Clinician Scientist- und Forschungsfellowship Programme

Unser Team widmet sich der Entwicklung innovativer Therapien und Technologien zur Behandlung von Krebserkrankungen. Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und modernste Forschung möchten wir die Heilungschancen verbessern und die Lebensqualität unserer Patienten nachhaltig steigern. Entdecken Sie hier unsere aktuellen Projekte, wissenschaftlichen Events sowie Publikationen im Bereich der radio-onkologischen Forschung, die klinische Studien, physikalisch-technische und radiobiologische Forschung umfasst.

Clinician Scientist Program

Die Klinik für Radio-Onkologie des USZ ist ein national und international führendes universitäres Institut, mit Fokus auf klinischer sowie translationaler Forschung auf dem Gebiet der Präzisions Radio-Onkologie. Eines unserer Ziele ist es, die nächste Generation an Forscherinnen und Forscher auszubilden und diese auf Ihrem klinischen und wissenschaftlichen Karriereweg zu unterstützen.

Das Erlernen von wissenschaftlicher Arbeit sowie der Aufbau eines wissenschaftlichen Profils werden schon während der Weiterbildungszeit aktiv unterstützt.

Die Klinik für Radio-Onkologie bietet seit 2023 ein einjähriges Clinician Scientist Programm an.

Komplementär zur 3-jährigen Weiterbildungszeit für Radio-Onkologie ist ein 1-jähriges Forschungsjahr an der Klinik für Radio-Onkologie des USZ assoziiert. In diesem Clinician Scientist Programm wird die Möglichkeit geschaffen werden, sich konzentriert einem translationalen Forschungsprojekt zu widmen, als Basis einer akademischen Karriere. Integriert erfolgt eine Ausbildung in wissenschaftlichen Kompetenzen wie Literaturrecherche, scientific writing, medizinische Statistik inkl. R und good clinical practice (GCP).

Die Vergabe der Förderung erfolgt kompetitiv und ist offen für Ärztinnen & Ärzte: für Assistenzärzte in Weiterbildung für Radio-Onkologie sowohl «junge» Fachärzte für Radio-Onkologie. Die Forschungsfreistellung beträgt 12 Monate, wird von der Universität Zürich und der Klinik für Radio-Onkologie finanziert, und kann bei Assistenzärzten vollständig als Fremdjahr für die Weiterbildung auf den Facharzt für Strahlentherapie und Radio-Onkologie angerechnet werden.

Die Betreuung erfolgt durch die Arbeitsgruppenleiter Prof. Unkelbach der experimentellen Medizinphysik oder Prof. Pruschy der Radiobiologie, sowie den Klinikdirektor Prof. Guckenberger.

Eine Bewerbung steht allen Assistenzärzten und jungen Fachärzten der Klinik für Radio-Onkologie des USZ offen. Externe interessierte Studierende und Ärztinnen & Ärzte bewerben sich zunächst auf eine klinische Position und können sich dann in einem zweiten Schritt auf das das Clinician Scientist Programm bewerben.

Jedes Jahr steht eine volle Förderperiode von 12 Monaten zur Bewerbung offen.

Die möglichen Forschungsprojekte richten sich nach den aktuellen Forschungsthemen mit translationalem Charakter in der betreuenden Arbeitsgruppe. Die detaillierte Ausarbeitung erfolgt mit den Kandidatinnen und den Kandidaten des Clinician Scientist Programm. Alternierend ist eine Betreuung in der Arbeitsgruppe experimentelle Medizinphysik und angewandte Radiobiologie vorgesehen.

Erfahrungsbericht Clinician Scientist Program

Im Zeitraum 2023–2024 hatte ich die Gelegenheit, am Clinical Scientist Program der Abteilung für Radioonkologie am Universitätsspital Zürich (USZ) in der Forschungsgruppe Medizinische Physik unter der Leitung von Prof. Jan Unkelbach teilzunehmen.

