Ursache und Symptome
Eine Bandveletzung am Handgelenk kann nach einem Sturz auf die ausgestrecke Hand auftreten. Nicht selten können solche Verletzungen auch als Begleitverletzungen bei Handgelenksbrüchen beobachtet werden, wie z.B. bei einem gelenksnahen Bruch der Speiche (sog. Radiusfrakur). Die Magnetresonanztomographie spielt eine entscheidende Rolle in der Diagnose von Banderletzungen. In einigen Fällen können diese Verletzungen aber nur anhand einer Gelenksspiegelung (Arthroskopie) des Handgelenkes festgestellt werden.
Ablauf
Nicht alle Verletzungen müssten operativ versorgt werden. Vor allem Teilverletzungen können mittels mehrwöchiger Ruhigstellung und Handtherapie behandelt werden. Bei der operativen Therapie werden die betroffenen Handwurzelknochen wieder in die korrekte Position gebracht um das Band zur Abheilung zu bringen. Bis das Band selber wieder genügend stabil ist um die Knochen in ihrer korrekten Position halten zu können, müssen die Knochen mit Drähten vorübergehend in der korrekten Stellung fixiert werden. Nach Abheilung des Bandes kann diese Fixation dann wieder entfernt und die Beweglichkeit freigegeben werden.
Werden Bandschäden in den ersten Monaten behandelt, können sie entweder direkt genäht oder am Knochen refixiert und zusätzlich durch eine Vernähung mit der Gelenkskapsel verstärkt werden. Diese Eingriffe können heutzutage durch minimal-invasive Techniken, der Arthroskopie, schonend und sicher durchgeführt werden.
Nach längerer Dauer sind die Bänder jedoch bereits teilweise degeneriert und die Erfolgschancen einer solchen Operation sinken. Wird ein Band erst mehrere Monate oder Jahre nach einer Schädigung behandelt, braucht es in der Regel eine Rekonstruktion mithilfe von anderen Bändern oder gar Sehnen.
Je nach betroffenem Band kommt in dieser Situation auch eine Teilversteifung des Gelenkes in Frage, um die korrekte Position der einzelnen Knochen zu sichern und eine Fehlbelastung zu verhindern. Grundsätzlich gilt, dass Bandnähte und Rekonstruktionen nur Sinn machen, wenn noch keine wesentlichen Knorpelschäden bestehen. In solchen Fällen ist die bereits entstandene Arthrose therapieführend.
Nachsorge
Nach jeder Bandnaht oder Rekonstruktion muss das Handgelenk sechs bis acht Wochen in einer Schiene ruhiggestellt werden damit die Bänder abheilen können. In dieser Zeit sollen die Finger frei ohne Belastung bewegt werden. Solange die Knochen noch mit Drähten temporär gesichert sind, kann noch keine volle Beweglichkeit erreicht und kein Belastungsaufbau durchgeführt werden.
Drähte werden nach acht bis zehn Wochen entfernt. Hierzu braucht es eine zweite Operation, die aber meistens in lokaler Betäubung und ambulant durchgeführt werden kann. Anschliessend wird mit der Handgelenkmobilisation und Kraftaufbau begonnen. Dies geschieht unter Anleitung durch die Handtherapie und gelegentlich mithilfe von unterstützenden Schienen.
Auch bei konsequenter Nachbehandlung mit Handtherapie kommt es häufig zu einer leichten Einschränkung der Handgelenkbeweglichkeit.