Operation
Die operative Entfernung des Tumors ist der wichtigste Behandlungsschritt bei Eierstockkrebs. In der Regel werden beide Eierstöcke, die Eileiter sowie die Gebärmutter entfernt. Je nach Ausdehnung des Tumors kann es notwendig sein, auch Teile des Bauchfells oder andere befallene Strukturen mit zu entfernen. Diese Eingriffe sind häufig komplex und erfordern ein erfahrenes interdisziplinäres Team.
Bei jungen Patientinnen mit Kinderwunsch prüfen wir individuell, ob ein organerhaltendes Vorgehen möglich ist. Wir beraten Sie ausführlich zu den Chancen und Risiken sowie zu möglichen Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit.
Chemotherapie
Im Anschluss an die Operation wird in den meisten Fällen eine Chemotherapie durchgeführt, um eventuell im Körper verbliebene Krebszellen zu zerstören. Die Standardtherapie besteht aus einer Kombination der Wirkstoffe Carboplatin und Paclitaxel, die in der Regel in sechs Zyklen im Abstand von drei Wochen verabreicht werden. Bei Tumoren im sehr frühen Stadium kann in Einzelfällen auf eine Chemotherapie verzichtet werden.
Wir planen eine Chemotherapie individuell auf die Patientin abgestimmt, abhängig vom Tumorstadium, Allgemeinzustand und Begleiterkrankungen. Die Chemotherapie wird in der Regel ambulant in unserer Tagesklinik durchgeführt.
Studienteilnahme
Wenn möglich, bieten wir Ihnen eine Studienteilnahme an, beziehungsweise beraten Sie über die aktuell laufende Studien.
Erhaltungstherapie und zielgerichtete Therapien
Bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs wird zusätzlich zur Chemotherapie häufig eine sogenannte Erhaltungstherapie empfohlen. sie wird nach einer erfolgreichen Ersttherapie über einen längeren Zeitraum fortgeführt, um den erzielten Behandlungserfolg zu sichern und einen Rückfall (Rezidiv) zu verhindern. Hierbei kommen zielgerichtete Medikamente wie der monoklonale Antikörper Bevacizumab zum Einsatz, der das Tumorwachstum hemmt und das Rückfallrisiko senken kann. Die Erhaltungstherapie kann bis zu 15 Monate dauern.
Bei bestimmten genetischen Veränderungen (z.B. BRCA-Mutation oder HRD-Deffizienz) stehen weitere zielgerichtete Therapien zur Verfügung. Wir beraten Sie individuell zu den für Sie geeigneten Behandlungsoptionen.
Komplementärmedizin bei Eierstockkrebs
Bei einer Eierstockkrebs-Behandlung am USZ profitieren Sie von zahlreichen ergänzenden Therapieangeboten. Hierzu gehören z.B. eine komplementärmedizinische Behandlung, unterstützende Sporttherapien oder psychoonkologische Unterstützung. Gerne beraten unsere geschulten Cancer Care Nurses Sie hierzu ausführlich.
Nachsorge
Nach Abschluss der Behandlung erfolgen regelmässige Nachsorgeuntersuchungen, um einen Rückfall frühzeitig zu erkennen und Ihre Gesundheit langfristig zu sichern.
Diese Nachsorgeuntersuchungen umfassen:
- Regelmässige Kontrolluntersuchungen
- Bildgebende Verfahren bei Verdacht auf Metastasen
- Psychosoziale Unterstützung und Beratung
Behandlung im Gynäkologischen Tumorzentrum des USZ
Das Gynäkologische Tumorzentrum des USZ ist ein interdisziplinäres Zentrum, welches Ihnen modernste Diagnose-, Behandlungs- und Operationstechniken anbietet. Jede Patientin wird interdisziplinär am Tumorboard besprochen, um die bestmögliche, individuell an sie angepasste Therapie zu erhalten. In unserem sicheren, einfühlsamen und diskreten Umfeld bieten wir Ihnen medizinische Spitzenversorgung an und behandeln Sie bevorzugt ambulant. Dank dem Zugang zu aktuellen klinischen Studien stellen wir sicher, dass Sie von den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren und individuell bestmöglich betreut werden.