Das Hauptprojekt befasste sich mit der Deeskalation der Behandlung von Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Hals-Bereich (HNSCC). Aktuell wird ein Großteil des zervikalen Lymphabflusses prophylaktisch bestrahlt, um okkulte Metastasen zu erfassen und das Rezidivrisiko zu senken. Diese Strategie ist jedoch mit erheblichen Nebenwirkungen – etwa Dysphagie und Xerostomie – verbunden, die die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten deutlich beeinträchtigen können.

Die Forschungsgruppe entwickelt daher ein statistisches Modell zur Risikoabschätzung von Lymphknotenmetastasen pro Lymphknotenstufe, mit dem Ziel, das Bestrahlungsvolumen patientenindividuell zu reduzieren und so die Toxizität zu minimieren. Im Rahmen meines Forschungsjahres erweiterte ich das Modell auf Hypopharynx- und Larynxkarzinome und war für die Datenerhebung am USZ sowie am Universitätsklinikum Groningen (UMCG) in den Niederlanden verantwortlich. Dafür absolvierte ich auch einen kurzen Forschungsaufenthalt vor Ort in Groningen.

Ein zentrales Ziel war die Translation der Forschungsergebnisse in die klinische Praxis. Ich war massgeblich an der Entwicklung eines Protokolls für eine multizentrische Phase-II-Studie in der Schweiz beteiligt, die auf dem Risikomodell basiert. Auch in den kommenden Jahren werde ich an der Umsetzung dieser Studie mitarbeiten.

Darüber hinaus engagierte ich mich in mehreren Projekten mit unterschiedlichen Schwerpunkten, etwa zur Toxizität bei Kombination von stereotaktischer Radiotherapie und zielgerichteten Therapien oder zur Erhebung patientenberichteter Outcome-Masse (PROMs). Ich nahm regelmässig an nationalen und internationalen Kongressen sowie Forschungstreffen teil.

Das Programm bot mir die Möglichkeit, ein individuell ausgerichtetes Forschungsprofil und ein starkes wissenschaftliches Netzwerk aufzubauen. Ich konnte meine Fähigkeiten in den Bereichen Studienkonzeption, Methodik, Statistik, Dateninterpretation sowie Präsentation wissenschaftlicher Ergebnisse gezielt vertiefen. Zudem erhielt ich umfassende Einblicke in ethische, rechtliche und finanzielle Aspekte klinischer Studienentwicklung.

Esmée Looman, Assistenzärztin

Internationales Forschungsfellowship

Unsere Klinik freut sich, ein sechsmonatiges Forschungsfellowship-Programm anzubieten, das sich an Assistenzärzte und Assistenzärztinnen aus ganz Europa richtet. Dieses Programm bietet aufstrebenden Medizinern und Medizinerinnen die Möglichkeit, sich intensiv mit aktueller Spitzenforschung an unserer renommierten Klinik auseinanderzusetzen.

Highlights des Fellowships:

  • Dauer: 6 Monate

  • Ort: Klinik für Radio-Onkologie, Universitätsspital Zürich und Universität Zürich

  • Forschungsschwerpunkt: Mitarbeit an einem spezifischen Forschungsprojekt, das auf individuelle Interessen abgestimmt ist und zu den klinischen Schwerpunkten unserer Klinik passt

  • Mentoring: Individuelle Betreuung durch erfahrene Forscher und Forscherinnen sowie Kliniker und Klinikerinnen

  • Interdisziplinaere Zusammenarbeit: Arbeit in einem vielfaeltigen, internationalen Team mit dem gemeinsamen Ziel, medizinisches Wissen zu erweitern und die Patientenversorgung zu verbessern

  • Professionelle Weiterentwicklung: Erwerb wertvoller wissenschaftlicher und klinischer Kompetenzen zur Förderung der medizinischen Karriere

Wer kann sich bewerben?
Das Fellowship richtet sich an Assistenzärzte und Assistenzärztinnen aus internationalen Weiterbildungsprogrammen, die eine starke Motivation für medizinische Forschung mitbringen und aktiv zur Entwicklung innovativer Projekte im klinischen Umfeld beitragen möchten. Die Teilnahme erfolgt in Absprache mit der entsendenden Institution oder Klinik.

