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Erdsonden am USZ: Nachhaltige Wärme

Am Universitätsspital Zürich werden 132 Geothermie-Sonden installiert. Diese tragen zur nachhaltigen Wärmeversorgung des Spitals bei und ermöglichen eine effiziente Nutzung von überschüssiger Energie. Doch die Umsetzung bringt auch Herausforderungen mit sich.

Geothermie als nachhaltige Lösung

Das Universitätsspital Zürich setzt auf nachhaltige Energiekonzepte. Zurzeit werden auf dem Baufeld des Neubaus Campus MITTE1|2 132 Geothermie-Sonden mit einer Tiefe von 250 Metern installiert. Diese Sonden leisten einen wichtigen Beitrag zur Energiezukunft und zur Reduktion des CO₂-Ausstoßes des Universitätsspitals Zürich, indem sie erneuerbare Wärmequellen nutzen und damit auf fossile Brennstoffe verzichten. Zudem speichert die Technologie die überschüssige Wärme der Sommermonate im Boden und nutzt sie im Winter für die Beheizung und Warmwasserversorgung, was die Energieeffizienz des Spitals verbessert.

Technische Umsetzung

Die Erdsonden arbeiten nach einem einfachen, aber effektiven Prinzip: thermische Energie wird dem Boden entzogen und bei Überschuss wieder darin gespeichert. Auf das üblicherweise verwendete Glykol kann verzichtet werden – die Sonden kommen ohne umweltschädliche Frostschutzmittel aus, da sie mit Heizungswasser gefüllt werden können. Dies macht die Technologie nicht nur nachhaltiger, sondern auch wartungsärmer. «Insgesamt können 3500 Megawattstunden (MWh) Wärmeenergie genutzt sowie zusätzlich rund 4’000 MWh Wärme wiederverwendet werden, die sonst ungenutzt blieben. Neben der direkten Energieeinsparung trägt das System zur Stabilisierung der Energiekosten bei und macht das Spital unabhängiger von externen Energiequellen», weiss Jasper Dries, Projektleiter Technik im Projekt MITTE1|2. Der Strom zum Betrieb der Wärmepumpen stammt aus erneuerbarer Windkraft.

Herausforderungen auf der Baustelle

Die Einrichtung der Erdsonden erfolgt in einem anspruchsvollen Umfeld. Es braucht eine enge Abstimmung, denn die Bohrungen müssen eng mit anderen Installationen wie der Kanalisation oder Lüftungsschächten koordiniert werden. «Die Platzverhältnisse allgemein in der Baugrube des Campus MITTE1|2 erforderten eine präzise Planung», ergänzt Dries. Die Bohrungen werden mit einer Geschwindigkeit von etwa einer Bohrung pro Tag durchgeführt, wobei zwei dieser ca. 20 Tonnen schweren Geräte gleichzeitig im Einsatz sind. Nach Abschluss der Bohrungen werden die Sonden in Schächten zusammengeführt, bevor sie mit den Heizungsanlagen des Universitätsspitals verbunden werden.
Die Bohrungen können voraussichtlich im Sommer 2025 abgeschlossen werden. Mit der Nutzung der Geothermie setzt das Universitätsspital Zürich ein Zeichen für nachhaltige Energieversorgung im urbanen Raum. In Kombination mit anderen erneuerbaren Energiequellen trägt die Geothermie dazu bei, den Wärmebedarf des Universitätsspitals umweltfreundlicher zu decken.

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Bildquelle: Ralph Bensberg