LC-OCT: Präzise Hautdiagnostik mit KI und ohne Biopsie

LC-OCT (Line-field Confocal Optical Coherence Tomography) ist ein nichtinvasives, AI-unterstütztes Bildgebungsverfahren, das vertikale, horizontale und dreidimensionale Echtzeitaufnahmen der Haut liefert. Am USZ wird die Methode insbesondere zur Abklärung von weissem Hautkrebs eingesetzt. Die klinische Evidenz ist derzeit für Basalzellkarzinome am stärksten.

Mit der Line-field Confocal Optical Coherence Tomography (LC-OCT) steht an der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich eine moderne, nichtinvasive Bildgebung zur Verfügung. Die Methode ermöglicht hochauflösende Echtzeitaufnahmen der Haut und kann helfen, verdächtige Hautveränderungen präziser zu beurteilen – in ausgewählten Situationen ohne sofortige Gewebeentnahme.

Besonders relevant ist LC-OCT derzeit bei weissem Hautkrebs, vor allem beim Basalzellkarzinom. Hier ist die wissenschaftliche Datenlage am stärksten, und hier steht auch die KI-gestützte Bildanalyse am weitesten: Sie unterstützt die ärztliche Beurteilung unklarer Läsionen, erhöht die diagnostische Sicherheit und kann die klinische Entscheidungsfindung standardisieren.

Arzt mit Patient bei LC-OCT: Präzise Hautdiagnostik

Was ist LC-OCT?

LC-OCT kombiniert Prinzipien der optischen Kohärenztomografie und der konfokalen Bildgebung. Das Verfahren erzeugt histologieähnliche Bilder in vivo und in Echtzeit. Dargestellt werden können vertikale Schnitte, horizontale Ebenen und dreidimensionale Volumina der Epidermis und des oberflächlichen bis mittleren Dermisbereichs [5,6].

Was leistet die KI beim Basalzellkarzinom?

Die KI analysiert vertikale LC-OCT-Bilder während der Untersuchung auf BCC-typische Muster. Ausgegeben werden ein Wahrscheinlichkeitswert sowie optional eine Farbkodierung, die jene Bildbereiche markiert, welche verdächtig erscheinen.

Wann kann LC-OCT mit KI sinnvoll sein?

  • bei klinisch oder dermatoskopisch unklaren Läsionen mit Verdacht auf Basalzellkarzinom
  • wenn eine zusätzliche, standardisierte Zweitbeurteilung der LC-OCT-Bilder hilfreich ist
  • bei unscharf begrenzten Hautveränderungen, insbesondere im Gesichtsbereich
  • zur präoperativen Abschätzung der horizontalen Tumorausdehnung
  • zur Therapieplanung, wenn zwischen konservativer und operativer Behandlung abgewogen wird
  • zur Verlaufskontrolle nach Operation, Radiotherapie oder systemischer Therapie, wenn Narbengewebe und Residual- oder Rezidivtumor klinisch schwer zu unterscheiden sind

Ihre Vorteile

  • nichtinvasive und in der Regel schmerzfreie Untersuchung
  • histologieähnliche Echtzeitbilder direkt in der Sprechstunde
  • KI-gestützte Beurteilung speziell bei BCC-verdächtigen Läsionen
  • höhere diagnostische Sicherheit bei unklaren Basalzellkarzinom-Fällen
  • Unterstützung der Therapieentscheidung und der präoperativen Planung
  • potenziell weniger unnötige diagnostische Biopsien bei hoher klinischer Sicherheit

Wo liegen die Grenzen von LC-OCT?

LC-OCT ist ein sehr hilfreiches Zusatzinstrument, ersetzt die Histologie jedoch nicht immer. Das gilt auch für die KI-Assistenz. Bei tief reichenden, hochriskanten oder weiterhin unklaren Befunden bleibt die Biopsie beziehungsweise die feingewebliche Untersuchung der Referenzstandard.

Häufige Fragen

LC-OCT liefert die hochauflösenden Echtzeitbilder der Haut. Die KI analysiert einen Teil dieser Bilder zusätzlich auf BCC-typische Muster und unterstützt die ärztliche Interpretation. Eine Biopsie dagegen entnimmt Gewebe zur histopathologischen Untersuchung. LC-OCT und KI können in ausgewählten Fällen eine Biopsie ergänzen oder vermeiden helfen, ersetzen sie aber nicht grundsätzlich.

Nein. Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei und erfolgt ohne Anästhesie, Schnitt oder Gewebeentnahme.

Ja, in ausgewählten Fällen. Besonders bei unscharf begrenzten Basalzellkarzinomen kann LC-OCT helfen, die horizontale Ausdehnung besser abzuschätzen und die operative Planung zu präzisieren. Erste Arbeiten sprechen zudem dafür, dass KI-gestützte Lokalisierung und Randbeurteilung künftig zusätzliche Unterstützung bieten können.

Ja. Erste Studien und klinische Erfahrungen sprechen dafür, dass LC-OCT bei der Verlaufskontrolle hilfreich sein kann, etwa wenn klinisch unklar ist, ob Narbengewebe, Therapiefolge oder Resttumor vorliegt.

Literatur

  1. Gust C, et al. Line-Field Confocal Optical Coherence Tomography Increases the Diagnostic Accuracy and Confidence for Basal Cell Carcinoma in Equivocal Lesions: A Prospective Study. Cancers (Basel). 2022;14:1082.
  2. Ruini C, Schuh S, Pellacani G, et al. Line-field optical coherence tomography: in vivo diagnosis of basal cell carcinoma subtypes compared with histopathology. J Biophotonics. 2021;14:e202000449.
  3. Paradisi A, et al. Preoperative evaluation of high-risk basal cell carcinoma with line-field confocal optical coherence tomography (LC-OCT) reduces Mohs micrographic surgery stage number: A case-control study. EJC Skin Cancer. 2024;2:100015.
  4. Dubois A, Levecq O, Azimani H, et al. Line-field confocal optical coherence tomography for high-resolution noninvasive imaging of skin tumors. J Biomed Opt. 2018;23:106007.

Verantwortliche Fachpersonen

Christian Greis, MBA, Dr. med.

Leitender Oberarzt, Dermatologische Klinik

Tel. +41 44 255 11 11
Spezialgebiete: Dermatochirurgie (Mohs-Chirurgie), Lasermedizin & Ästhetik , Telemedizin & künstliche Intelligenz (digitale Dermatologie)

Fabienne Fröhlich, Dr. med.

Oberärztin, Dermatologische Klinik

Tel. +41 44 255 11 11
Spezialgebiete: Dermatochirurgie (Mohs-Chirurgie), LC-OCT

Für Patientinnen und Patienten

Für Fragen oder zur Terminvereinbarung wenden Sie sich bitte an die Dermatologische Klinik des USZ. Die zentrale Telefonnummer des USZ lautet +41 44 255 11 11.

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