Minimal-invasive und endoskopische Neurochirurgie: kleine Zugänge, grosse Wirkung

Das Wohl der Patientinnen und Patienten stehen bei uns im Mittelpunkt. Unser Ziel ist es, Operationen am Gehirn so schonend wie möglich durchzuführen – ohne Kompromisse bei der Sicherheit oder der Wirksamkeit der Behandlung. Der Schlüssel dazu heisst: minimal-invasive und endoskopische Neurochirurgie

„Minimal-invasiv“ bedeutet, dass der chirurgische Eingriff mit möglichst wenig Belastung für den Körper durchgeführt wird. Statt grosser Schnitte und ausgedehnter Öffnungen des Schädels oder der Wirbelsäule arbeiten Neurochirurginnen und Neurochirurgen zunehmend mit kleineren Zugängen, speziellen Instrumenten und modernster Technik. So wird nur das Gewebe berührt, das für die Behandlung wirklich nötig ist – gesundes Gewebe bleibt weitestgehend unversehrt.

Wie funktioniert minimal-invasive und endoskopische Neurochirurgie?

Auch bei der minimal-invasiven und endoskopischen Neurochirurgie bleibt die optimale Behandlung der Erkrankung und die Sicherheit das oberste Ziel. Neurochirurginnen und -chirurgen arbeiten durch kleine „Schlüsselloch“-Öffnungen mit speziellen feinen Instrumenten, sodass sie gezielt und möglichst schonend krankes Gewebe im Gehirn oder an den Nerven behandeln können. Moderne Techniken sorgen dabei für eine präzise Sicht und Kontrolle und somit höchstmögliche Sicherheit während des Eingriffs.

  • Kleinere Schnitte, mehr Präzision: Statt langer Hautschnitte und grosser Schädeleröffnungen reichen oft nur wenige Zentimeter, um mit feinen Instrumenten und Endoskopen (kleine Kameras) ins Schädelinnere zu gelangen.
  • Moderne Technik als Helfer: Mit Neuronavigation (eine Art 3D-GPS für den Operationssaal) und intraoperativem MRT oder Ultraschall können Chirurginnen und Chirurgen während der OP genau sehen, wo sie sich befinden – und sofort prüfen, ob das gewünschte Ergebnis erreicht ist.
  • Individuelle Planung: Jede Operation wird vorab genau geplant, basierend auf den Bildern aus MRT oder CT. So wird der Zugang optimal auf die Anatomie und die Erkrankung der Patientin oder des Patienten abgestimmt. Für die Planung werden zusätzlich oft auch technische Hilfsmittel wie «augmented reality» eingesetzt.

Was sind die Vorteile der minimal-invasiven und endoskopischen Neurochirurgie?

Für die Patientinnen und Patienten bedeutet weniger Gewebeschädigung meist weniger Schmerzen, weniger Narben und eine schnellere Erholung. Patientinnen und Patienten mit minimal-invasiven neurochirurgischen Eingriffen profitieren vor allem von folgenden Vorteilen:

  • kleinere Narben,
  • weniger Schmerzen nach der Operation,
  • geringeres Risiko für Infektionen,
  • schneller wieder zu Hause und im Alltag.

Welche Erkrankungen können mit minimal-invasiver Neurochirurgie behandelt werden?

Die Schonung von gesundem Gewebe ist bei tief innerhalb des Schädels liegenden Erkrankungen besonders wichtig. Dies ist z.B. bei Tumoren an der Schädelbasis und Zysten innerhalb der Hirnwasserkammern der Fall. Zur Behandlung dieser Erkrankungen können verschiedene minimal-invasive Operationstechniken gewählt werden:

Transnasal endoskopische Operationen

Die Operation erfolgt durch die Nase ohne äusserlich sichtbare Narbe. Dabei wird die Schädelöffnung «unterhalb» des Gehirns angelegt, wodurch nicht an gesundem Gehirn vorbei operiert werden muss. Dieses Vorgehen wird z.B zur Behandlung von Hypophysenadenomen/-zysten, Kraniopharyngeomen und Knochentumoren im Bereich der zentralen Schädelbasis verwendet.

Endoskopisch-assistierte Mikrochirurgie über «Schlüsselloch-Zugänge»

Die Operation erfolgt über einen kleinen Hautschnitt (z.B. innerhalb der Augenbraue) und eine, meist mit Neuronavigation, exakt platzierte Schädeleröffnung (Kraniotomie). Primär erfolgt die Operation unter dem Mikroskop. Mit Hilfe eines Endoskops und gewinkelten Instrumenten können jedoch auch ansonsten verborgene Winkel in der Tiefe der Operationsfeldes eingesehen und manipuliert werden. Diese Zugänge werden z.B. für Operationen an der Schädelbasis (Meningeome, Schwannome, Epidermoid-/Dermoidzysten) verwendet.

Ventrikuloskopische Operationen

Gewisse Erkrankungen innerhalb der Hirnwasserkammern (Ventrikel) können mit Hilfe eines speziellen Endoskops mit Arbeitskanälen für feine chirurgische Instrumente (Ventrikuloskop) durchgeführt werden. Dafür muss am Schädel nur ein kleines Bohrloch angelegt werden. Unter direkter Sicht können so z.B. zusätzliche Abflusswege für das Hirnwasser bei Hirnwasseraufstau (Hydrocephalus) angelegt werden. Zudem können so auch Zysten in den Hirnwasserkammern (z.B. Kolloidzysten oder Arachnoidalzysten) entfernt oder Gewebeproben von Tumoren entnommen werden.

Ablauf einer minimal-invasiven und endoskopischen Operation

Minimal-invasive Operationen erfordern eine sorgfältige und individualisierte Planung für jeden Patienten und jede Patientin. Dabei steht die optimale Erreichung des Operationsziels bei minimalem Gewebeschaden und kosmetischer Beeinträchtigung im Vordergrund. Diese Planung erfolgt anhand der vor der Operation durchgeführten Bildgebung (MRI/CT) und der individuellen Anatomie. In unserer Sprechstunde werden die Abläufe und Risiken der geplanten Operation, sowie mögliche alternative Operationstechniken ausführlich besprochen.

Die Operation wird vom Chirurgen oder der Chirurgin sorgfältig für jeden einzelnen Patienten geplant und anschliessend meist auch von ihm oder ihr selbst durchgeführt, damit die besonderen Anforderungen optimal berücksichtigt werden. Nach dem Eingriff betreut der behandelnde Chirurg die Patientin oder den Patienten in der Regel persönlich weiter, um den Besonderheiten des individuellen Eingriffes Rechnung tragen zu können.

Verantwortliche Fachpersonen

Michael Hugelshofer, MSc, PD Dr. med.

Oberarzt, Klinik für Neurochirurgie

Tel. +41 44 255 26 86

Luca Regli, Prof. Dr. med.

Klinikdirektor, Klinik für Neurochirurgie

Tel. +41 44 255 29 92

Für Patientinnen und Patienten

Sie können sich entweder selbst anmelden oder von Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem Arzt zuweisen lassen.

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