Valerie Treyer bei der Arbeit

Arbeiten am USZ

„Der Drang, herauszufinden, wie die Dinge zusammenhängen, treibt mich an.“

Valerie möchte wissen, was im Inneren vor sich geht. Seit über 20 Jahren nutzt die Professorin die Bildgebung, um Vorgänge im menschlichen Körper sichtbar zu machen und besser zu verstehen. Ihre Erfahrung aus der Forschung bringt sie auch in die Politik ein.

Du forschst schon seit über 20 Jahren. Was hat sich seither verändert?

Während meiner Dissertation habe ich noch allein geforscht und fast alles selbst gemacht. Das wäre heute nicht mehr möglich. Die Prozesse sind aufwändiger geworden, die Forschung komplexer. Dadurch ist aber auch die Qualität gestiegen. Und die internationale Vernetzung ist einfacher geworden. Forscher aus anderen Ländern kommen auf mich zu, um Daten zu vergleichen und neue Fragestellungen zu beantworten.

Auch die Technologie hat sich stark verbessert.

Ja. Ich konnte die Entwicklung der beinahe totgesagten Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zur weltweit erfolgreichen Kombination mit Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MR) nicht nur miterleben, sondern aktiv mitgestalten.

Das ist nun 25 Jahre her – Ende Oktober feiern wir das Jubiläum. 

Was hält deine Faszination an der Forschung bis heute am Leben?

Der Drang, herauszufinden, wie die Dinge zusammenhängen, treibt mich an. Insbesondere die angewandte Forschung fasziniert mich: Nicht nur einzelne Zellen im Labor zu sehen, sondern die Umsetzung beim Menschen mit seiner Lebensgeschichte. Dieses Wissen möchte ich nutzen, um herauszufinden, wie man etwas verändern kann – auch durch Veränderungen im Verhalten oder in den Lebensbedingungen.

Welche Erkenntnisse hast du zu Alzheimer und gesundem Altern gewonnen?

Dass das Fundament für Gesundheit oder Krankheit im Alter schon früh gelegt wird. Bildung und Einkommen haben einen grossen Einfluss darauf. Und auch das Geschlecht: zwei Drittel der Alzheimer-Betroffenen sind Frauen. Die gute Nachricht ist: Man kann was dagegen tun. Sich gesund ernähren, sich bewegen, kreativ sein und soziale Kontakte pflegen. In dieser Hinsicht macht die junge Generation vieles richtig.

Du warst drei Jahre ganz in der Privatwirtschaft tätig.

Das war ein spannender Einblick in eine andere Welt mit anderen Werten. Am USZ bin ich aber am richtigen Ort. Hier arbeite ich interdisziplinär mit anderen Fachexperten zusammen – aus der Chemie, Psychologie, Onkologie, Kardiologie sowie mit Radiologie-Fachpersonen, der Pflege, IT und den Infrastruktur-Teams. Gemeinsam können wir verschiedene Perspektiven beleuchten und den Menschen so besser verstehen. So etwas ist nur an einem universitären Spital wie dem USZ möglich.

Was hat dich motiviert, in die Politik zu gehen?

Viele Forscher werden um die 50 herum entweder philosophisch oder politisch. Es reicht nicht, Forschungsergebnisse zu publizieren. Ich möchte die Forschung in die Politik bringen und setze mich ein für faktenbasierte Dialoge. Ich möchte der Gesellschaft die Erkenntnisse zurückzugeben, die ich im Laufe der Jahre gewonnen habe. Und wünsche mir, dass wir jetzt mutige Entscheidungen treffen für die Zukunft der kommenden Generationen.

Valerie Treyer, Prof. Dr. sc. nat.

Oberassistentin habil, Klinik für Nuklearmedizin

Tel. +41 44 255 40 15
Spezialgebiete: Forschungsgruppe: Demenzforschung, Molekulare Hirnbildgebung, Forschung mit Biomarker und molekulare Bildgebung im Hirn, Herz und Tumoren