Arbeiten am USZ

«Systematische Forschung bringt den Pflegeberuf weiter.»

Gabriela arbeitet gleichzeitig in der Forschung und mit Patienten und Patientinnen. Dadurch erhält sie immer wieder neue Inspiration für beide Bereiche.

Warum hast du dich nach der Matura für eine Laufbahn in der Pflege entschieden?

Die Pflege beruht auf Beziehungen. Diese Kombination von Nähe zu den Menschen plus Medizin hat mich schon immer fasziniert. Während Ärzte ihren Fokus auf der Diagnostik und Therapie haben, geht es bei uns darum, die Menschen in ihrer Krankheit zu begleiten. Wir bewegen uns in der Lebenswelt der Patientinnen und Patienten, fördern ihre Gesundheit auch präventiv, begleiten sie in ihrem Alltag.

Du hast dann einen akademischen Weg eingeschlagen.

Als ich zum ersten Mal eine Pflegestudie las, war mir klar: Das ist es! Solche systematische Forschung bringt die Patientenbetreuung weiter. An der Universität Basel gab es an der medizinischen Fakultät den neuen Studiengang, in dem zur Pflege geforscht wurde. Dort, am Institut für Pflegewissenschaft (INS), habe ich meinen Bachelor und meinen Master gemacht. Meinen PhD habe ich in England gemacht, wo die Pflegeforschung schon eine längere Tradition hat.

Wie kombinierst du heute Forschung und Pflege?

Ich habe zwei Anstellungen. Ich leite ein kleines Team von Pflegeexpertinnen und betreue auch heute noch Patientinnen und Patienten. Gleichzeitig forsche ich darüber, wie unsere Patientinnen und Patienten mit COPD mit Herausforderungen durch ihre Krankheit umgehen. Die Erkenntnisse kann ich dann in der Praxis einfliessen lassen. Dieses Zusammenspiel von Praxis und Forschung gibt mir immer wieder neue Inspiration. Es ist ein grosses Privileg, so arbeiten zu können.

Wie bringst du deine verschiedenen Funktionen unter einen Hut?

Ich muss mich gut organisieren und den Überblick behalten. Die Personen in meinem Team sind aber alle hochkompetent und arbeiten mit einer hohen Selbständigkeit. Auch wird meine Rolle vom Management unterstützt. Die Kombination aus Forschung und Pflege ist ein spannendes Karrieremodell für Pflegende.

Das Zentrum für klinische Pflegewissenschaften betreibt schon seit 35 Pflegeforschung am USZ. Warum ist das so wichtig?

Die Forschung hilft uns, die Pflege von Menschen und somit den Pflegeberuf weiterzuentwickeln. Wir erforschen typische pflegerische Phänomene und haben andere Themen und Methoden als die Mediziner. Gleichzeitig bilden wir Pflegeexpertinnen und Pflegeexperten – und -wissenschaftlerinnen aus. Wir stärken  dadurch das Ansehen der Pflege in der Gesellschaft. Ich selbst habe an der Universität Zürich habilitiert. Das bedeutet, dass ich ein Wissenschaftsgebiet in Forschung und Lehre selbständig vertreten kann.

Wie fliessen deine Forschungsergebnisse in den Pflegealltag ein?

Beruhend auf aktuellen Forschungsergebnissen entwickeln wir Programme, welche die Patientinnen und Patienten bei der Bewältigung ihrer Krankheit unterstützen sollen. Dabei werden Patientinnen udn Patienten und Fachpersonen einbezogen, die das Programm später anwenden. Sobald das Programm angewendet wird, messen wir dessen Effekt auf die Patientinnen und Patienten in einer Begleitstudie und entwickeln das Programm aufgrund dieser Ergebnisse wieder weiter. Wenn das Programm gut etabliert ist, kann es auch auf andere Spitäler ausgerollt werden. So profitiert nicht nur das USZ von unserer Arbeit.

Gabriela Schmid-Mohler, PD Dr. phil.

Klinische Pflegewissenschaftlerin, Zentrum Klinische Pflegewissenschaft

Tel. +41 44 255 20 03
Spezialgebiete: Selbstmanagementförderung bei Menschen mit einer chronischen Erkrankung, COPD und chronische Lungenerkrankungen, Motivational Interviewing und Advanced Nursing Practice im multiprofessionellen Kontext

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