Die Ursache liegt in einer im Detail immer noch nicht ganz verstandenen Störung der Plazenta, die bereits am Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels beginnt. Die Symptome treten in der Regel erst nach 20–24 Schwangerschaftswochen auf, oft auch erst Richtung Ende der Schwangerschaft. Subjektiv kann sich das Krankheitsbild in Kopfschmerzen, Sehstörungen, allgemeinem Unwohlsein oder Erbrechen, extrem schneller Wassereinlagerung und Oberbauchschmerzen äussern.
Das HELLP-Syndrom ist ein medizinischer Notfall, der für die Mutter und das ungeborene Kind lebensbedrohlich sein kann und eine sofortige Behandlung erfordert. Es ist oft eine ernste Komplikation einer bestehenden Präeklampsie, kann jedoch auch ohne Vorwarnung und sehr plötzlich auftreten. Nicht immer ist die Diagnose einfach, weil nicht alle typischen Anzeichen einer Präeklampsie vorhanden sein müssen. Manchmal werden die Symptome auch mit anderen Krankheiten, wie etwa Gastritis oder Grippe verwechselt. Typische Anzeichen eines HELLP-Syndroms sind Schmerzen im rechten Oberbauch, sowie Übelkeit und Erbrechen. Sollten Sie jedoch auch plötzliche starke oder ungewöhnliche Kopfschmerzen oder gar Sehstörungen bei sich bemerken, kontaktieren Sie umgehend Ihren Arzt, Ihre Ärztin oder Ihre Hebamme oder gehen Sie direkt in ein Krankenhaus. Nur mit einer Blutentnahme kann man ein HELLP-Syndrom diagnostizieren. Nach der Diagnose ist in den meisten Fällen eine rasche Entbindung notwendig. Selten kann es auch noch nach der Geburt dazu kommen.
Der Name HELLP ist ein Akronym, das für die folgenden medizinischen Begriffe steht:
- Hemolysis (Hämolyse): Zerstörung der roten Blutkörperchen.
- Elevated Liver enzymes (erhöhte Leberenzyme): Anzeichen für eine Leberfunktionsstörung.
- Low Platelet count (niedrige Blutplättchenzahl): Verminderte Anzahl von Blutplättchen, die für die Blutgerinnung wichtig sind.