale Infekte oder Hauterkrankungen im Bereich der Punktionsstelle
• Rupturierte Bakerzyste
• Massiver Hämarthros
• Schwangerschaft / Stillzeit