Miriam bei der Arbeit

Arbeiten am USZ

„Interessanter als hier kann es nicht werden.“

Miriam hat ihren Weg in die klinische Logopädie über ein Studium in den Niederlanden gefunden. Mit viel Herzblut hat sie eine spezialisierte Sprechstunde für Kopf-Hals-Tumor-Patienten mitentwickelt. Heute verbindet sie ihre klinische Tätigkeit mit ihrer Leidenschaft für die Forschung.

Warum hast du dich für die Logopädie als dein Fachgebiet entschieden?

Ursprünglich hatte ich andere Ideen und dachte während des Gymnasiums sogar an ein Medizinstudium. Da mir Kommunikation extrem wichtig ist, kam die Logopädie auf. Ich habe mich für ein vierjähriges Studium in den Niederlanden entschieden. Dieses hatte auch einen wissenschaftlichen Fokus und entsprach meinem Wunsch, im medizinischen Bereich mit Erwachsenen zu arbeiten.

Was macht das USZ zu einem besonderen Arbeitsort?

Das USZ bietet eine hochspezialisierte Umgebung, insbesondere in der Phoniatrie und klinischen Logopädie. Häufig werden Patienten zu uns geschickt, wenn Ärzte in der Praxis nicht mehr weiterwissen. Wir untersuchen und behandeln die ganze Bandbreite an Stimm- und Schluckstörungen – von Folgen eines Schlaganfalls bis zur Angst vor dem Schlucken. Auch Sänger und trans Personen, die ihre Stimme verbessern möchten, werden bei uns behandelt. Schluck- und Stimmstörungen untersuchen wir immer im Tandem aus Ärzteschaft und Logopädie. Das gibt es in dieser Form in der Schweiz fast nirgendwo. Interessanter als hier kann es nicht werden.

Wie hilft dir dein Master in Global Health in deinem Alltag?

Es ist kein typischer Master für Logopäden. Aber mich hat schon immer interessiert, wie die Kultur die Medizin und Gesundheitssysteme beeinflusst. Ob in China oder Indien – die Herangehensweise an Gesundheit ist überall anders. Dieses Wissen hilft mir im Spitalalltag enorm, wenn ich Patienten aus anderen Kulturkreisen untersuche. Ich verstehe besser, wie sie ihre Beschwerden kommunizieren oder warum sie Probleme unterschiedlich wahrnehmen.

Gemeinsam mit einer Kollegin hast du eine spezielle Sprechstunde entwickelt.

Ja. Wir beraten Patientinnen und Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren schon vor Beginn ihrer Behandlung und über mehrere Jahre hinweg. Um die logopädische Therapie optimal an sie anzupassen, führen wir Schluckuntersuchungen durch. Wir schauen uns den Menschen holistisch an und fragen uns: Was passiert anatomisch-funktionell, was sagt die Patientenhistorie aus und woran möchte der Patient selbst arbeiten?

Du bist auch in der Forschung tätig.

Mir ist wichtig, dass Forschung kein Selbstzweck ist, sondern den Patienten dient. Deshalb analysiere ich die Daten der letzten fünf Jahre unserer Sprechstunde, um die Entwicklung der Schluckfunktion bei Kopf-Hals-Tumoren objektiv zu belegen. Ich möchte zeigen, dass unsere Begleitung messbare Vorteile bringt. Dabei arbeite ich weiterhin mit Patienten. Die klinische Arbeit möchte ich nicht aufgeben.

Und du engagierst dich in der Betriebsfeuerwehr am USZ.

Die Feuerwehr hat mich seit meinem ersten Tag am USZ fasziniert. Vor einem Jahr habe ich mich endlich getraut, beizutreten. Da die Übungen während der Arbeitszeit stattfinden, lässt sich mein Einsatz dort ideal mit meinem Vollzeitjob vereinbaren. Zum Glück brennt es selten. Aber ich kann jederzeit zum Einsatz kommen, zum Beispiel bei Wasserschäden. Es macht riesigen Spass, ständig Neues zu lernen. Und wir sind ein super Team aus verschiedensten Disziplinen.

Miriam van Beek, MSc

Fachexpertin Klinische Logopädie, Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie