Früher wurden Hirnmetastasen meist mit einer Ganzhirnbestrahlung behandelt. Diese Therapie bringt jedoch Nebenwirkungen wie Haarausfall, Müdigkeit, Gedächtnisprobleme und eine verminderte Lebensqualität mit sich. Heute gibt es das deutlich schonendere, gezielte Verfahren der stereotaktischen Strahlentherapie. Dieses wurde lange bevorzugt bei Patienten mit wenigen Hirnmetastasen (bis 4 Metastasen) eingesetzt. Studien aus den letzten Jahren lassen aber vermuten, dass auch Patienten mit mehr Hirnmetastasen ebenso gute Behandlungsergebnisse mit der stereotaktischen Radiotherapie erzielen können. Deswegen ist die stereotaktische Behandlung auch von 4 oder mehr Hirnmetastasen seit einigen Jahren in unserer Klinik Standard. Obwohl es gute Erfahrungen zur Verträglichkeit und zum Behandlungserfolg aus der Praxis gibt, fehlen uns bislang strukturierte Daten zum Verlauf nach der Behandlung, vor allem zur Reaktion des umliegenden, gesunden Hirngewebes.
Ziel der Studie
In dieser Studie möchten wir die längerfristigen Nebenwirkungen und den Behandlungserfolg der stereotaktischen Bestrahlung (auch bei wiederholter Anwendung) genauer untersuchen. Damit möchten wir Informationen sammeln, um die Behandlung weiter zu verbessern.
Wer kann teilnehmen?
Teilnehmen können Personen, die an einem bösartigen Tumor erkrankt sind und im Lauf der Zeit 4 oder mehr Hirnmetastasen entwickelt haben. Die Teilnahme ist insbesondere auch für Personen möglich, bei denen nicht 4 Hirnmetastasen auf einmal aufgetreten sind, sondern bei denen beispielsweise bereits in der Vergangenheit mehr als eine Hirnmetastase mit einer stereotaktischen Bestrahlung behandelt worden ist, und die im Verlauf neue Metastasen entwickelt haben, die nun behandelt werden sollen.
Ablauf
Am Ablauf der Behandlungsplanung und der Behandlung selbst, wie auch an den Abständen, in denen die Nachsorge durchgeführt wird, wird sich durch Ihre Teilnahme am Forschungsprojekt nichts verändern. Folgendes kommt konkret für Sie zur Standardbehandlung und -Nachsorge dazu, wenn Sie sich entscheiden, am Forschungsprojekt teilzunehmen:
- Vor der ersten Bestrahlung werden wir Sie bitten, bei uns vor Ort einen kurzen Fragebogen zu Ihrer Lebensqualität auszufüllen. Ausserdem wird Ihr Arzt/Ihre Ärztin einen Gedächtnistest mit Ihnen durchführen.
- 3 Monate nach Ende der Bestrahlung werden wir Sie bitten, im Rahmen der Standard-Nachsorgeuntersuchung wieder denselben Fragebogen zu Ihrer Lebensqualität auszufüllen, sowie eine Einschätzung zu der von Ihnen getroffenen Therapieentscheidung (sog. Decision Regret) in Form eines einseitigen Fragebogens abzugeben. Erneut gibt es einen kurzen Gedächtnistest mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin.
- 6 und 9 Monate nach Ende der Bestrahlung stehen die standardmässigen Visiten mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt an; hier gibt es keine zusätzlichen, projektbedingten Abläufe.
- 12 Monate nach Ende der Bestrahlung werden wir Sie wieder darum bitten, im Rahmen der Standard-Nachsorgeuntersuchung den Fragebogen zu Ihrer Lebensqualität, sowie den Einschätzungsbogen zu der von Ihnen getroffenen Therapieentscheidung auszufüllen. Es folgt der letzte kurze Gedächtnistest mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin.
Entschädigung
Wenn Sie an diesem Forschungsprojekt teilnehmen, bekommen Sie dafür keine Entschädigung.
Original Studienname
Prospective, observational trial to evaluate treatment toxicity and patterns of failure in patients with stereotactic radiotherapy of multiple brain metastases
BASEC-Nummer
2025-00952