Neuer Ansatz gegen Katzenhaarallergie: Impfung der Katze statt Therapie am Menschen

Ein Forscherteam des UniversitätsSpitals Zürich hat eine innovative Methode gegen Katzenhaarallergie entwickelt. Erstmals soll anstelle des Menschen die Katze gegen das Protein geimpft werden, das die Allergie beim Mensch auslöst. Die Forschungsgruppe um PD Dr. Gabriela Senti, PD Dr. Thomas Kündig und Prof. Dr. Martin Bachmann wurde erst kürzlich in Basel für ihre neuartige Methode mit dem renommierten Swiss Technology Award 2013 ausgezeichnet.

Katzen sind für zwei Drittel aller Haustierallergien verantwortlich; rund 10 Prozent der Bevölkerung leiden an einer Katzenhaarallergie. Schuld an der Tierhaarallergie sind bestimmte tierische Proteine. Diese Proteine befinden sich beispielsweise in den Hautschuppen und im Speichel der Tiere. Die Proteine im Speichel der Katze werden durch das Lecken auf das Fell übertragen und lösen beim Menschen die Allergie aus. Die häufigsten Symptome sind Augen- und Nasenbeschwerden sowie Asthma. Betroffene Tierhalter mussten sich bis dato aufwändig über ein mehrere Jahre dauerndes Verfahren desensibilisieren lassen oder ihre Katze abgeben.

Wegweisende Forschung am UniversitätsSpital Zürich

Die Forschungsgruppe um die Allergologen und Immunologen des UniversitätsSpitals Zürich PD Dr. Gabriela Senti, PD Dr. Thomas Kündig und Prof. Dr. Martin Bachmann hat nun eine Methode entwickelt, mit der die Katze gegen das körpereigene Protein «Fel d 1» geimpft werden kann, das die Katzenhaarallergie beim Menschen auslöst. Durch die Impfung werden die Allergie auslösenden Proteine reduziert. Auf diese Weise werden die Symptome beim Menschen gelindert. Ziel des neuen Verfahrens ist, dass die Betroffenen selbst keine Medikamente gegen die Allergie einnehmen müssen und ihre geliebten Vierbeiner behalten können. Das Protein scheint bei der Katze keine lebenswichtige Rolle zu spielen, und alles spricht dafür, dass ein Leben ohne das «Fel d 1» Protein für die Katze ohne Einschränkungen möglich ist.

Mit dem Swiss Technology Award ausgezeichnet

Im Rahmen des Swiss Innovation Forums 2013 wurde die Forschungsleistung zur Entwicklung einer Katzenimpfung gegen die Katzenhaarallergie mit dem Swiss Technology Award 2013 in der Kategorie «Inventors» ausgezeichnet. In dieser Kategorie des bedeutendsten Schweizer Technologiepreises können Entwicklungs- und Forschungsarbeiten eingereicht werden, die einen Durchbruch erzielt haben und konkrete Chancen auf eine Markteinführung haben. «Die Auszeichnung mit dem renommierten Swiss Technology Award macht uns sehr stolz. Sie bestätigt das Potenzial unserer Methode», sagt Gabriela Senti, Leiterin der Clinical Trials Centers am UniversitätsSpital Zürich. «Unsere Vision ist es, zukünftig Millionen Katzenfreunde weltweit zu ermöglichen, nicht mehr auf ihren Vierbeiner verzichten oder selbst Medikamente einnehmen zu müssen.»

Die Vision: Eine einfache Impfung für die Katze

Die Forscher haben sich zum Ziel gesetzt, den ersten Impfstoff für die Katze gegen Katzenhaarallergie beim Menschen zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Senti, Bachmann und Kündig gründeten hierzu «HypoPet», ein Spinoff der Universität Zürich. Die Wissenschaftler haben in jahrelanger Forschungsarbeit am UniversitätsSpital Zürich in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich herausgefunden, wie das katzeneigene Protein «Fel d 1» durch eine Impfung des Tieres reduziert werden kann. «Mit einer klinischen Anwendung des Impfstoffs gegen Katzenhaarallergie kann in etwa drei Jahren gerechnet werden», meint Gabriela Senti.


Ansprechpartner für Fragen:

PD Dr. med. Gabriela Senti
Leitende ärztin / Leitung Clinical Trials Center
Zentrum für Klinische Forschung
UniversitätsSpital Zürich
Tel. +41 44 634 55 09
gabriela.senti@usz.ch

Medienmitteilung als Druckversion (PDF)