Harnblasenkrebs im lokalen muskelinvasiven Stadium
Beim Harnblasenkrebs im sehr frühen Stadium, wo der Tumor noch nicht in die Muskelschicht der Blase einwächst, erfolgt die Behandlung meist chirurgisch oder medikamentös. In einem frühen Stadium, wo jedoch bereits ein Einwachsen in die Muskelschicht der Harnblase beobachtet wurde aber der Tumor nicht gestreut hat, ist die operative Entfernung des Tumors und der gesamten Harnblase, kombiniert mit einer Chemotherapie bei entsprechend fitten Patienten die Therapie der ersten Wahl.
Bei älteren Patienten oder bei Vorliegen von Grunderkrankungen z.B. Herz- oder Lungenerkrankungen, die ein Narkose risikoreich machen, ist die Radiotherapie kombiniert mit Chemotherapie nach einer Ausschabung des Tumors als kurative Behandlung möglich. Wenn eine Operation und die damit einhergehende Entfernung der Harnblase mit künstlichem Ausgang von Patientinnen oder Patienten nicht gewünscht werden, dann ist die Bestrahlung die Alternative. Dieses Vorgehen bestehend aus Ausschabung der Harnblase, gefolgt von einer Bestrahlung und Chemotherapie nennen wir „trimodale Therapie“ und ist gleichwertig zu einer radikalen Operation, mit dem Vorteil, dass hierbei die Harnblase erhalten bleibt.
Die trimodale Therapie ist eine hoch spezialisierte Behandlung die nur mit einer ausgezeichneten multidisziplinären Zusammenarbeit der Kliniken der Urologie, Onkologie und Radio-Onkologie möglich ist. Dies ist am Universitätsspital Zürich der Fall. Ist eine trimodale Therapie notwendig, so wird zuerst der Tumor in der Harnblase so vollständig wie möglich entfernt. Anschliessend wird das Tumorbett mit markiert (mit Lipiodol) und die Radiochemotherapie geplant. Mit Hilfe dieser Markierung kann das Tumorbett gezielt mit einer höheren Dosis bestrahlt werden. Das Ziel der trimodalen Therapie ist die Heilung des Blasenkrebses.
Um das umgebende Gewebe möglichst gut zu schonen wird die Bestrahlung in viele kleine „Portionen“ geteilt: die Therapie erfolgt fraktioniert über etwa 30 werktägliche Behandlungssitzungen und über einen Zeitraum von etwa 6 Wochen. Diese Verteilung der Bestrahlung über mehrere Wochen verbessert die Verträglichkeit der Behandlung, die überwiegend ambulant durchgeführt wird und gut in den privaten und beruflichen Alltag integriert werden kann.
In klinischen Studien versuchen wir kontinuierlich die Behandlung des Blasenkrebses zu verbessern, um diese noch wirksamer und verträglicher zu gestalten. Zur Übersicht der aktuell offenen Studien.