Bis vor 30 Jahren waren die klassischen Herzschrittmacher, welche zur Therapie eines zu langsamen Herzrhythmus‘ zum Einsatz kamen, die einzigen Vertreter der „kardialen Devices“. Inzwischen ist das Spektrum vor allem durch die intrakardialen Defibrillatoren (ICDs), welche die Therapie schneller Herzrhythmusstörungen (Kammertachykardien, Kammerflimmern) ermöglichen, wie sie vor allem bei Patienten und Patientinnen mit schwerer Herzschwäche und Herzmuskelerkrankungen vorkommen, erweitert worden. Bei bestimmten Patienten und Patientinnen mit Herzschwäche liegt eine „elektrische Dyssynchronie“ vor, welche durch einen biventrikulären Schrittmacher zur Resynchronisation der Herzkammern (CRT) korrigiert werden kann. Die subkutanen (SICD) und extravaskulären ICDs (EV-ICDs) ist eine Weiterentwicklung der transvenösen ICDs, bei denen die Sonden des ICDs nicht im Herz, sondern ausserhalb des Herzens zu liegen kommen. Dies verhindert das Auftreten von Blutvergiftungen aufgrund von Sonden. Ferner gibt es Situationen, in denen Patientinnen von kabellosen Schrittmachern, sowohl in den Hauptkammern als auch in den Vorkammern, profitieren. In einem multidisziplinären Team entscheiden wir – unter Einbindung der betreuenden externen Kardiologen und Hausärzte – welche Patienten für welche Deviceimplantation in Frage kommen.

Unser Team verfügt über grosse Erfahrung in der Implantation kardialer Devices und ihrer Optimierung und Nachsorge. Die Mehrheit unserer Patientinnen mit kardialen Devices wird via „Remote Monitoring“ aus der Ferne überwacht. Kommt es zu einer schweren Rhythmusstörung, Fehlfunktionen, oder zu einer „Wasserüberladung“ des Körpers, versendet ein zentraler Server eine Nachricht und die notwendigen therapeutischen Schritte werden eingeleitet. Bei ICD Patienten kann Remote Monitoring die Gesamtsterblichkeit reduzieren.
Der subkutane (Abbildung 2, links) und extravaskuläre (Abbilung 2, rechts) ICD welche aufgrund ihrer vollständig extrakardialen Lage ohne Elektroden in den Venen auskommen, stellen für gewisse, vor allem junge Patienten und Patientinnen eine gute Alternative dar.

Abbildung 2: links S-ICD, rechts EV-ICD
Seit einiger Zeit ist der sog. Miniatur leadless Pacemaker verfügbar, ein kleiner Schrittmacher ohne Elektrode, welcher im rechten Ventrikel oder rechten Vorhof verankert wird. Dieser Eingriff ist besonders schonend, und kommt v.a. bei älteren Patienten und Patientinnen, solchen mit einer schweren Nierenschwäche oder stattgehabter Blutvergiftung in Betracht Gemeinsam mit den betreuenden Kardiologen und Kardiologinnen beurteilen wir zugewiesene Patientinnen im Hinblick auf kardiale Devices. Darüber hinaus haben wir ein Programm zur Elektrodenentfernung etabliert, welche unter bestmöglichen Bedingungen im herzchirurgischen Hybridoperationsaal gemeinsam mit der Herzchirurgie durchgeführt werden. Bei Patienten mit rezidivierenden Synkopen unklarer Genese kann der Einsatz implantierbarer Loop-Rekorder (über mehrere Jahre) zu einer Diagnose (z.B. Asystolie, AV-Block oder Kammertachykardien) führen.

Abbildung 3 links: Elektrodenloser Schrittmacher in der rechten Hauptkammer (Pfeil); rechts: Elektrodenloser Schrittmacher in der rechten Vorkammer (Pfeil)