Frau sitzt am Flughafen mit Koffer unter den Beinen und döst

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Jetlag: Zurück aus den Ferien, aber der Schlaf ist noch unterwegs?

Sonne, Strand, Abenteuer und neue Eindrücke: Die Sommerferien sind für viele die schönste Zeit des Jahres. Doch kaum ist man zurück, beginnt manchmal eine unerwartete Herausforderung. Obwohl die Koffer ausgepackt und der Alltag wieder gestartet sind, fühlt sich der Körper noch nicht ganz angekommen. Müdigkeit am Tag, nächtliches Wachliegen oder Konzentrationsschwierigkeiten können Anzeichen eines Jetlags sein.

Gerade nach Fernreisen über mehrere Zeitzonen gerät unsere innere Uhr aus dem Takt. Schlaf- und Wachzeiten, Körpertemperatur und verschiedene biologische Prozesse müssen sich erst wieder an die lokale Zeit anpassen. Die Folge: Der Schlaf fühlt sich weniger erholsam an, und die Leistungsfähigkeit sinkt vorübergehend. Schlaflosigkeit und Tagesmüdigkeit gehören zu den häufigen Folgen eines gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus.

„Jetlag ist ist eine zirkadiane Anpassungsstörung nach dem raschen Überschreiten von mindestens zwei Zeitzonen („Desynchronisation der inneren Uhr“), die mit Schlaflosigkeit und Tagessymptomen einhergeht», erklärt Prof. Dr. med. Esther Irene Schwarz. „Je mehr Zeitzonen schnell überquert werden, desto stärker kann die innere Uhr aus dem Gleichgewicht geraten.“

Wenn die innere Uhr aus dem Takt gerät

Unser Körper folgt einem natürlichen Tagesrhythmus. Wird dieser durch rasche Reisen über mehrere Zeitzonen verschoben, entsteht ein Konflikt zwischen der Ortszeit bzw. dem äusseren Taktgeber (v.a. Licht) und der biologischen Uhr.

Wie stark der Jetlag wahrgenommen wird, ist von Person zu Person unterschiedlich. Während einige bereits nach wenigen Tagen wieder im Takt sind, kämpfen andere länger mit Müdigkeit, Konzentrationsproblemen oder Einschlafschwierigkeiten. Besonders herausfordernd ist die Rückkehr, wenn unmittelbar nach den Ferien wieder Arbeit, Schule oder andere Verpflichtungen anstehen.

Jetlag ist also nicht bloss Schlafmangel wegen Reisen, sondern eine zirkadiane Fehlanpassung. Schlafentzug kann natürlich Jetlag-Symptome wie Müdigkeit, reduzierte kognitive Leistungsfähigkeit oder allgemeines Unwohlsein verstärken.

 

„Je mehr Zeitzonen schnell überquert werden, desto stärker kann die innere Uhr aus dem Gleichgewicht geraten.“

Esther Irene Schwarz, Leitende Ärztin, Stv. Klinikdirektorin, Klinik für Pneumologie

Was dem Körper jetzt hilft

Wer seinem Körper die Anpassung erleichtern möchte, kann bereits in den ersten Tagen nach der Rückkehr auf einen möglichst regelmässigen Tagesrhythmus achten. Feste Schlafenszeiten, ausreichend Tageslicht und Bewegung unterstützen die innere Uhr dabei, sich wieder an die lokale Zeit anzupassen.

Auch wenn die Versuchung gross ist, versäumten Schlaf sofort nachholen zu wollen: Lange Mittagsschläfchen oder stark wechselnde Schlafzeiten können die Anpassung zusätzlich erschweren. Oft hilft es mehr, dem Körper einige Tage Zeit zu geben und schrittweise in den gewohnten Rhythmus zurückzufinden.

„Tageslicht ist einer der wichtigsten Taktgeber für unseren biologischen Rhythmus“, erklärt Prof. Schwarz. „Wer sich nach der Rückkehr regelmässig draussen aufhält, unterstützt den Körper bei der Anpassung an die neue Zeitzone.“

Wann man genauer hinschauen sollte

Kurzfristige Schlafprobleme nach einer Fernreise sind in der Regel kein Grund zur Sorge. Halten die Beschwerden jedoch über längere Zeit an oder beeinträchtigen sie den Alltag deutlich, kann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein. Nicht erholsamer Schlaf kann langfristig zu Tagesmüdigkeit, verminderter Leistungsfähigkeit und Konzentrationsschwäche führen kann.

Die gute Nachricht: In den meisten Fällen pendelt sich die innere Uhr nach einigen Tagen wieder ein. Bis dahin hilft es, dem Körper die Zeit zu geben, die er braucht. Denn manchmal kehrt man zwar schon aus den Ferien zurück, der Schlaf reist jedoch noch ein kleines Stück hinterher.