Am Universitätsspital Zürich (USZ) wurden erstmals in der Schweiz Schilddrüsenoperationen über einen robotisch unterstützten Zugang durchgeführt. Die Methode verbindet höchste Präzision mit einem kosmetischen Vorteil: Die nötigen kleinen Schnitte liegen ausserhalb des Halsbereichs.
Bei der neuen Operationsmethode erfolgt der Zugang zur Schilddrüse über kleine Schnitte am Brustwarzenoberrand und in den Achselhöhlen. Das Verfahren wurde am USZ von einem Team um Chefärztin PD Dr. med. Diana Vetter gemeinsam mit Francesca Da Canal vom Departement für Viszeral- und Transplantationschirurgie eingeführt und bereits bei einigen Patientinnen und Patienten angewandt.
Kein Halsschnitt und keine sichtbare Narbe
Anders als bei der klassischen Schilddrüsenchirurgie ist bei der neuen Methode kein Schnitt am Hals erforderlich. Die Zugänge liegen ausserhalb des sichtbaren Halsbereichs, sodass keine sichtbare Narbe am Hals zurückbleibt. „Das ist ein grosser Vorteil für die Patientinnen und Patienten“, sagt PD Dr. med. Diana Vetter, Chefärztin Allgemein- und Endokrine Chirurgie am USZ. „Ansonsten sind die Grundprinzipien der Operation dieselben wie bei der offenen Schilddrüsenchirurgie.“
Robotische Chirurgie bringt höchste Präzision im engen Raum
Die robotische Unterstützung bietet zusätzliche technische Vorteile. Die Chirurginnen und Chirurgen arbeiten mit einer stark vergrösserten dreidimensionalen Sicht und können die Instrumente äusserst präzise steuern. Beim Operieren in dem engen Raum und speziell bei der anspruchsvollen Präparation rund um den Stimmbandnerv sowie für den Schutz der Nebenschilddrüsen und ihrer Durchblutung ist eine optimale Sicht von grosser Bedeutung.
Innovative Schilddrüsenchirurgie am USZ
Die Einführung der Methode am USZ ist das Ergebnis eines gezielten internationalen Wissenstransfers. Um den innovativen Zugangsweg nach Zürich zu bringen, arbeiteten die Chirurginnen des USZ eng mit führenden Expertinnen und Experten aus Südkorea zusammen. Das ostasiatische Land gilt als Vorreiter bei der Entwicklung minimalinvasiver Zugangswege für Schilddrüsenoperationen. Diana Vetter und Francesca Da Canal erlernten die Technik denn auch in Asien. Für die ersten Eingriffe reisten Professor Jin Wook Yi und sein Team vom AIN Hospital in Incheon nach Zürich, um die Operationen zu begleiten.
Mit der Einführung des neuen Zugangswegs erweitert das USZ das Spektrum der robotisch unterstützten Chirurgie.