Forschung zu Neuroimmunologie und Multiple Sklerose

Die Abteilung für Neuroimmunologie an der Klinik für Neurologie USZ umfasst eines der grössten MS-Zentren der Schweiz und beherbergt Forschergruppen, die sowohl klinische als auch translationale Grundlagenforschung verfolgen.

Die Abteilung für Neuroimmunologie wird interimistisch von Prof. Dr. Michael Weller geleitet und verfolgt unterschiedliche neuroimmunologische Projekte. Wir bieten Patienten die Teilnahme an klinischen Studien an, in denen neue Therapiekonzepte, insbesondere zur Behandlung der MS, untersucht werden. Sollten Sie an einer Studienteilnahme interessiert sein, wenden Sie sich bitte an unser Team. Zudem arbeiten wir mit zahlreichen Spitälern und Arbeitsgruppen in der Schweiz zusammen, u.a. im Rahmen der Schweizerischen MS Kohortenstudie (MSCS).

Frau Dr. Marina Herwerth untersucht zudem in experimentellen Tiermodellen in Kooperation mit Prof. Bruno Weber (UZH, Institut für Pharmakologie und Toxikologie) die Mechanismen, die einer Autoantikörper-vermittelten Neuroinflammation (insbesondere NMOSD und MOGAD) zugrunde liegen. Zusammen mit PD Dr. M. Wyss exploriert sie mittels hochmoderner Zweiphotonenmikroskopie und innovativen metabolischen Sensoren, wie entzündliche Läsionen entstehen und sich wieder zurückbilden. Das Ziel dabei ist Biomarker zu identifizieren und Therapien zu entwickeln, welche den Heilungsprozess entzündlicher Läsionen günstig beeinflussen können. Dabei stehen die Astrozyten mit ihrn multifaktoriellen Aufgaben und die Neuroregeneration im Vordergrund. Klinisch werden Projekte der patientenbezogenen Forschung zu NMOSD- und MOGAD-Erkrankungen von Frau Dr. M. Herwerth geleitet, die sich zudem an Forschungsprojekten im Rahmen des deutschen NEMOS-Netzwerkes zur Erforschung der NMOSD/MOGAD-Erkrankungen zusammen mit anderen Zentren beteiligen. Neue Patienten können jederzeit eingeschlossen werden.

Frau Dr. Veronika Kana erforscht im Bereich der Grundlagenforschung die Folgen von dysregulierter Microglia-Neuron Interaktionen für die Entstehung von Neurodegeneration. Auch untersucht sie mit Hilfe der optischen Kohärenztomographie die Rolle retinaler Degeneration als klinischen Biomarker bei MS. Im Rahmen des internationalen Netzwerkes IMSVISUAL beteiligt sie sich an Projekten zur Untersuchung des visuellen Systems bei Multipler Sklerose und leitet klinische Forschungsprojekte zu MS.

Dr. Sarah Mundt erforscht die Grundsätze der Neuroimmunologie, also das Zusammenspiel von (zentralem) Nervensystem und Immunsystem. Sie untersucht, wie diese Interaktionen zur Entstehung und zum Fortschreiten chronisch entzündlicher Erkrankungen des ZNS beitragen, insbesondere bei der Multiplen Sklerose (MS). Ihr Forschungsteam setzt einen umfassenden Ansatz ein, der moderne Tiermodelle mit hochdimensionaler Einzelzellanalyse und zellspezifischen genetischen Veränderungen verbindet. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Phagozyten im ZNS. Dazu gehören Mikroglia als gewebeansässige Immunzellen und aus dem Blut einwandernde Monozyten und dendritische Zellen. Das Team untersucht, wie diese Zellen während der Erkrankung aktiviert werden, wie sie zur Schädigung beitragen können und in welchen Situationen sie schützend wirken. Darüber hinaus erforscht die Gruppe sogenannte Toleranzmechanismen gegenüber ZNS-Antigenen. Das betrifft die zentrale Frage, wie das Immunsystem im gesunden Zustand daran gehindert wird, das Gehirn anzugreifen und weshalb dieser Schutz in Krankheiten wie MS verloren geht. Ziel ist es, Krankheitsmechanismen besser zu verstehen und daraus neue Strategien für eine frühere Erkennung und eine wirksamere Behandlung neuroinflammatorischer Erkrankungen abzuleiten.

Herr Dr. Ferdinand Otto untersucht die zellulären und humoralen Immunantworten bei neuroinfektiösen und autoimmunen Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Im Mittelpunkt seiner Forschung stehen die Liquordiagnostik, die Charakterisierung von Immunzellen mittels Zytologie und Durchflusszytometrie sowie die CXCL13/CXCR5-Achse und die intrathekale Immunglobulinsynthese. Seine Arbeiten befassen sich unter anderem mit immunologischen Biomarkern und Krankheitsverläufen bei Neuroinfektionen und Multipler Sklerose sowie mit den Auswirkungen moderner Immuntherapien. Ziel ist es, neuroinflammatorische Krankheitsmechanismen besser zu verstehen und neue diagnostische, prognostische und therapeutisch relevante Marker zu identifizieren.

Team

Marina Herwerth, PD Dr. med.

Oberärztin, Klinik für Neurologie

Tel. +41 44 255 55 11
Spezialgebiete: Multiple Sklerose (MS), Neuromyelitis-optica-Spektrumerkrankung (NMOSD), MOG-assoziierte Erkrankung (MOGAD)

Veronika Kana, Dr. med. Dr. sc. nat.

Oberärztin, Klinik für Neurologie

Tel. +41 44 255 55 11
Spezialgebiete: Multiple Sklerose (MS), Neuroimmunologie

Sarah Mundt, Dr. rer. nat.

Forschungsgruppenleiterin, Klinik für Neurologie

Spezialgebiete: Neuroimmunologie, Multiple Sklerose

Ferdinand Otto, Dr. med. univ.

Oberarzt, Klinik für Neurologie

Tel. +41 44 255 55 11