Neuste Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Herzinsuffizienz

Für Patienten mit schwerer Herzschwäche bietet das UniversitätsSpital Zürich als einziges Schweizer Zentrum ein umfassendes Behandlungsprogramm an: von Medikamenten, über Schrittmacher und Kunstherzen bis zur Transplantation und Stammzelltherapie.

Die Herzinsuffizienz nimmt rasant an Bedeutung zu. Aktuell leiden in der Schweiz etwa 120'000 Menschen an dieser schweren Herzerkrankung; jedes Jahr kommen bis zu 26'000 neue Fälle hinzu. Das UniversitätsSpital Zürich hat deshalb ein interdisziplinäres Kompetenzzentrum gebildet, welches Patienten mit schwer eingeschränkter Funktion der linken Herzkammer betreut.

Neben Medikamenten, Zweikammerschrittmachern und Defibrillatoren werden neue schonende Eingriffe wie das Mitralklappenclipping und der katheterbasierte Aortenklappenersatz angeboten. In speziellen Situationen kommen Kunstherzen zum Einsatz. Waren diese Systeme ursprünglich dazu gedacht, die Zeit bis zur Transplantation zu überbrücken, werden sie nun immer häufiger zur Langzeittherapie ohne Option zur Transplantation. Die 2012 veröffentlichten europäischen Leitlinien zur Herzinsuffizienz empfehlen erstmals diese Therapieform.

Begleitet wird dieses umfassende Programm von international vielbeachteter Forschung. So konnte die Forschungsgruppe um Prof. Frank Ruschitzka, Leitender Arzt an der Klinik für Kardiologie des UniversitätsSpitals Zürich, zeigen, dass Cholesterinsenker (Statine) bei Herztransplantierten das Auftreten von Tumoren, insbesondere der Haut vermindern (Fröhlich et al., Circulation 2012, in press). Eine weitere Studie in Zusammenarbeit mit dem Herzzentrum Berlin ergab, dass die Sterblichkeit von Patienten, die auf ein Spenderherz warten, durch eine Implantation von Defibrillatoren markant gesenkt werden kann.

Ein aktuell noch ungelöstes Problem der Stammzelltherapie ist die noch zu geringe Wirkung auf die Pumpfunktion schwacher Herzen. Die Arbeitsgruppe um den ebenfalls am Universitätsspital tätigen Prof. Ulf Landmesser konnte nun zeigen, dass Stammzellen bei Patienten mit Herzschwäche in ihrer Funktion gestört sind (Doerries et al., Circulation 2012, in press). Das erklärt die bislang enttäuschenden Ergebnisse der Stammzelltherapie, welche auch in Zürich in einer grossen klinischen Studie (Swiss-AMI Trial) intensiv untersucht wird.

Eine Herztransplantation wird nur nach ausgiebigen Abklärungen bei geeigneten Patienten in Betracht gezogen; der Organmangel schränkt diese Option weiter ein. Insgesamt hat das UniversitätsSpital Zürich 385 Herztransplantationen durchgeführt, davon 39 seit 2009, mit im internationalen Vergleich sehr hohen überlebensraten. Aktuell werden über 150 Patienten nach Herztransplantation am UniversitätsSpital Zürich regelmässig durch ein interdisziplinäres Team betreut.

Ansprechpartner für Fragen:

Prof. Dr. med. Thomas F. Lüscher
Direktor der Klinik für Kardiologie, UniversitätsSpital Zürich
Telefon +41 44 255 42 51
thomas.luescher@usz.ch

Prof. Dr. med. Volkmar Falk
Direktor der Klinik für Herz- und Gefässchirurgie, UniversitätsSpital Zürich
Telefon +41 44 255 23 01
volkmar.falk@usz.ch

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