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Das Universitätsspital Zürich baut das Spital der Zukunft. MITTE1|2 ist der erste grosse Neubau der baulichen Gesamterneuerung. Ab 2031 werden hier Patientinnen und Patienten in modernen Räumen versorgt, die auf vernetzte Spitzenmedizin, effiziente Abläufe und eine Behandlung auf höchstem Niveau ausgerichtet sind.
Nutzung |
Die Gebäude MITTE1 und MITTE2 vereinen Notfallzentrum, Operationssäle, Normalpflege, Intensivmedizin, Radiologie und Laborforschung. |
Betten und Zimmer |
Es entstehen über 300 Betten, darunter mehr als 200 in der Normalpflege mit Einzelzimmern. |
Medizinische Infrastruktur |
Geplant sind 23 Operationssäle sowie ein Interventionszentrum für Herzerkrankungen und Schlaganfälle. |
Nachhaltigkeit |
Gold-Standard, Geothermie, Photovoltaik, begrünte Flächen und rezyklierbare Materialien prägen den Bau. |
Projektkosten |
Die Gesamtinvestition wurde 2023 auf CHF 950 Mio. inkl. MwSt., exkl. Teuerung seit April 2023, veranschlagt. |
Bauausführung |
Nach Abbruch und Aushub läuft seit 2025 der Rohbau. Die Inbetriebnahme ist für 2031 geplant. |
Herausforderungen |
Der Neubau entsteht bei laufendem Spitalbetrieb, mitten im Zürcher Hochschulquartier. |
Viele Gebäude auf dem Kernareal des USZ sind in die Jahre gekommen. Einige sind über 70 Jahre alt und entsprechen nicht mehr den Anforderungen der heutigen Spitzenmedizin. Gleichzeitig haben sich Behandlungen, Technik, Arbeitsprozesse und die Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten stark verändert.
Mit MITTE1|2 beginnt deshalb ein Generationenprojekt: Die bauliche Gesamterneuerung des USZ. Die neuen Gebäude schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Patientinnen und Patienten auch künftig mit modernster Medizin versorgt werden können und Mitarbeitende unter guten Bedingungen arbeiten.
Die neuen Bettenstationen sind auf eine möglichst gute Genesung ausgerichtet. In der Normalpflege entstehen mehr als 200 Betten, jedes davon in einem Einzelzimmer mit grossem Fenster und eigener Nasszelle. Auch in der Intensivmedizin sind die 94 Betten mehrheitlich als Einzelzimmer geplant.
Die Zimmer bieten mehr Privatsphäre, bessere Rückzugsmöglichkeiten und mehr Ruhe. Tageslicht, angenehme Materialien und eine klare Gestaltung sollen dazu beitragen, dass sich Patientinnen, Patienten und Angehörige im Spital besser orientieren und wohler fühlen.
MITTE1|2 ist für moderne, interdisziplinäre Medizin geplant. Ähnliche Funktionen und Abläufe werden räumlich gebündelt. Dieses sogenannte Plattformkonzept ermöglicht effizientere Prozesse, eine flexible Nutzung der Infrastruktur und eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche. Besonders wichtig sind kurze Wege in zeitkritischen Situationen: Das neue Notfallzentrum liegt künftig nahe beim Interventionszentrum für Schlaganfall- und Herzpatientinnen und -patienten.
Auch die Medizintechnik wird auf die Zukunft ausgerichtet. In den Neubauten entstehen hochmoderne Operationssäle, darunter Hybrid-Operationssäle. Mit intraoperativer Magnetresonanztomographie können Ärztinnen und Ärzte während eines Eingriffs überprüfen, wie die Operation verläuft. Das kann helfen, Entscheidungen direkt im Operationssaal noch präziser zu treffen.
MITTE1|2 wurde von der ARGE GP Christ & Gantenbein, Fanzun, Confirm als Teil eines offenen Campus im Hochschulgebiet Zürich-Zentrum entworfen. Die Neubauten ergänzen den bestehenden, denkmalgeschützten Gebäudekomplex von Haefeli Moser Steiger und fügen sich in ihrer Grösse sorgfältig in die Umgebung ein. So entsteht ein neues städtebauliches Ensemble, das die Geschichte des USZ respektiert und gleichzeitig Raum für moderne Spitzenmedizin schafft.
Die beiden Gebäude übernehmen unterschiedliche Aufgaben: MITTE1 ist als wichtiger Zugangspunkt mit hellen Räumen und einem Innenhof geplant. MITTE2 ist kompakter organisiert und auf zentrale medizinische Bereiche wie Operationen, Interventionen und Forschung ausgerichtet. Begrünte Fassaden, Photovoltaik-Elemente und flexible Grundrisse verbinden Architektur, Nachhaltigkeit und Funktionalität. So bleibt MITTE1|2 langfristig anpassbar, wenn sich Medizin, Technik und Arbeitsprozesse weiterentwickeln.
Mehr zur ArchitekturEin Universitätsspital braucht jeden Tag grosse Mengen an Material: Operationsinstrumente, Medikamente, Verbrauchsmaterialien, Mahlzeiten und vieles mehr. In MITTE1|2 wird diese Logistik stärker digitalisiert und automatisiert.
Im Untergeschoss ist ein automatisiertes Kleinteilelager mit Platz für rund 7000 Behälter vorgesehen. Transportroboter und Warenheber bringen bestelltes Material direkt auf die Stationen. Das Ziel ist eine zuverlässige Versorgung «just in time», also genau dann, wenn etwas gebraucht wird. So bleibt auf den Stationen mehr Raum für Menschen statt für Lagerflächen.
Nachhaltigkeit war bereits in der Planung ein zentrales Thema. Die Neubauten sollen ökologisch, wirtschaftlich, sozial und technisch nachhaltig sein. Dazu gehören energieeffiziente Gebäude, rezyklierbare Materialien wie Holz und Stahl sowie schadstoffarme Baustoffe.
Die Gebäude sind zudem so geplant, dass sie sich an künftige Entwicklungen der Medizin anpassen lassen. Viele Wände sind nichttragend, Grundrisse können dadurch später einfacher verändert werden. Auch die Decken sind so ausgelegt, dass sie künftige Medizintechnik tragen können.
Zur Energieversorgung tragen Photovoltaik-Elemente an der Fassade, ein begrüntes Dach sowie 132 Geothermie-Sonden bei. Die Sonden speichern überschüssige Wärme im Boden und helfen, diese im Winter für Heizung und Warmwasser zu nutzen.
Das Projekt wurde von der Schweizer Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft mit dem Vorzertifikat im Gold-Standard ausgezeichnet.
Die Gesamtinvestition für das Bauprojekt MITTE1|2 wurde 2023 auf CHF 950 Mio. inkl. MwSt. veranschlagt (SKP 1–9, exkl. Teuerung seit April 2023). Die Genauigkeit des Kostenvoranschlags liegt bei +/- 10 Prozent. Mit fortschreitender Bauzeit können die verbleibenden Kostenrisiken schrittweise angepasst werden.
Der Kanton nimmt dafür Fremdkapital auf und stellt es dem USZ als zinsgünstiges Darlehen zur Verfügung. Über die Laufzeit der Kredite von 2026 bis 2040 soll diese Lösung eine Zinsersparnis von rund 50 Millionen Franken ermöglichen. Die Finanzierung hat keine Auswirkungen auf die Investitionspriorisierung des USZ oder den geplanten Baufortschritt.
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