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Neue Evidenz für die Behandlung von Herzklappe und Herzkranzgefässen

Die TAVI PCI Studie untersuchte die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit schwerer Aortenklappenstenose und verengten Herzkranzgefässen. Die Resultate wurden am Europäischen Kongress für Kardiologie in München vorgestellt und gleichzeitig im New England Journal of Medicine publiziert.

Für die optimale Behandlungsreihenfolge bei Patientinnen und Patienten mit schwerer Aortenklappenstenose und verengten Herzkranzgefässen fehlte bisher die Evidenz aus grossen Endpunktstudien.

„Viele Patienten, die eine neue Herzklappe benötigen, haben gleichzeitig verengte Herzkranzgefässe. Bislang wurden meist zuerst die Herzkranzgefässe behandelt, ohne dass wir Evidenz aus grossen Endpunktstudien dafür hatten, dass dies tatsächlich die bessere Strategie ist. Diese Wissenslücke konnten wir mit unserer Studie schliessen“, sagt Prof. Dr. med. Barbara Stähli.

Ergebnisse der Studie

Die multizentrische, randomisierte TAVI PCI Studie schloss 986 Patientinnen und Patienten mit schwerer Aortenklappenstenose und koronarer Herzkrankheit an 48 europäischen Zentren ein. Die Teilnehmenden wurden in eine TAVI-first-Gruppe oder eine PCI-first-Gruppe randomisiert. Der primäre Endpunkt war ein kombinierter Endpunkt. Er umfasste Tod, Herzinfarkt, ischämiebedingte Revaskularisation, erneute Hospitalisation aufgrund der Klappe, des Eingriffs oder einer Herzinsuffizienz sowie lebensgefährliche, behindernde oder schwere Blutungen nach einem Jahr.

Die Studie zeigte, dass eine TAVI-first-Strategie einer PCI-first-Strategie nicht unterlegen ist. Einige Patientinnen und Patienten werden davon profitieren, wenn die verengten Herzkranzgefässe zuerst behandelt werden. Bei anderen wird eine erste Behandlung der Aortenklappe sinnvoll sein. Symptome, Anatomie, Blutungsrisiko, der Schweregrad der koronaren Herzkrankheit sowie der klinische Gesamtkontext spielen dabei eine wichtige Rolle.

„Wir haben jetzt eine Wahl. Statt eines festen Schemas können wir entscheiden, was für den einzelnen Patienten am besten ist. Genau das ist patientenzentrierte Medizin“, fasst Prof. Dr. med. Barbara Stähli zusammen.

Am Universitätsspital Zürich initiiert und koordiniert

Prof. Dr. med. Barbara Stähli, Prof. Dr. med. Markus Kasel und Prof. Dr. med. Frank Ruschitzka initiierten die TAVI PCI Studie am Universitätsspital Zürich. Das Andreas Grüntzig Clinical Research Center der Klinik für Kardiologie führte die Studie durch und koordinierte sie. Das Zentrum wird von Prof. Dr. med. Barbara Stähli und Dr. sc. nat. Rahel Kesterke geleitet.

Die Studie wurde dieses Jahr erfolgreich abgeschlossen. Die Resultate erschienen gleichzeitig im New England Journal of Medicine und wurden am 30. August am Europäischen Kongress für Kardiologie in München präsentiert.

Herzklappenerkrankungen Sprechstunde

Abhängig von Ihrer persönlichen medizinischen Situation können wir gemeinsam die beste Therapieoption für Sie definieren und planen. Unser Spektrum umfasst sämtliche aktuell verfügbaren Methoden, insbesondere die katheterbasierte Versorgung und minimalinvasive Techniken.

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Verantwortliche Fachperson

Barbara Stähli, Prof. Dr. med.

Leitende Ärztin, Stv. Klinikdirektorin, Klinik für Kardiologie

Tel. +41 44 255 11 11
Spezialgebiete: Komplexe Koronarinterventionen, funktionelle Koronardiagnostik (vasospastische Angina und koronare mikrovaskuläre Dysfunktion), Transkatheter-Aortenklappenersatz, Klinische Forschung (koronare und strukturelle Herzkrankheit)

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