Patientensicherheit entsteht im Alltag – in vielen kleinen Entscheidungen, Handlungen und Abläufen. Um Mitarbeitende gezielt dafür zu sensibilisieren, setzt das Universitätsspital Zürich auf praxisnahe Trainingsformate wie den "Room of Horrors".
In einem realitätsnah eingerichteten Patientenzimmer werden bewusst Auffälligkeiten und potenzielle Sicherheitsrisiken aus dem Pflegealltag nachgestellt. Diese orientieren sich unter anderem an CIRS-Meldungen sowie Erfahrungen aus der klinischen Praxis und betreffen zentrale Bereiche der pflegerischen Versorgung, etwa Hygiene, Medikation oder die Gestaltung der Patientenumgebung.
Pflegefachpersonen setzen sich im „Room of Horrors“ aktiv mit diesen Situationen auseinander: Sie erkennen mögliche Risiken und reflektieren deren Entstehung im Rahmen eines strukturierten Debriefings, das von geschulten Fachpersonen geleitet wird.
Gemeinsam wird besprochen, wie solche Situationen im Alltag entstehen und vermieden werden können. So wird sichtbar, wo im Alltag potenzielle Gefahren entstehen können – oft dort, wo sie nicht auf den ersten Blick auffallen.
Aufmerksamkeit für entscheidende Details
Viele sicherheitsrelevante Situationen im Spital sind geprägt von Routinen. Gerade in einem anspruchsvollen Arbeitsumfeld besteht die Herausforderung darin, auch bei wiederkehrenden Abläufen aufmerksam zu bleiben. Der „Room of Horrors“ setzt genau hier an: Er schärft den Blick für Details und fördert ein bewusstes, vorausschauendes Handeln.
Durch das aktive Erkennen, Einordnen und Besprechen potenzieller Risiken setzen sich die Teilnehmenden intensiv mit Fragen der Patientensicherheit auseinander. Dieses erlebnisorientierte Lernen unterstützt dabei, Erkenntnisse nachhaltig im Berufsalltag zu verankern. Gleichzeitig schafft das Format Raum für Austausch und Reflexion innerhalb der Teams – ein wichtiger Bestandteil einer funktionierenden Sicherheitskultur.
Ein Beitrag zur Qualität der Patientenversorgung
Der „Room of Horrors“ ist Teil der kontinuierlichen Bestrebungen des USZ, Qualität und Sicherheit weiterzuentwickeln. Indem Risiken frühzeitig erkannt, reflektiert und thematisiert werden, können sie im klinischen Alltag gezielt vermieden werden.
Für Patientinnen und Patienten bedeutet das eine erhöhte Sicherheit entlang ihres gesamten Behandlungswegs. Formate wie der „Room of Horrors“ leisten einen wichtigen Beitrag dazu, die Aufmerksamkeit für mögliche Gefahren konsequent hochzuhalten und die Versorgung verlässlich und verantwortungsvoll sowie qualitativ hochstehend zu gestalten.