40 Prozent weniger Bluttransfusionen dank Patient Blood Management

Seit über zehn Jahren setzt sich das Universitätsspital Zürich (USZ) für einen geringen Verbrauch von Fremdblut ein. Mit dem sogenannten Patient Blood Management und einem Monitoring & Feedback-Programm wurde die Zahl der Bluttransfusionen am USZ drastisch reduziert. Eine spitalweite Analyse zeigt nun erstmals, um wie viel der Blutverbrauch verringert und die Kosten gesenkt werden konnten.

​Bluttransfusionen werden gebraucht, um verlorenes Blut zu ersetzen. Sie gehören zu den häufigsten medizinischen Interventionen. Während früher schneller zu Bluttransfusionen gegriffen wurde, weiss man heute, dass fremdes Blut zu einer Vielzahl von Komplikationen führen kann. Fremdes Blut bringt nicht nur das Immunsystem des Empfängers durcheinander, sondern erhöht das Infektionsrisiko und führt zur Schädigung von Lungen und Nieren. Weiter fördert es möglicherweise auch das Tumorwachstum und ist mit hohen Kosten verbunden. Fremdes Blut sollte folglich so wenig wie möglich eingesetzt werden.

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Fremdblut sollte möglichst sparsam eingesetzt werden.
































Weniger Blut und tiefere Kosten

Dr. Alexander Kaserer, Julian Rössler und Kollegen unter der Leitung von Prof. Dr. med. Donat R. Spahn des Institutes für Anästhesiologie am USZ haben nun eine spitalweite Analyse der am USZ verabreichten Blutprodukte durchgeführt. Dafür wurden die Daten von knapp einer Viertelmillion Patientinnen und Patienten untersucht, die zwischen 2012 und 2017 am USZ behandelt wurden. Durch die konsequente Einhaltung der einschlägigen internen Richtlinien konnte der totale Verbrauch von Bluttransfusionen um 40 Prozent reduziert werden. Dies führte zu Einsparungen von über 3.2 Millionen Schweizer Franken pro Jahr, wobei nur die direkten Kosten eingerechnet wurden. Gesamthaft wurden so im untersuchten Zeitraum über 12 Millionen Schweizer Franken eingespart. 

So funktioniert Patient Blood Management

Beim Patient Blood Management wird mit verschiedenen Massnahmen die Wahrscheinlichkeit der Notwendigkeit von Bluttransfusionen minimiert. So wird etwa darauf geachtet, dass die Patientin oder der Patient nicht bereits blutarm zur Operation erscheint. Während der Operation wird - wenn möglich - das eigene Blut gereinigt und wieder dem Körper zugeführt. Weiter werden die Patienten bei tiefen Hämoglobinwerten nicht einfach transfundiert, sondern zuerst kreislaufmässig stabilisiert. Diese Massnahmen werden zusätzlich mit einem Monitoring & Feedback-Programm unterstützt. Im Programm werden die verordneten Transfusionen elektronisch erfasst. Die involvierten Fachleute analysieren die Zahlen quartalsweise in einer interdisziplinären Kommissionssitzung und melden ihre Erkenntnisse den Kliniken zurück. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die letzten Laborwerte der Patienten vor der Transfusion gerichtet. Mit dieser Analyse wird bezweckt, die verabreichten Blutmengen zukünftig so weit wie möglich zu senken.


Publikation
Impact of a Patient Blood Management monitoring and feedback programme on allogeneic blood transfusions and related costs
DOI: 10.1111/anae.14816

Ansprechpartner für Fragen
Donat R. Spahn, Prof. Dr. med., Direktor des Instituts für Anästhesiologie,
medien@usz.ch; +41 44 255 86 20 (Medienstelle)


Medienmitteilung als Druckversion (PDF) 


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