Attackenbehandlung der Clusterkopfschmerzen

Die folgenden Empfehlungen gelten für erwachsene Patientinnen und Patienten mit ärztlich gesicherter Diagnose eines Clusterkopfschmerzes.

Die Angaben beziehen sich ausschliesslich auf die Behandlung akuter Attacken. Die Auswahl einer Übergangs- oder Langzeitprophylaxe sollte im Rahmen einer spezialisierten neurologischen Kopfschmerzsprechstunde erfolgen.

Bevorzugte Akuttherapie

  • 100 % Sauerstoff über eine dicht sitzende Non-Rebreather-Maske mit Reservoirbeutel, mit einer Flussrate von mindestens 12 l/min für 15–20 Minuten
  • Sumatriptan 6 mg subkutan

Weitere Optionen

  • 5–10 mg Zolmitriptan-Nasenspray (off-label)
  • 20 mg Sumatriptan nasal (off-label)

Bei ausgewählten Patientinnen und Patienten

  • Lidocain 4–10 % intranasal, 1 ml in das ipsilaterale Nasenloch (off-label).
    Cave: Auf Zeichen einer systemischen Lidocain-Toxizität achten, u.a. periorale Parästhesien, metallischen Geschmack, Tinnitus, Schwindel, Sehstörungen, Tremor oder Vigilanzminderung; bei Auftreten keine weitere Gabe.

Für die Attackenkupierung in der Regel nicht geeignet

Aufgrund des raschen Verlaufs der Clusterkopfschmerzattacken sind langsam wirksame orale Medikamente in der Regel nicht geeignet. Dies betrifft insbesondere: konventionelle orale Analgetika, orale Triptane, Opioide

Sicherheitshinweis

  • Bei erstmalig aufgetretenen, atypischen oder gegenüber früher veränderten Kopfschmerzen ist eine angemessene notfallmedizinische und differentialdiagnostische Abklärung erforderlich.
  • Dosierungsintervalle, Tageshöchstdosen, Kontraindikationen und Interaktionen sind gemäss der aktuellen Schweizer Fachinformation zu beachten.
  • Unterschiedliche Triptane sollen nicht miteinander kombiniert werden.

Quelle: May A, Evers S, Goadsby PJ et al. European Academy of Neurology guidelines on the treatment of cluster headache. European Journal of Neurology. 2023;30:2955–2979

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