Sepehr arbeitet an der Schnittstelle von Biochemie, Informatik und Medizin. In seinem Labor generiert er genomische Daten, um Krebserkrankungen besser zu verstehen und individuelle Behandlungswege aufzuzeigen.
Was fasziniert dich an Krebs?
Krebs gehört zu den ältesten bekannten Krankheiten der Menschheit. Sie wurde schon im alten Ägypten beschrieben. Es fasziniert mich, dass Krebs ein Teil von uns ist: Es sind unsere eigenen Zellen, die den Weg in eine scheinbare Unsterblichkeit einschlagen. Eine einzige Heilung für Krebs wird es vermutlich nie geben. Dafür ist Krebs biologisch zu vielfältig. Es bleibt ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem sich die Krankheit und ihre Behandlungen ständig weiterentwickeln.
Haben heute mehr Menschen Krebs als früher?
Die steigenden Fallzahlen bedeuten nicht automatisch, dass Krebs für den Einzelnen immer wahrscheinlicher wird. Ein wesentlicher Faktor ist unsere alternde Bevölkerung: Je älter wir werden, desto häufiger tritt Krebs auf. Dazu kommen bessere Diagnosemöglichkeiten und Veränderungen in Umwelt und Lebensstil.
Was genau ist deine Tätigkeit in der Molekularpathologie?
Wir führen genomische Krebsdiagnostik an Gewebe- oder Blutproben durch. Dabei extrahieren wir DNA und RNA, um zu sehen, welche Mutationen im Tumor vorliegen und welche Medikamente für eine Therapie infrage kommen. Oft helfen Standardtherapien nicht mehr weiter. Dann analysieren wir das Genom des Tumors, um alternative Behandlungen oder passende klinische Studien zu finden. Mein technisches Wissen hilft dabei, diese Prozesse durch Digitalisierung effizienter zu gestalten.
Hast du deshalb programmieren gelernt?
Ja. Schon während meines Studiums habe ich in Laborpraktika gemerkt, dass es enorm hilfreich ist, wenn man die generierten Daten selbst einlesen und analysieren kann. Ich begann im Masterstudium, mir Programmiersprachen wie Python selbst beizubringen, um Diagramme zu erstellen und komplexe Datenanalysen durchzuführen. Später konnte ich dieses Wissen am USZ einbringen und IT-Strukturen aufbauen, um die Laborprozesse zugänglicher zu machen.
Warum ist das USZ für dich der richtige Arbeitsort?
Das USZ bietet ein sehr dynamisches Umfeld und die Möglichkeit, Innovationen wirklich umzusetzen. Während in anderen Ländern oft nur über Digitalisierung geredet wird, entwickeln wir hier Prozesse zum Nutzen für Patientinnen und Ärzte aktiv weiter. Es ist spannend, an einem Ort zu arbeiten, der Innovation so konsequent mit dem Patientenwohl verbindet.