Die Notwendigkeit einer umfassenden mikrochirurgischen Ausbildung zur Verbesserung der Fähigkeiten von Mikrochirurgen ist von entscheidender Bedeutung, nicht nur für Assistenzärzte, sondern auch für erfahrenere Chirurgen. In einem nicht-operativen Umfeld sind die Ausbildungsmöglichkeiten jedoch oft rar und sehr teuer, so dass neue und innovative chirurgische Ausbildungsmethoden in Betracht gezogen wurden.
Training am Plazentamodell
Das Plazentamodell ist eines der vielversprechendsten und erschwinglichsten Instrumente, die derzeit für die Ausbildung in mikrochirurgischen Techniken zur Verfügung stehen. In der Plazenta sind alle Gefässe von Membranen und Stroma umgeben. Ausserdem sind die Gefäße durchblutet und stehen unter Druck: Dies simuliert die intraoperative Situation sehr gut.
Die Dissektion des Gewebes, das die Arterien und Venen in der Plazenta umgibt, ist dem intraoperativen Setting sehr ähnlich (oder nach Meinung erfahrener Chirurgen sogar noch schwieriger) (z. B. die Dissektion der Sylvianfissur, der Arachnoidea und der Sylviangefässe).
Darüber hinaus ermöglicht das Plazentamodell die:
- Gefässe mikronähen/reparieren
- alle drei Arten von Mikroanastomosen durchzuführen: end-to-side, end-to-end und side-to-side
- die Durchgängigkeit zu überprüfen und die Anastomose zu kontrollieren
Die Teilnehmenden können eine Vielzahl von Simulationsszenarien durchführen, die viele Wiederholungsübungen und die Erkundung chirurgischer Fehler ermöglichen. Auch das Arbeiten in einem tiefen und engen Operationsgebiet kann simuliert werden. Nach histologischen Befunden weisen die Gefässe der menschlichen Plazenta ähnliche Merkmale auf wie die kortikalen Arterien oder die Arteria temporalis superficialis.
Dieser Kurs wurde vom Schweizerischen Veterinärdienst und von allen für Tierversuche zuständigen Behörden als Fortbildung in der Versuchstierkunde empfohlen.
Credits
Dieser Kurs wird von der Schweizerischen Gesellschaft für Neurochirurgie (SGNC) für 12 Credits akkreditiert.