Präzisionsstrahlentherapie

Fachartikel

Accela – Linearbeschleuniger

Die nächste Generation der Präzisionsstrahlentherapie.
Schneller. Präziser. Auch bei komplexesten Behandlungen.

Mit Accela von Siemens Healthineers setzt die Klinik für Radio-Onkologie des Universitätsspitals Zürich auf eine neue Generation der Hochpräzisionsstrahlentherapie.

Das neue Accela Bestrahlungssystem kombiniert umfassende technologische Verbesserungen mit neuester Softwaresteuerung und ermöglicht dadurch eine deutliche Verkürzung der Bestrahlungszeit – bei gleichzeitig verbesserter Planungs- und Zielgenauigkeit. Die Klinik für Radio-Onkologie des USZ gehört zu den ersten Zentren weltweit, die Accela installiert haben und baut damit ihren Status als international führendes Zentrum für hochpräzise stereotaktische Strahlentherapie weiter aus.

Was ACCELA möglich macht

Präzision und Geschwindigkeit müssen keine Gegensätze sein.

Accela verbindet hohe Dosisleistung, intelligente Bestrahlungsplanung, schnelle Maschinenbewegungen und präzise Zielverfolgung. Dadurch können hochpräzise Bestrahlungen noch effizienter durchgeführt werden, Gegensätze, die sich bisher oft ausgeschlossen haben.

Besonders relevant ist dies bei:

  • bei Lungentumoren und Lungenmetastasen
  • bei mehreren Tumorläsionen in unterschiedlichen Körperregionen
  • bei Wirbelsäulenmetastasen
  • beim Prostatakarzinom und anderen Bestrahlungsbehandlungen in kurativer Intention
  • bei Behandlungen, die kurze Atemhaltephasen erfordern

Geschwindigkeit, die einen Unterschied macht

Bei stereotaktischen Radiotherapien (SBRT) müssen hohe Bestrahlungsdosen sehr gezielt auf kleine Körperregionen konzentriert werden. Gerade bei beweglichen Tumoren, mehreren Metastasen oder anatomisch anspruchsvollen Situationen kann die Bestrahlung dadurch sehr komplex werden.

Das Accela System verbindet eine hohe Dosisleistung mit dynamischen Bewegungen von verschiedenen Axen (Dynamic Modulated Arc Therapy (DMAT)) und einer zeitoptimierten Bestrahlungsplanung. Dadurch kann die eigentliche Strahlenapplikation erheblich verkürzt werden, ohne an Präzision zu verlieren. Damit werden höchste Geschwindigkeit und Patientenkomfort mit optimal präziser und schonender Bestrahlung verbunden.

Lungentumoren: fast 75% kürzere Bestrahlungszeit

In einer multizentrischen Untersuchung von 40 gepaarten VMAT- und DMAT-Bestrahlungsplänen sank die prognostizierte Bestrahlungszeit um 73,6 %. Bei geeigneten Lungentumoren kann die Bestrahlung dadurch innerhalb von nur noch zwei bis drei Atemhaltephasen erfolgen, was diese Präzisionsbehandlung auch bei Patienten mit reduzierter Lungenfunktion ermöglicht (siehe Abb. 2).

Auch bei mehreren Tumoren: Bestrahlung in einem einzigen Bestrahlungsplan

Auch mehrere Lungenläsionen können gleichzeitig mit nur einer einzigen Bestrahlung behandelt werden, im sogenannten Single-Iscoenter Multiple-Target Konzept. Bei 48 Patientinnen und Patienten mit insgesamt 136 Lungenläsionen waren Zielabdeckung und Lungendosis mit der konventionellen Planung vergleichbar. Gleichzeitig sank die mediane Behandlungszeit von 6,4 auf 4,1 Minuten (−35 %) (siehe Abb. 2)

Axialer CT-Schnitt mit farbcodierter Dosisdarstellung

Abbildung 1: Axialer CT-Schnitt mit farbcodierter Dosisdarstellung (20–75 Gy) zum Vergleich eines Multiple-Isocenter-Plans (links) mit einem Single-Isocenter-Plan (rechts) für zwei Zielvolumina (rot konturiert).

Wirbelsäulenmetastasen: schnell und präzise

Auch bei anatomisch besonders anspruchsvollen Wirbelsäulenmetastasen zeigt sich der Zeitvorteil.

Hier liegen Tumoren häufig unmittelbar neben empfindlichen Strukturen wie Rückenmark und Nerven. Gleichzeitig muss die Behandlung sehr präzise und reproduzierbar erfolgen.

  • ohne epidurale Ausbreitung von 183 auf 65 Sekunden (−64 %)
  • mit epiduraler Ausbreitung von 184 auf 78 Sekunden (−58 %) (siehe Abb. 2).

Bei den untersuchten Fällen mit epiduraler Ausbreitung verbesserte sich zudem die Zielabdeckung von 89,8 % auf 92,3 %.

Drei klinische Situationen. Ein gemeinsamer Effekt: deutlich kürzere Bestrahlungszeiten bei optimaler Präzision der Bestrahlung.

deutlich kürzere Bestrahlungszeiten bei optimaler Präzision der Bestrahlung

Abbildung 2: Drei klinische Situationen. Ein gemeinsamer Effekt: deutlich kürzere Bestrahlungszeiten bei optimaler Präzision der Bestrahlung. Die untersuchten Zeiten stammen teilweise aus Planungssystemen und stellen Beam-on-Zeiten dar. Sie entsprechen nicht automatisch der gesamten Zeit im Bestrahlungsraum.

Präzision im Submillimeterbereich während der Behandlung

Präzision beginnt nicht erst bei der Bestrahlung – sie muss während der gesamten Behandlung erhalten bleiben.

Das integrierte Spine Tracking überwacht die Position bei Wirbelsäulenbehandlungen kontinuierlich und markerlos. Die maximale Messabweichung lag bei ≤ 0,15 mm. Bei relevanten Abweichungen kann die Bestrahlung automatisch unterbrochen werden – im Mittel innerhalb von 0,41 Sekunden.

Präzisionsstrahlentherapie am Universitätsspital Zürich

Die Klinik für Radio-Onkologie des Universitätsspitals Zürich verfügt über langjährige Erfahrung in der stereotaktischen und hochpräzisen Strahlentherapie. Das USZ setzt moderne Linearbeschleuniger und innovative Technologien ein und verbindet klinische Anwendung mit wissenschaftlicher Forschung.

Mehr erfahren

Interesse an einer Behandlung oder Zuweisung?

Unsere Spezialistinnen und Spezialisten beurteilen individuell, ob eine Behandlung mit Accela für die jeweilige Tumorsituation geeignet ist.

Für Patienten und Patientinnen Für Zuweisende

Kontakt Klinik für Radio-Onkologie:

Tel. +41 44 255 35 66

Verantwortlicher Fachbereich