Ideale Kandidaten und Kandidatinnen:

  • Haben eine hohe wissenschaftliche Motivation und Interesse an Forschung

  • Verfügen über exzellente akademische und berufliche Qualifikationen

Bewerbungsprozess:
Bitte reichen Sie Ihre Bewerbung mit folgenden Unterlagen ein:

  • Ausführlicher Lebenslauf mit Darstellung akademischer und beruflicher Leistungen

  • Motivationsschreiben mit Beschreibung der Forschungsinteressen und Ziele

  • Empfehlungsschreiben einer akademischen oder klinischen Bezugsperson

Ihre Vorteile:

  • Praktische Erfahrung in einem führenden medizinischen Forschungsumfeld

  • Mitarbeit an relevanten und translationalen Forschungsprojekten

  • Zusammenarbeit mit Experten und Expertinnen aus verschiedenen Fachrichtungen

  • Zugang zu modernster Infrastruktur und wissenschaftlichen Ressourcen

  • Aufbau eines internationalen beruflichen Netzwerks

Bewerbung und Kontakt:
Bitte senden Sie Ihre Bewerbung oder Anfragen an: pa_guckenberger@usz.ch

Werden Sie Teil unserer Mission, medizinische Forschung voranzutreiben und die Gesundheitsversorgung weltweit zu verbessern. Wir freuen uns auf engagierte und talentierte Bewerber und Bewerberinnen!

Erfahrungsbericht Internationales Forschungsfellowship

Hallo!

Ich bin Niccolò Bertini, Assistenzarzt im vierten Weiterbildungsjahr für Radioonkologie an der Universität Florenz. Aktuell befinde ich mich für einen internationalen Forschungsaufenthalt am Universitätsspital Zürich (USZ) in der Klinik für Radio-Onkologie unter der Leitung von Professor Matthias Guckenberger.

Mein Forschungsprojekt konzentriert sich auf den Einsatz der Photon-Counting-CT – eine neue Technologie, die vielversprechende Fortschritte in der Computertomographie für Patientinnen und Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren bietet. In den vergangenen sechs Monaten habe ich die Datenerhebung, Segmentierung, Auswertung sowie das gesamte Verfassen der wissenschaftlichen Publikation eigenständig durchgeführt.

Was hat mir diese Erfahrung als junger Forscher gebracht?

Sehr viel. Vor allem die Begegnung mit Menschen aus aller Welt hat mir gezeigt, dass Zürich zu den internationalsten Spitälern überhaupt gehört. Ich hatte das Privileg, mit herausragenden Expertinnen und Experten im Bereich der Radioonkologie zusammenzuarbeiten und dabei wertvolle persönliche wie auch berufliche Kontakte zu knüpfen. Darüber hinaus konnte ich meine Fähigkeit weiterentwickeln, in interdisziplinären Teams mit Fachleuten unterschiedlichster Hintergründe und Fachrichtungen zu arbeiten.

Würde ich diese Erfahrung weiterempfehlen?

Unbedingt. Der Aufbau von Brücken zwischen verschiedenen Abteilungen und Disziplinen hat mein persönliches und berufliches Wachstum wesentlich gefördert – durch den ständigen Austausch von Ideen, Informationen und Ressourcen, der in unserer Arbeit unerlässlich ist.

Ich bin überzeugt, dass wissenschaftliche Forschung nicht nur auf analytischen Daten basiert, sondern ebenso auf Austausch und Zusammenarbeit. Die Möglichkeit, mit der Universität Zürich zusammenzuarbeiten, hat diese Überzeugung bestätigt – sie hat mir geholfen, meinen Horizont zu erweitern und das Wissen, die Erfahrungen und Beziehungen, die ich in meinem beruflichen Umfeld bereits sammeln durfte, weiter auszubauen.

Die Schweiz und Italien – zwei Länder, nur wenige Stunden voneinander entfernt und durch die Alpen getrennt – sind für mich zu einer Quelle außergewöhnlicher wissenschaftlicher Synergie geworden, die mich sowohl persönlich als auch beruflich und kulturell bereichert hat.

Ich möchte allen danken, mit denen ich während dieses Aufenthalts zusammenarbeiten durfte.

Niccolo’ Bertini, Assistenzarzt