Die Bestrahlung insbesondere grosser Tumoren ist anspruchsvoll, da auch gesundes umliegendes Gewebe geschädigt werden kann. Die neue Methode namens Lattice-Strahlentherapie verspricht eine effektivere Verkleinerung des Tumors ohne eine Verstärkung von möglichen Nebenwirkungen. Eine gemeinsame Studie des Universitätsspitals Zürich und des Kantonsspitals Aarau untersucht nun erstmals, wie gut diese Technik im Vergleich zur herkömmlichen Strahlentherapie wirkt.
Eine palliative Strahlentherapie hilft vielen Menschen mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen, Schmerzen und andere schwere Symptome zu lindern. Tumoren mit einem Durchmesser von über 5 cm stellen jedoch eine besondere Herausforderung dar, da eine gleichmässige Bestrahlung eines grossen Tumors das umliegende gesunde Gewebe übermässig schädigen kann. Die sogenannte Lattice-Strahlentherapie (LRT), bei der die Strahlung in Hochdosis- und Niedrigdosis-Bereiche aufgeteilt wird, kann sowohl den Tumor effektiv schwächen und gleichzeitig die Nebenwirkungen minimieren. Bisher fehlen jedoch systematische Vergleiche der Wirksamkeit dieser Methode mit der herkömmlichen Strahlentherapie.
Genau das untersucht nun eine gemeinsame multizentrische Studie am Universitätsspital Zürich und am Kantonsspital Aarau, die von Dr. rer. nat. Serena Psoroulas, Medizinphysikerin und Dr. med. Maiwand Ahmadsei, Radio-Onkologe am USZ, geleitet wird. Das Projekt „LATEST – LAttice vs Target dose Escalation: a randomised STudy“ wurde durch den Verein Krebsforschung Schweiz prämiert.
Geplant ist die Rekrutierung von 60 Patientinnen und Patienten über einen Zeitraum von vier Jahren, wobei die Patientinnen und Patienten per Zufallsprinzip entweder nach der Lattice-Methode oder dem konventionellen Bestrahlungsplan behandelt werden. Während der Behandlungsperiode sowie der Nachsorge werden MRI-Bildgebungen durchgeführt, um zu beobachten, wie der Tumor und umliegendes Gewebe auf die neuartige Dosisverteilung mit Hochdosis- und Niedrigdosisbereichen reagieren.
Mit der Lattice-Methode wird eine stärkere Tumorreduktion mit geringeren Nebenwirkungen als bei der herkömmlichen Methode erwartet, da gezielt höhere Strahlendosen direkt im Tumor appliziert werden können. Die Ergebnisse dieser Studie sollen eine solide Grundlage schaffen, um diese Methode künftig breiter einzusetzen.
Wir wünschen Serena Psoroulas, Maiwand Ahmadsei und dem beteiligten Team viel Erfolg bei diesem Projekt und gratulieren zur Auszeichnung.