Während die serologische Blutgruppenbestimmung weiterhin den Goldstandard in der Routinediagnostik darstellt, ermöglicht die molekulargenetische Typisierung eine differenzierte Analyse komplexer Blutgruppensysteme, insbesondere bei unklaren serologischen Befunden, bei polytransfundierten Patienten, im Kontext von Alloimmunisierungen oder in der Pränataldiagnostik. Mittels PCR-basierter Verfahren, Next-Generation und Long-Read Sequencing lassen sich relevante Polymorphismen in Blutgruppengenen zuverlässig identifizieren und komplexe Varianten charakterisieren.
Dr. rer. nat. Stefan Meyer vom Blutspendedienst Zürich gibt einen praxisnahen Überblick über die technischen Grundlagen, Limitationen und Anwendungsgebiete der molekulargenetischen Blutgruppendiagnostik und diskutiert deren Stellenwert im Zusammenspiel mit der immunhämatologischen Routineanalytik. Die Fortbildung fördert das Verständnis für die zunehmende Integration das Verständnis für die zunehmende Integration genetischer Methoden in die transfusionsmedizinische Diagnostik.