Personalisierte Wirkstofftests zur Verbesserung der Leukämiebehandlung. Klinische Studie RAPID-01 prüft neue Screening-Methode zur Therapieoptimierung bei akuter myeloischer Leukämie (AML).
Die akute myeloische Leukämie (AML) ist eine seltene, aber aggressive Form von Blutkrebs, die jährlich rund 400 Patientinnen und Patienten in der Schweiz betrifft. Für Betroffene, die auf Standardtherapien nicht ansprechen oder einen Rückfall erleiden, sind die Behandlungsmöglichkeiten bislang begrenzt. Eine neue klinische Studie will das ändern.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Berend Snijder (ETH Zürich) wird in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Markus Manz und Prof. Dr. Alexandre Theocharides vom Universitätsspital Zürich erstmals weltweit in einer randomisierten Phase-2-Studie untersucht, ob die innovative Methode der Pharmakoskopie die Prognose von AML-Patientinnen und -Patienten verbessern kann. Um die Rekrutierung zu erweitern, wurde die Studie später auch auf das Inselspital Bern ausgeweitet, wo ebenfalls Patientinnen und Patienten eingeschlossen werden.
Studienteilnehmerinnen profitieren
Monika Kolly erhielt im Universitätsspital Zürich die Diagnose AML – eine Nachricht, die ihr Leben von einem Tag auf den anderen veränderte. Da müsse sie jetzt durch, sagte sie sich kämpferisch – Gring ache u seckle. Nachdem die Standardtherapie nicht den gewünschten Erfolg brachte, konnte sie an der RAPID-01-Studie teilnehmen. Für sie bedeutete das Hoffnung auf eine neue, gezielt auf ihre Krebszellen abgestimmte Behandlung.
Im Labor der ETH Zürich wurden ihre Blut- und Knochenmarkproben mit verschiedenen zugelassenen Medikamenten getestet. Mithilfe der Pharmakoskopie liess sich rasch erkennen, welche Wirkstoffe ihre Leukämiezellen am effektivsten bekämpften. Diese Erkenntnisse ermöglichten eine individuell angepasste Therapie, von der Monika Kolly deutlich profitierte.
Ihr Beispiel zeigt, wie der Einsatz moderner Technologien in der Klinik dazu beitragen kann, schwer behandelbaren Krebserkrankungen mit neuen, personalisierten Ansätzen zu begegnen.
Personalisierte Behandlung von akuter myeloischer Leukämie (AML)
Was ist Pharmakoskopie?
Pharmakoskopie ist ein bildbasiertes Wirkstoff-Screening, das direkt an den Krebszellen einzelner Patientinnen und Patienten getestet wird. Dabei werden Blut- und Knochenmarkproben mit verschiedenen zugelassenen Medikamenten in Kontakt gebracht und mithilfe hochauflösender Mikroskopie analysiert. So lässt sich innerhalb weniger Tage erkennen, welche Substanzen die Krebszellen gezielt abtöten, ohne gesunde Zellen zu schädigen – ein wichtiger Schritt hin zu funktionaler Präzisionsonkologie.
In der RAPID-01-Studie werden insgesamt 88 Personen mit rezidivierender oder refraktärer AML behandelt – die Hälfte erhält eine pharmakoskopiegestützte, personalisierte Therapie, die andere Hälfte eine Standardbehandlung. Erste Rückmeldungen aus der Klinik und von Patientinnen und Patienten sind positiv, die Rekrutierung von Studienteilnehmenden wird weiter vorangetrieben und die Erweiterung der Studie auf weitere Spitäler – darunter das Universitätsspital Basel – ist bereits in Planung.
Die Studie läuft bis Ende 2026 und könnte den Weg ebnen für eine breitere Anwendung pharmakoskopiegestützter Therapien bei weiteren schwer behandelbaren Krebserkrankungen.
Improving the Prognosis of Patients with LeukemiaKlinische Studien am CCCZ
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